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Zehnter Band.
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Die neuere Physiologie rc.

Die gesonderten Ballen von Dottermassc, welche aus dem Furchimgsprocessehervorgehen, haben niemals eine einfache homogene Gestaltung: sie enthalten stetsim Innern einen Wasserhellen Kern, der oft ein Bläschen ist und dann dem Keim-bläschen sehr ähnlich steht, oft aber auch aus einem dickligen Tropfen gelatinätischerMasse ohne umhüllende Haur zu bestehen scheint. Häufig ficht man in diesemKerne noch ein festeres Körperchen, das Kernkörperchen, und oft umgeben sich dieFurchungsballen augenblicklich mit peripherischen Membranen, die besonders dann sichbilden, wenn die Furchungsballen bis zu der Größe herabgcsunke» find, welche denEmbryonalzellen eigenthümlich ist. Ob die Vermehrung der Furchungsballen durcheinfache Theilung oder durch innere Tochterbildung geschehe, ob sie von den Kernenausgehe oder die Kerne ihr nur folgen, ob die Häute, welche die Ballen umhüllen,sich gleich von Anfang an bilden oder erst in späterer Zeit, wo die Theilung weiterfortgeschritten ist, alle diese und andere Fragen, über deren Lösung die Meinungender Forscher hin- und hcrwogten, ohne noch jetzt vollständig festgestellt zu sein, könnenuns hier wenig interesfircn, da das Resultat dieses Bildungsprocesses stets dasselbebleibt, nämlich die allmäligc Umwandlung der Furchungskugeln in Embryonalzellen,welche alle eine äußere Zellenhaut, einen mehr oder minder flüssigen Inhalt, einenKern und meist auch ein Kernkörperchen besitzen. Aus der embryonalen Dotter-muffe, welche nach dem Verschmelzen des Keimbläschens und der Samenthicrcheneine homogene Masse geworden war, ist demnach ein Haufen von Vildungsmaterialhervorgegangen, der aus bestimmt begrenzte» Formenclementcn zusammengesetzt ist,und zwar aus Formenelemcuteu, die gewissermaßen befähigt find, ein selbständigesvegetatives Leben zu führen. Alle diese Zellen haben die Fähigkeit, gewisse Stoffevon außen her in sich aufzunehmen, andere abzuschneiden und nach denjenigen Rich-tungen hin, welche der Bildungsnorm des Individuums entspreche», sich in bestimm-ter Weise zu einwickeln. Diese eigenthümliche vegetative Fähigkeit, welche in denZellen ruht, ist besonders Ursache, daß die Circulation des Ernährungssaftes solangein dem Embryo nicht nöthig, als seine Masse aus ursprünglichen Zellen zusam-mengesetzt erscheint. Erst wenn diese Zellen Modifikationen erlitten haben, erst wennihre äußern Membranen durch mannichfachc Umbildungen die Fähigkeit, Stoffe vonaußen her sich anzueignen, bis zu einem gewissen Grade eingebüßt haben, erst danntritt jene mechanische Einrichtung des Kreislaufs ins Leben, welche die Zu- undAbfuhr der Ernährungsflüsfigkcit bei den einzelnen Organen und Elementartheilenvermittelt.

Die Zellenbildung ist fast immer von einer wesentlichen Umwandlung der Dot-termasse begleitet. Schon oben wurde erwähnt, daß der Dotter fast überall auszwei Substanzen besteht, einer mehr eiweißigen und einer mehr fettigen, welche zu-sammen gewöhnlich eine Art Emulsion barstellen, sodaß der Dotter unter dem Mi-kroskope mehr oder minder undurcbfichüg erscheint. Körnchen, Tröpfchen, verschie-den gestaltete mikroskopische Körperchen bedingen je nach den verschiedenen Arten derThiere diese ungleichartige Bildung der Dottermasse. Alle diese verschiedenen Ele-mente verschwinden nach und nach bei der Zellenbildung, sodaß die embryonalen Zel-len gewöhnlich durch ihre wasserhellc Durchsichtigkeit auffallend von der undurch-sichtigen Dottermassc abstechen. Namentlich ist dies da der Fall, wo wie bei denInsekten die Dottermassc durch sehr feine Fetttröpfchen undurchsichtig ist, die sehrbald bei der Zellenbildung aufgesogen werden und in den Embryonalzellen verschwun-den sind. Bei den Fröschen, bei welchen die Dotterkörpcrchen eigenthümliche Täfcl-chen darstellen, die aus einem eiweißartigen Stoffe gebildet sind, sieht man deutlich,wie diese in die Zellen cingeflossencn Täfclchcn nach und nach aufgesogen werdenund zugrunde gehen.

Die Untersuchungen über den Furchungsproceß lehrten bald, daß man bei dem-selben zwei verschiedene Beziehungen zu dem Aufbaue des Embryo berücksichtigenmüsse. Bei vielen Thieren war dieser Proceß ein das ganze Ei betreffender: derganze Dotter theilte sich in zwei Hälften, die auseinanderfielcn, sobald man dir