Schweden» ^
sind nur im südlichen und westlichen Schweden, besonders in Bohus-Län, vorhanden.Im nördlichen Schweden sind die Grabhügel der zweiten Art am häufigsten zu treffen.Diese Monumente zeigen verschiedene Formen: man trifft deren runde, viereckige,ovale, andere in der Form eines Schiffs gebaut, u. s. w. Noch später, und schonnach der letzten Einwanderung, wurde es Sitte, die Todten in großen Hügeln, undzwar unverbrannt, beizusetzen, und diese Hünengräber sind mit sogenannten Bautastei-nen geziert: hohe, unbeschriebene Steine, welche mit den Runensteinen, die einer spä-tern, an das Christenthum grenzenden Periode angehören, nicht verwechselt Werdendürfen. Diese Runensteine, deren man im Ganzen 1281 kennt, von welchen 1139dem eigentlichen Schweden (Swearike), 112 Dättemark, 21 Island und 9 (meist jün-gere) England gehören, sind von großer Wichtigkeit, weil sie beweisen, daß eine unddieselbe Sprache in den drei nordischen Reichen um die Zeit ihrer Errichtung dieherrschende gewesen.
Welchem Volke oder welchen Völkern die ersten Einwanderungen gehören, läßt sichnun schwerlich sagen. Ohne mit Wieselgren zu behaupten, daß sogar Phönizier inSchweden Colonicn gehabt und ihren Baalscultus eingeführt, und ohne Anderer Be-hauptungen zu Gunsten der Cimbern und Celten in Zweifel zu ziehen, sei es genughier anzugeben, daß die Sage nur eine einzige, eine spätere, sicherlich germanische Ein-wanderung mit einem Namen bezeichnet. Diese ist die Einwanderung Odin's. WoOdin hergekommen, ob über die Ostsee oder über Jütland, müssen wir unentschiedenlassen; so viel ist gewiß, daß er und der ihm folgende Stamm, die Swear, sich umMälaren angesiedelt, und man behauptet, daß die alte Mälarstadt Sigtuna ihren Namennach der menschlichen Benennung Odin's, Sigge Fridulssvn, bekommen habe. Späterwurde Upsala die Hauptstadt der Swear und die Hauptstätte ihres Cultus oder derdurch Odin eingeführten Religion, Die Swear hatten ihre eigene Verfassung. Zederihrer Folkländer (Gaue, Cantone) stand unter einem Fylkiskonung (Gaukönig); aberalle Gaue hatten in Upsala ihr gemeinsames Oberhaupt, das zugleich Vorsteher derOpfer war und den Titel Gobi führte. Einer dieser Upsalakönige, Jngjald, faßteden kühnen Entschluß, sein Reich zu einem einheitlichen Ganzen zu bilden; und ob-wol er dieses Ziel durch eine schändliche That, die gewaltsame Ausrottung der klei-nern Könige, erreichte, machte er doch damit den Anfang einer Monarchie. DieStrafe ereilte ihn durch Zwar, welchen man gewöhnlich als König der dänischen In-seln angibt, obwol es wahrscheinlicher bleibt, daß derselbe selbständiger König einesandern, auf dem skandinavischen Comment gelegenen Reichs gewesen. Zwar's Reichumfaßte, wenn wir den Forschungen Wieselgren'ö Gehör geben wollen, den südlichenTheil von Götaland, Schonen und Virdaland (das heutige Smäland) mit der InselOland: Lander, welche man in der ältern Geschichte Schwedens, die sich fast nurmit den Königen von Upsala beschäftigt, kaum angedeutet findet. Durch Zwar, vonseinem großen Reiche Widfamne (der weit Umgreifende) genannt, wurden also alle ReicheSchwedens zum ersten mal vereinigt. Diese Reiche müssen folgende gewesen sein:Swealand mit Westergötland, dessen König das Schicksal der Fylkiskönige getheilt (dazuvm in spätern Zeiten das heutige Norrland mit Colonicn aus Norwegen bevölkert),Ostergötland und Virdaland mit Schonen. Aber das große Reich blieb nicht langeSchon der Nachfolger Zwar's, Harald Hildetand, verlor in der Brawalla-schlacht Reich und Leben, und es scheint., als hätten die Swear lange Zeit hindurcheigene Könige gehabt, die mit den Königen von Süd-Götaland oder Virdaland bestän-dig Kriege geführt, bis endlich Eric Segerfäll (der Siegesglückliche) durch die Schlachtaus Fyriswall 979 den letzten König Südschwedeus, Styrbjörn, besiegte und gaiizSchweden unter seinem Scepter vereinigte. Von nun an beginnt die Geschichte auchüber den Norden ihr Licht zu werfen. Obwol das christliche Südschwcden lange Zeithindurch mit dem heidnischen Norden in Streit und Feindschaft lebte, schmolzen dochdie Stämme allmälig zusammen und hatten bald die alte Feindschaft vergessen. Indem Kampfe für die angestammte Freiheit gegen die dänische» llmonskonige sehen*dlr ganz Schweden wie Einen Mann auftreten; und solche Macht hatte das ge-