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Die neuere Physiologie rc-
Samenfäden mit ihrem dickem Ende voran rasch sich in die Eiweißschicht einbohren,dann zwar an der innern Dotterhaut oft stille halten, aber auch diese endlich miteinem Nucke durchbohren und in das Innere des Eies eindringen. Das Ei mitdem eingcdrnngencn Samcnthicrchen sieht bei der Einleitung dieses Vorgangs oftaus wie ein rundes, ringsum mit Nadeln bestecktes Kissen. Beobachter stimmendarin überein, daß man die eingedrungenen Samenfäden innerhalb der Dotterhautund in der Substanz des Dotters selbst,, gesehen hat.
Bei dem Regenwürme hat man Ähnliches beobachtet. Das Ei gelangt ausdem Eierstocke in mehre weißliche Blasen, welche Behälter sind für den männlichenSamen; ehe es in diese Behälter gelangt, verliert es die schützende Dotterhaut. DieDotter, die in den Samenbchälkern sich finden, sind vollkommen nackte, länglicheKörper, die zuweilen unregelmäßig gefurcht, zuweilen auch regelmäßig glatt erschei-nen. Die Samcnthierchen bohren sich von allen Seiten in diese Dotter ein, undman sieht oft Dotter, welche fast einem Haarkissen ähnlich sehen. Noch lange nachder Einbohrung setzen die Schwänze dieser Samcnthierchen ihre schlängclnden Bewe-gungen fort, sodaß dadurch der Dotter in verschiedenen Richtungen hin- und her-geworfcn wird.
Wenn man in diesen Fällen, wo der Dotter überall Angriffspunkte für diesich einbohrenden Samcnkörperchen darbietet, dieses Eindringen auch wirklich gesehenhat, so darf es nicht verwundern, daß man auch in andern Fällen, wo besondereSchwierigkeiten obwalten, dennoch die Thatsache des Eindringens festgestellt hat.Selbst Diejenigen, welche früher auf das hartnäckigste widersprachen, haben sich jetztüberzeugen müssen, daß in dem Dotter des befruchteten Säugethiereies sich Samen-rhierchen befanden, welche von außen her eingedrungen -waren. Bei der Schmeiß-fliege hat derselbe Beobachter, dessen wir oben erwähnten, die Samcnthierchen indem Momente des Eindringens in das Dotterthor überrascht, wo sie schon zurHälfte mit dem Vordcrtheile eingedrungen waren, wahrend die langen Schwänzenoch wie ein Büschel aus der Öffnung hervorragten. Ja selbst bei den Spulwür-mern, bei welchen die Samenkörper vollkommen unbeweglich sind und ein keulenför-miges Körperchcn darstellen, das an dem einen Ende eine Anhäufung von körnigerKlebcsubstauz trägt, selbst bei diesen hat der erwähnte Beobachter gesehen, daß trotzder ungünstigsten Verhältnisse diese unbeweglichen Körpercheli in das Dotterthor ein-dringen. Eine ungeheure Anzahl dieser Körperchcn befindet sich mit den Eiern zu-sammen in einer Abtheilung des weiblichen Geschlcchtsschlauches; zufällig klebt einsan dem Dotterthore an, durch welches es allmälig hineinschlüpft; andere folgen, undnicht selten beobachtet man Eier, in welche ein halbes Dutzend oder mehr dieserKörperchcn eingedrungen sind. Wir lassen sie vorläufig dort, zufrieden daß dieThatsache des Eindringens der Samcnkörperchen in den Dotter und damit die Ver-mischung und materielle Antheilnahme der von beiden Ältern gelieferten Zcugungsstoffean der Bildung des Jungen über allen Zweifel festgestellt ist.
Die Begegnung der beiderseitigen Zeugungsstoffe findet in vielen Fällen außer-halb, in andern innerhalb des weiblichen Körpers statt, weshalb man auch eineäußere und innere Begattung unterschieden hat, wobei man indessen nicht vergessendarf, daß die Begattung oder die Vereinigung beider Geschlechter durch einen bedeu-tenden Zeitraum von der wirklichen Befruchtung der Eier getrennt werden kann.Oft ist die Länge dieses Zeitraumes nur durch den Weg bedingt, den die beidersei-tigen Zeugungsstoffe bis zu ihrer Begegnung zu durchlaufen haben, in andern Fällenaber treten besondere Umstände ein, welche die Länge der Zeit bedeutend vergrößern.So findet man z. B. bei den meisten Jnsektenweibchen eine seitlich an dem Leitungs-apparate angebrachte Tasche, die vor der Begattung vollkommen leer, nach derselbenaber strotzend mit Samen angefüllt ist. Diese Samentasche ist nichts Anderes alsein Behälter, in welchem der männliche Zeugungsstoff zu weiterm Gebrauche aufbe-wahrt wird. Bei den meisteir Insekten sterben die Männchen fast unmittelbar nachder Paarung, während den Weibchen ein weit längeres Leben beschicken ist. Die
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