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Zehnter Band.
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442 Thüringen.

gegen Kaiser Friedrich II. seinem Vqterlande ebenso wenig Ruhm nnd Macht ein-brachte, wie das spätere Auftreten Günther's von Schwarzburg gegen Karl IV.,Hessen von Thüringen getrennt wurde und Heinrich der Erlauchte, Markgraf vonMeißen, letzteres für sein Haus erwarb (1247).

Von da ab theilt Thüringen im Ganzen das Schicksal Sachsens, glänzt mitihm im Reformationszeitalter und verzichtet mit ihm auf politische Macht, um denKünsten des Friedens eine Stätte zu bereiten. Thüringens größter Sohn ist Mar-tin Luther; seinem größten Helden, Bernhard von Weimar, vermochte es aber nichtStütze zu sein, sodaß er, um der Reformation Geltung zu verschaffe», die Schwe-den zum Sjege führen mußte. Hatten bisher die Theilnahme der Landgrafen an denallgemeinen deutschen Händeln, die Streitigkeiten in ihrer Familie, mit den Vasallenund dem Klerus des Landes um Allodinm, Neichslehen, Afterlehcn und Zehntenfast nie aufgehört, so begannen jetzt die Erblheilungen und Erbschaftehändcl desmeißnischen und sächsischen Hauses. Sie mochten durch das Land selbst insofernbegünstigt werden, a>s die viele» jedoch mäßigen Höhen leicht zu befestigende Punktefür Burgen und Schlösser boten; dieselben dauerten aber auch dann noch fort, alssich in andern Theilen von Deutschland das Streben, größere Ländcrconiplexc zubilden und zusammenzuhalten, geltend machte. Nicht weniger als dreizehn solcherTheilungen haben stattgehabt.

Friedrich der Ernsthafte hatte das meißner und thüringer Land »och in einerHand besessen, sodaß sich Ludwig der Baier um seine Freundschaft als die einesmächtigen Reichsfürsten bewarb, seine Söhne regierten eine zeitlang gemeinsam,dann theilten sie aber (1381), sodaß Landgraf Balthasar hauptsächlich thüringischesGebiet erhielt, doch seiner Neffen Besitz vom Osterlande bis Jena hercinreichte.Nachdem das Hans Meißen die sächsische Knrwürde erlangt hatte, erbte Friedrichder Sanftmüthige das Kurfürstenthnm den Bestimmungen der Goldenen Bulle ge-mäß ausschließlich; das meißnisch-thüringische Gebiet aber regierte er für sich undseinen Bruder gemeinsam; dann theilten sie zu Altenburg (1445) und Wilhelm III.bekam die Hauptmasse von Thüringen. Friedrich's des Sanftmüthigen Söhne Ernstund Albert traten das väterliche Erbe mit Ausnahme Kursachsens wieder gemein-sam an; als Wilhelm's III. Besitz aber an sie zurückfiel, theilten sie (1485) undErnst erhielt die thüringischen mit den osterländischen und fränkischen Besitzungen,Albrecht die meißnischen Länder nebst Kamburg. Die Schlacht von Mühlberg hattedie Wittenbcrger Capiiulation vom 19. Mai 1547 zur Folge, wonach Herzog Mo-ritz und mit ihm die. Albertinische Linie die Kur erlangte. Zugleich verzichteteJohann Friedrich der Altere, wie der gewesene Kurfürst nun hieß, zu Moritz'. Gun-sten auf sämmtliche sächsisch.ernestinische Länder, und nur aus Großmuth gab Moritzden Söhnen Johann Friedrich's Gerstungen, Eiscnach und die Wartburg, Salzun-gen, Schloß Teitneberg, Gotha, Weimar, Noda, Orlamünde und Jena zurück.Von Moritz' Bruder und Nachfolger in der Kur bekam Johann Friedrich im Ver-trage von Naumburg (1554) auch Altenburg und Eisenberg zurück, und der Toddes Herzogs Johann Ernst von Koburg vermehrte den Besitz von Johann Fried-rich's Söhnen. Diese, Johann Friedrich der Mittlere, Johann Wilhelm und Jo-hann Friedrich III. regirten mit Anerkennung des Seniorats gemeinsam, und eineErbverbrüdernug mit dem Grafen von Hcnnebcrg versprach ihnen Länderzuwachs.Nach Johann Friedrich's III. Tode vereinigten sich die beide» überlebenden Bruderzu einer Mutschirung (Wechsclregierung) des hinsichtlich der Einkünfte in zweigleiche Hälften getheilten Landes, Weimars mit dem nördlichen, und Koburgs mitdem südlichen Gebiet. Allein Johann Friedrich der Mittlere fiel als BeschützerGrumbach's in die Neichsacht nnd seine Besitzungen gingen an seinen Bruder Jo-hann Wilhelm über. Als die drei Söhne Johann Friedrich's des Mittlern, Fried-rich, Johann Kasimir und Johann Ernst, auf dem Reichstage zu Spcier (1570)restituirt wurden, behielt Johann Wilhelm bei der von Reichswcgen angeordnete»Theilung Weimar, Jena, Altcnbnrg, Eiscnberg, Saalfcld, Jchtershauscn und Nein-