142 Der Deutsche Zollverein.
18 - 15 : 1855 .
Zucker. 1,659195 Ctr. 776218 Ctr.
Tabacksfabrikate . .. 59797 „ 27677 „
Seidcnwaaren. 7905 „ 5661 „
Halbseidene Waaren. 5175 „ 1857 „
Wollwaarcn. 57620 „ 17652 „
31oheisen im Jahre 1845, weil die Zoll-erhöhung 1844 eintrat.2,<»58555 „ 1,978845 „
Stoheisen (1854). 980994 „ 256275 „
Selbst wenn für Schutzzölle eine Rechtfertigung darin liegen könnte, daß es dieinländische Industrie und das Wohl der dabei beschäftigten Arbeiter erfvdern, deneinheimischen Markt uni jeden Preis zu behaupten, so würde doch im Zollvereineine solche Rechtfertigung fehlen, da die zollvereinslä'ndischc Industrie in den wich-tigsten Gattungen der meisten Fabrikate solche Fortschritte gemacht hat, daß sie im-mer größere Mengen ihrer Production an das Ausland auf den ausländischen Marktschickt. So war *)
der Werth der Einfuhr von 1831: 18-i-t: 1852:
Fabrikate» .... 14,784771 Thlr. 26,945072 Thlr. 22,554997 Thlr.
der Werth der Ausfuhr . 85,711785 „ 98,057187 „ 101,982458 „
Es ist einleuchtend, daß wenn der Schutzzoll auch die Einfuhr einzelner frem-der Fabrikate abhält, er doch auch durch Vcrthcuerung der vorzüglichsten Materiale,wie Eisen und Garn, die Ausfuhr von Fabrikaten beschränkt. Es ist natürlich, daßjede Einfuhr eine Ausfuhr zur Folge hat, und wenn durch jene gewisse Arbeiter anArbeitsgelegenheit verlieren, müssen andere Arbeiter, welche die Ausfuhrartikel verfer-tigen, an Arbeitsgelegenheit gewinnen. Es ist möglich, daß die durch Fabrikateinsnhrverlierenden Arbeiter Fabrikarbeiter, die durch die Gegenausfuhr gewinnncnden Land-arbeiter sind. Dies bleibt sich aber vom volkswirthschaftlichen Standpunkt gleich, unddie Vertheidiger der Schutzzölle können sich am wenigsten auf das allgemeine Inter-esse berufen, da sie ja ihre Gunst nur einzelnen Classen der Arbeiter zuwenden wollen.Die Mchrausfuhr aber, welche durch Abschaffung der Zölle auf Halbfabrikate ver-anlaßt würde, müßte ausschließlich den Fabrikarbeitern zugutckommen, also selbst nachden Ansichten ein Gewinn sein, welche nur diese eine Classe der Bevölkerung berück-sichtigen, deren Zahl in Deutschland nicht über 500000 Köpfe geschätzt werden kann.Ein Land, welches so bedeutende Mengen Güter auf fremde Märkte auszuführenvermag wie der Zollverein, leidet überdies gerade bezüglich dieser Ausfuhr dadurch,wenn es andern Ländern das Beispiel gibt zur Aufrechthaltung des Systems desAusschlusses und der Handelsbeschränkung.
Wir haben die Gründe angedeutet, welche für die Verminderung der Zollcin-nahmen in dem wirthschastlichc» System des Zollvereins liegen. Wir lassen jetzt dieBruttoeinnahmen des Zollvereins folgen, ohne, wie bei den vorhergehenden Angabengeschehen, das Präcipuum von 500000 Thalern, welches Preußen aus den Durch-gangszöllen als Ersatz seiner Wasserzölle genießt, und ohne die Bonificatio» für repor-tirte Gegenstände u. s. w. abzuziehen. Es war nämlich die Einnahme für
SingangSiöllc:
KuöglillgSMe :
DurchgangSiöül!
1854:
15,905251
422772
529517
1855:
15,905759
502859
526566
1856:
17,509759
521546
488545
1857:
17,007678
19,286194
409184
598546
1858:
552287
555675
1859:
19,675257
487262
699686
1840:
20,555024
481456
695005
*) Bgl. Hübner's „Jahrbuch für Volkswirthschaft und Statistik", Jahrgang 1855, S- 26-