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artigen Arbeiten der Schicferbrüche von Wales, aus denen polirte und colorirtrMeubleS, Zimmerbekleidungen u. s. w. hervorgehm, ist man von Seiten der meiningi-schen Regierung allmälig darauf bedacht, die Industrie von Lchesten ähnlich zu heben.
Von Sonneberg wurden einst sämmtliche Heere Europas mit Flintensteinen ver-sorgt, aber wir sagen schon einst! Kaum daß gegenwärtig noch ein Schäfer aufdem Felde statt des Neibhölzchens Stahl, Steig und Schwamm in der Tasche führt.Und so ist der Handel mit Feuerschwamm, zu welchem das Städtchen Neustadt amNennstieg durch die Nähe schöner schwammerzcugender Buchenwälder eingeladen wurde,dem Untergänge ebenfalls nahe. Die Schwammbereitung von Neustadt am Nenn-stieg war früher so lebhaft, daß das vaterländische Erzeugniß nicht ausreichte unddie Schwammbcflissencn vielmehr selbst Schweden und Norwegen in Contribuiionsetzten, um mit dem bereiteten, salpetristrten und wohlriechenden Präparat alle Län-der hausirend zu durchwandern.
Eine andere ebenso einträgliche Industrie, die Pech- und Theerstcderci sowiedie Kienrußfabrik, blüht in Ilmenau, Elgersburg, Gräfenroda und den umliegendenOrten. Welcher Erwerbszweig! Wir Alle kennen die Fäßchen und Büttchen, worindie Schwärze verpackt wird. Eine solche Butte kostet sammt Kienruß darin 2 Pfen-nige! Dabei besteht sie aus einem Boden, einem Deckel, zwei Scitenstücken, welchefür einen Riegel durchlöchert sind, vier schmälern und vier schräggeschnittenen Blät-tern, drei Reife», einem Riegel, zusammen aus 16 Theilchen, die, nachdem dieSägemühle das Ihrige gethan hat, aus freier Hand geschnitzt und zusammengesetztsein wollen. Nun erhält der Arbeiter für. das Schock, also 60 solcher Büttchen,1 Silbergroschen, sage Einen Silbergrvschcn! und er kann, wenn er mit gesammtcrlieber Familie den Tag über recht fleißig ist, Abends 5 Silbergrvschcn verdient haben.Berechnungen haben ergeben, daß ein gesunder Arbeiter, um bei Kräften zu bleiben,täglich 4—6 Pfund einer Numfvrd'schen Suppe bedarf, welche bei mittlern Korn-preisen für 16 — 24 Pfennige herzustellen sind; die Harzscharrer, Pechsieder, Köhlerund Kienrußbereiter Thüringens leben von Kartoffeln, Gerstenbrot und Cichorien-waffer, deren Preis wir nicht zu berechnen wagen. Tritt hier Theuerung und Krank-heit ein, so ist das Elend groß, und wir wollen in Rücksicht auf diese kümmerlicheSchwärze-Industrie nicht mehr schelten, wenn ,die Jugend ihre eben erst blank gewichs-te» Stiefel im Staube oder Wasser verdirbt! Über Deutschland hinaus geht der Kien-ruß namentlich nach Holland.
Als mercantile Merkwürdigkeit sei noch der Weinhandcl von Benshausen, einemMarktflecken in der Nähe von Suhl, erwähnt, der sich, ohne eine Nebe zu bauen,seit länger als 200 Jahre» des genannten Artikels bemächtigte. E§ geschah das,als der Frachtwagcn noch seine ganze Bedeutung hatte und der Fuhrmann, vorTage aufbrechend und mit Peitschenknall den längst befreundeten Wirth vor die Thürlockend, die Straße» von Frankfurt und Hamburg zog. Die Fuhrleute von Bcns-hausen waren fast das ganze Jahr unterwegs und brachten höchstens von Martinibis Lichtmeß bei Weib und Kind zu, berechneten übrigens klug Fracht und Rück-fracht, kauften und luden in Franken und am Rhein guten Steinwein, Rauhen-thaler und Asmannshäuser und verfuhren denselben nach Sachsen, Polen und zurNord- und Ostsee, um dagegen Felle, Seefische und Colonialwaaren zurückzubringen.So hatte ein Fuhrmann von Benshausen 99 Pferde unterwegs, nur mit dem ein-hundertsten hatte er, wie die Sage will, stets Unglück. Er baute auch Keller inBenshausen, die sich vortrefflich bewährten; er war ein zuverlässiger Lieferant, konnteCredit gewähren und durch ihn kamen auch die Landsleuke in guten Ruf. Ä" denzwanziger Jahren dieses Jahrhunderts lieferte eine benshäuser Handlungalten Rheinwein im Werthe von 16—1800 Thalern von Benshausen nach ^ank-snrt am Main, und das Geschäft hat, trotz aller Weinreisenden von Ort und Stelle,dort, wo keine Eisenbahn geht, noch immer einige Bedeutung.