Wcstindikn. 235
und seine Titulatur einlegte. Der Gcneralvicar soll i», Namcn seines Herrngedroht haben, wenn die Curie seinen Unternehmungen hindernd entgegentrete, solvurde sich Haiti dem methodistischcn Christenthum in die Arme werfen. Pius IX.sandte 1855 einen Legaten nach Port-au-Princc, um ein Concordat mit Sr.
- ajestät abzuschließen. Soulouque widerstrebte. Man bedürfe auf Haiti keiner Übcr-cm^unft mit dem Papste; die Regierung sorge selbst für die Erhaltung des Katho-ucwmns. „Haben doch", meinte der schwarze Kaiser, „die Päpste, welche bei vie-. ^"dcn Ereignissen über Fürsten und Volker den Bann verhängten, nie-mals Diejenigen mit dem Banne belegt, welche den grausamen Menschenhandel be-trieben und über die ganze Ncgerrace so grenzenloses Unglück brachten. Dann habeman von den Streitigkeiten zwischen der geistlichen und weltlichen Macht, nament-> ) m den neuern Zeiten, genug erfahren. Haiti solle von den meuterischen Ver-luchen der dem Papste mehr als der einheimischen Obrigkeit gehorchenden Geistlichenesrci bleiben. Auch könne man Pius nicht als das freie Oberhaupt der Kirche-trachten. Die Franzosen, die Haiti immer feindlich gesinnten Franzosen, herrschten-- om. -das sei dies für ein Stellvertreter Christi auf Erden, welcher gegenkatholischen Unterhalten des Schutzes der fremden Bayonnctc bedürfe.7, dem Papste gehorchen, so sei es mittelbar den Franzosen unter-
La»re . a' ließ stch jedoch mcht so leicht abweise». Er blieb längere Zeit im
Vnmarllckk??,"'^ b°r '"^che -m Namen Gottes sprechen, viele
aslichkcitcii, sodaß ,hu Soulouque endlich unter polizeiliche Aufsicht stellte. Mon-
slgnorc ^paccapictra, so hieß der päpstliche Abgeordnete, sah nun, daß er eS miteinem entschiedenen Manne zu thun habe, und reiste unverrichketer Dinge ab. DerKatholicismus ist in Haiti als Landeskirche erhalten, nur daß auf den römischenAberglauben noch eine Menge afrikanischer gehäuft wurde. Es stehen der Regie-unokk^" ^ ^richtige einsichtvolle Geistliche zur Seite, welche die Stützen sind derden , N2'öEn Negerkirche auf Haiti. Der Racenwiderwille der Schwarzen gegennu,- ^^n Papst mag nicht ohne Einfluß geblieben sein in diesen an eigcnthüm-e"s3"teresse reichen Verhandlungen.
Gegen Ende März 1852 wurden zu Port-au-Prince große Vorbereitungenrosten. Bon allen Seiten trafen Abgeordnete ein, um der feierlichen Ceremonieikre"^^"°ti' A,„ April erschienen die Truppen rmd die kaiserliche Garde inA ? '""tn Uniformen. Am folgenden Sonntag war allgemeine Einsegnung undverk"^""g der kaiserlichen Adler unter den Truppen, und am Abend des 17. Aprilstimmi""^.01 Kanonenschüsse, daß morgen der große Tag beginne, welcher be-n , Haiti einen von, Gcneralvicar Sr. Heiligkeit Papst Pius IX. cingeseg-»iek"' 'n geben. Ein furchtbares afrikanisches Frcudcngeheul durchtöntc die
unk? , ' schichten der Hauptstadt. Sieben Nachte lang mußte illuminirt werden,Ar-, k mußte getanzt werden. Wehe Dem, der sich nicht freute oder
'c " n^rd'. "amentlich wenn er zu den Mischlinge» gehörte, inslaiiacr ^ nachdem Sc. Majestät so oder anders gelaunt, nach
Barone« ... k °bcr erschossen. Hunderte von Prinzen, Herzogen, Grafen,
tctcn am m ^ ^del Haitis ist der zahlreichste auf Erden — beglei-tn» E 3hre Majestäten in prachtvollen Uniformen, geschmückt
feklten""^"' Ordensbändern, zur Kirche, wobei jedoch nicht selten die Hosensit'cn At/s" überflüssiger Luxus nach den klimatischen Verhältnissen und Landes-gebi'det ^n>eit ^ nur '"""er anging, der Krönung Napoleon's I. nach-
füllt m <, ^ ausführliche Beschreibung der Ceremonien im „ölniütour Irsitisn"gekr,w-/wa Nachahmung, kindische Nachahmung ist, wie man weiß, durch-
nkm t ^Ekt°r der ganzen Negerrace im Verlaufe der Weltgeschichte. Sie hat«n eioo«^ -" Bister hervorgebracht, welche Völkern und Gemeinwesen
Glied? Ä k'bst'"diges Leben einhauchen und sie zu einen, selbständigen
"ede u nbtlden '" der Kette der Weltentwickelung.
neue Kaiser bestimmte seine Civilliste auf ungefähr 360000 Gulden Rhei-