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Eilfter Band.
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78 Schweden.

Frage zu behandeln hatte, zum Könige gerufen, der denselben seine Besorgnisse mit-theilte über die vermeintliche Gefahr, die dem Lande drohen würde, im Falle dieStände seine Proposition wegen des freiern Handels annähmen. Hierdurch mußtefreilich die Reform vereitelt werden. Während dies geschah, hatte der Constitu-tionsausschuß seinen sogenannten Dechargebericht abgegeben, der zwar viele, aber keinebedeutenden Beschwerden gegen die Minister enthielt, und zugleich griff das Gerüchtvon einer bevorstehenden totalen Veränderung des Ministeriums um sich. Man warallgemein der Meinung, es würde der König sich einen Rath aus Männern bilden,die noch freisinnigere Ansichten hätten als die abtretenden. Dies wurde umsomehrals sicher angenommen, als verlautete, der König habe die Minister wissen lassen,sie müßten sich zurückziehen, weil er vernommen, daß sie das Vertrauen des Volksnicht besäßen. Der damalige erste Minister Graf Posse machte dies auch in derThat seinen Collcgen kund, und zwar den Tag nach einer Versammlung des Con-seil, wo der Unzufriedenheit des KönigS mit seinen Rathgebern mit keiner Silbeerwähnt worden. Unter solchen Umständen fiel es den Liberalen sehr auf, als manerfuhr, daß der König die Leitung des neuen Ministeriums dem damaligen Präsesdes Adels (Landtmarskalk), dem Grafen Sparre, übertragen, den man als einen derentschiedensten konservativen kannte. Zugleich aber rief der König auch einige liberaleMänner zu sich, und darunter den jungen Professor Genberg, welcher Mitglieddes Vorstandes der stockholmer Reformgesellschaft gewesen und sich in dieser Angele-,genheit äußerst freisinnig ausgesprochen hatte. Das neue Ministerium, das auf dieseWeise am Ist. April zustande kam, umfaßte folgende Persönlichkeiten: Graf Sparre(Justiz), Freiherr Stjerneld (Auswärtiges), von Hohenhauscn (Krieg), Ehrenstam(Marine), Sandströmcr (Finanzen), FähraeuS (Civilangelegenheitcn), Genberg (Cul-tus), Wallcnste'cn und Günther (ohne Portefeuille). Nur ein Platz unter den Mi-nistern ohne Portefeuille blieb unbesetzt, wurde aber nachher einem jungen Offizier,Gripenstedt, übertragen, der sich während der zwei vorhergehenden Reichstage denLiberalen angeschlossen hatte.

Kaum waren drei Wochen seit der Bildung der neuen Verwaltung verflossen,als die Minister den Ständen einen Entwurf zu einem neuen Reichstagsgeseh (Niks-dags-Ordning) vorlegten, worin der König, auf das Anrathen des Staatsraths,folgende bedeutungsvolle Worte äußerte: „Dieser Entwurf zu einer neuen Reichstags-ordnung ist, den Fodcrungen der Zeit und der socialen Entwickelung gemäß, auf desGrundsatz gebaut, daß die Vertreter vom Volke durch gemeinschaftliche Wahlen er-nannt werden, wodurch die jetzige Eintheilung in Stände aufhören wird, sowie auchjedes angeborene oder mit dem Amte verbundene Recht der Volksvertretung. Indemdie Regierung den Ständen ein nach einer solchen Wahlform entworfenes Projec>vorlegt, kann sie keinen Zweifel hegen, daß die Stände, bei dem innigen Strebe"für das Wohl eines geliebten Vaterlandes und bei der Bereitwilligkeit, einem hohe"Zwecke Opfer zu bringen, die stets das schwedische Volk ausgezeichnet, bereit sei"werden, da- bisjetzt von den Ständen ausgeübte Recht der Repräsentation au('zugeben, uni ein Wahlgesetz, anzunehmen, wodurch eine allgemeinere Wahlfreihcit ei"'geführt wird, ohne daß doch dabei die Erfahrung, die Bildung und das Vermag^den gehörigen Antheil an der Vertretung der Wünsche und Bedürfnisse des Vol^aufgeben darf.--

Diese offenherzige Mittheilung des KönigS und seiner Minister (vom 2.1848) stimmte die öffentliche Meinung günstig, und das Ministerium konnte dah^acht Tage nachher (<>. Mai) eine Proposition wegen eines besondern Credits »o?2 Millionen Reich-thalern Banco an die Stände einbringen, um „ die Kosten für ^Zurüstungen zu decken, die infolge der politischen Verhältnisse (des dänisch-deutsch^.Kriegs) nothwendig werden könnten--. Zugleich wurde ein Beitrag von SeitenStaats zur Anlegung der ersten Eisenbahn verlangt. Es sollte sich indessen erw^sen, daß diese Propositionen nicht nur der Anfang, sondern auch der Schluß ^politischen Laufbahn jenes Ministeriums waren. Auch traten die Minister auf