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Eilfter Band.
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Ostreich.

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Betrage von 17 Millionen Gulden ungedeckt blieb, und eine Erhöhung der Steuer-kraft, eine neue Benutzung des Credits nach damaligem Glauben umhunlich erschien.Die folgenden Jahre bewiesen in fühlbarer Weise das Irrige dieses Glaubens.

Jedenfalls hatte der Finanzmimstcr Recht, wenn er die Verminderung des Mi-litäraufwandes als die erste unabweisbare Bedingung zur Besserung des Staats-haushalts hinstellte. Sie ging leider im Jahre 1850 nicht in Erfüllung: die deut-schen Verfassungskämpfe, der Zwist mit Preußen hatten vielmehr die Berufung derArmee auf den Kriegsfuß zur Folge. Bekanntlich war im Monat November dieGefahr des Kriegs am höchsten gestiegen. Wer es auch nicht in anderer Weisewüßte, denr würde es der Börsenkalender der wiener Börse verrathen. Schon wäh-rend des mit steigender Bitterkeit geführten Notenwechsels zwischen dem wiener undberliner Cabinet war das Silberagio stetig gestiegen. Als aber die halbofsicicllenJournale von der elften Stunde, die bereits geschlagen, sprachen, und der Ausbruchvon Feindseligkeiten gewiß schien, da war an keinen Halt mehr zu denken: das Agiosprang gleich um 8 —10°/, in die Höhe und es wurde an der wiener Börse am 26. Nov.Gold 65°/», Silber 55 "/> notirt. Dsr panische Schrecken, welcher in den Provin-zen herrschte, war noch heftiger. In Pesth wurde am 28. Nov. Silber mit 66 °/»gekauft (den nächsten Tag sank es wieder auf 29 °/° herab), alle Lebcnsmittel gingenfabelhaft in die Höhe, Waaren aller Art wurden von Privaten in Massen um jedenPreis angekauft, nur um das Papiergeld, dessen gänzliche Entwerthung bevorzustehenschien, loszuschlagen. Einzelne Bauern kamen »ach der Stadt und verlangten 60 Cent-"er Salz auf einmal, und ließen erst dann von ihrem Verlangen nach, als man denPreis in klingender Münze von ihnen verlangte. In Innsbruck und andern Städtensollten viele Gewerbsleute am 26. Nov. das Papiergeld gar nicht nehmen; in Pragwrang vom Vormittag auf den Nachmittag das Silber von 42auf 60°/»; GoldWurde vergeblich zu kaufen gesucht. Die Regierung zögerte diesmal nicht, das PublicumA beruhigen. Der Ministerrath selbst versammelte sich, um die Maßregeln gegen dieAgiotage, welcher man das ganze Finanzwirrsal zuschrieb, zu berathen. Eine neueBörsenordnung wurde erlassen, jede Äußerung über die künftige Wendung der Cursefei Strafe von 100 Gulden untersagt, die Einwirkung auf die Verschlimmerung°er Curse verboten. Ein officieller Artikel in der „Wiener Zeitung" versuchte dar-iuthun, daß die Summe des circulirenden Papiergeldes keineswegs so ausschweifend^vß sei, als man böswillig ausstreue, und auch der Baarvorrath (er wurde auf8 Millionen Gulden angegeben) eine ausreichende Reserve bilde. Besser als die^ue Börsenordnung, welche von den finanzkundigcn Männern mit gerechtem Höhne^genommen wurde, wirkte die rasch erfolgte Verständigung mit Preußen im De-rber 1850, die Gewißheit der Fortdauer friedlicher Zustände. Infolge dessen^k das Silberagio auf das gewissermaßen normale Maß von 20 — 25^». Eine^greifende Ordnung des Geld- und Creditwesens aber wurde natürlich durch die^vorgesehene Steigerung der StaatSauslagen verzögert. Auf wie lange? Darüber^en die Meinungen getheilt. Viele meinten, daß, solange Ostreich in die Noth-Ewigkeit versetzt bleibe, als eine Hauptmilstärmacht Deutschlands aufzutreten, werdedas finanzielle Gleichgewicht sich nicht herstellen lassen. Dagegen war auch dies-Finanzministcr Kraus von einer größer« Zuversicht durchdrungen und dessenh. daß die bewältigenden Geisteskräfte, welche die bisherigen Schwierigkeiten do-rrend bekämpft, sie auch bald und gänzlich überwinden würden. Er stützte seinel^Wtht darauf, daß noch nicht alle Einnahmequellen in Fluß gebracht werden könn-hi' besonders in Ungarn, andere wegen mangelnder organischer Einrichtungen nochergiebigen Ertrag abwarfen, so namentlich in den italienischen Provinzen,i^'^lls aber bei fortgesetzter Sparsamkeit in den^ Ausgaben und stetig sich stcigern-

^'st"ahmen das Deficit schwinden müsse. Die folgende Tabelle mag da;u die-^ Worte des Finanzministcrs zu bekräftigen. Sie vergleicht den Staatshalts-^°r, während und nach der Revolution und beweist wenigstens, daß die Finan-^ach Revolution keineswegs hinter jenen vor der Revolution so weit zurück-