18 Die Auswanderung.
ten, sodaß diese dann auch in Massen bei der Wahl des Präsidenten Polk gegenden Candidaten der Whigs und Natives stimmten, und die Partei der NativeS beider Gelegenheit so schlugen, daß sie auf eine Weile vollkommen als zugrunde gerich-tet erschien.
Die Interessen aber, die zu der Bewegung der Natives geführt hatten, griffenzu tief und waren zu bedeutend, als daß sie nicht bei der nächsten Gelegenheit wie-der wirkend hätten hervortreten sollen. Kaum einige Jahre nach der Niederlage derNatives bei der Wahl Polk's tauchen sie in neuester Zeit unter einem andern Na-men wieder auf. In dem Lande, das allen Parteien und allen Interessen erlaubt,öffentlich aufzutreten, griffen die Gegner der Einwanderer und ihrer bürgerlichenBedeutung in den öffentlichen Angelegenheiten zu dem Mittel der geheimen Ver-bindung. Im wunderbarsten Widersprüche ist dies Mittel selbst den Natives sicherdurch Einwanderer zugetragen worden, wie ebenso sicher auch die geheimen Häupterund bezahlten Agenten derselben Fremde sind (Judson, der Großcomthur der Ge-sellschaft, soll der Sohn eines deutschen Juden sein). Die Know-Nothings, wiediese Gehcimbündler nach den Anfangsworten ihres Bundeseides heißen, haben dieAufgabe, welche die Natives sich gestellt, wieder aufgegriffen und sollen in denStaaten Neuyvrk, Pennsylvanien, Virginien überall verzweigt sein. Ihre Gegner,die Frcesoilers, haben den Kampf angenommen, den geheimen Minen ihrer Geg-ner offene Maßregeln entgegensetzend. Ein Gesctzvorschlag, die „Heimstättebill",beabsichtigt, der Einwanderung und Ansiedelung einen noch höhern Schwung zugeben, als sie bisher gehabt hat, und zwar dadurch, daß die Bill das Congreß-land, soweit solches noch vorhanden, aus der Hand der Spcculanten nehmenund den wahren Colonisten überlassen soll. Nach diesem Gesctzvorschlag würdejede weiße Familie und jeder zwanzigjährige Weiße das Recht haben, 160 Acresohne baare Bezahlung gegen das Versprechen von 1 Schilling pro Acre in An-spruch zu nehmen, die durch Bewohnen und Bebauen während fünf Jahren seinEigenthum werden, und deren Besitz allein ihm das Bürgerrechst gibt, wenn erdazu die „Application" gemacht hat. Während dieser fünf Jahre braucht der Co-lonist keine Abgaben zu zahlen, kann er nicht verklagt werden, und ebenso wenigdarf ein Gläubiger das Land in Anspruch nehmen.
Bisjetzt haben die Know-Nothings in Washington, Philadelphia und Baltimorebei den Communalwahlen den Sieg davongetragen. In den Hauptstädten der öst-lichen Staaten sind die Ursachen vor allem thätig, welche die Partei der Natives insLeben riefen; im Westen dagegen hat alle Welt das höchste Interesse, daß die Ein-wanderung einen ungestörten Fortgang habe. So führte denn auch in St.»Louis daserste Auftreten der Know-Nothings zu blutigem Kampfe, wobei 20 Menschen umsLeben kamen.
Man hat bisjetzt in Nordamerika vorzugsweise zwischen den südlichen Staatenmit Sklaven und den nördlichen ohne Sklaven unterschieden. Ein neuer und vieldurchgreifenderer Unterschied ist der zwischen den östlichen und den westlichen Staaten-Es kann nicht Absicht sein, hier etwas aus diesen neuen Zuständen und Gegensätzenfür die Zukunft der Vereinigten Staaten vorhersagen zu wollen. Wir hatten diesel-ben nur anzudeuten, weil sie für die Auswanderung im Allgemeinen ebenso einfluß-reich werden müssen, als sie für die große Republik der nordamcrikanischen Freistaatenbald genug maßgebend sein werden. *)
*) Über die Staatslandercien der Union, die Heimstättebill, die Partei der Natives, sowieüber die Einwanderung selbst, namentlich die deutsche, enthält auch der Artikel „DirVereinigten Staaten von Nordamerika in ihrer neuesten politischen Entwickelung" im zehntenBande der „Gegenwart , S. I7l> 22!), viele bemerkcnswcrthe Mittheilungen. Doch wirdin diesem Artikel ebenfalls anerkannt, daß die Zahl der jährlichen Einwanderer in die Unio"großer sein müsse, als die officiellen Schätzungen und Berichte herausstellen.
I
ri
st
E
la
in
äi
le
w
kv
de
do
A
zu
w
od
hl
S
Lc
D
dil
st-
te>
zu
nc
ar
sy'
ft-
iir
ge
gr
D
E
ve
sy
W
V
ri!
N
vi
T
de
ka
ri!
f»
D. Red.