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Eilfter Band.
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398 Die englische Literatur.

fehlt es oft an fester, den Bedingungen der Wirklichkeit "entsprechender Solidität;der Autor ist immer bereit, eines Witzes oder eines glänzenden Effects wegen eineromantische Unmöglichkeit zu construiren.

So fehlt es auch seinen geschichtlichen Romanen hier und da an dem gesundenMark, an der treuen Objektivität geschichtlichen Lebens. „Wir werden ihn", sagte„Maolccvood'3 M-Iß-Iüiirs" kürzlich von ihm, „nie Sir Edward nennen, wie wir von ^Walter Scott nur schlechthin als «Sir Walter» reden." Es zieht sich durch Bulwer's !Productionen ein Reflcxionselemcnt hindurch, ein Streben zu modernisiren, welchesdie Charaktere unserm Interesse denn doch nicht so nahe bringt, wie die objectiveTreue des großen Schotten thut. In seinen „Letzten Tagen von Pompeji", welche aufder Grenze zwischen den Phantasiesujets und dem eigentlichen historischen Romaneliegen, macht sich die antiquarische, von den Philologen so sehr bewunderte Treueder Descriptionen, gegenüber den modernisirten Charakteren sehr eigenthümlich. Kei-nenfalls ist der Eindruck aber ein ästhetisch vollendeter. Für die besten unter seinen >historischen Romanen darf man wol unbedenklich „stiviiri, tlio I-ist <>k tl>« tribunes" lund „Harald, tks last ok tk« Saxan Icing»" erklären. Außerdenr-ist Bulwer auchVersdichter und der Übersetzer der Schiller'schen Gedichte*), wie ihm überhaupt dieBcrse weit leichter und ungezwungener aus der Feder fließen sollen als die Prosa.Sein „dlsxv limon", sein Epos „King ,Vrtiiur" sind indessen in Deutschland gewißweniger bekannt als seine Romane. Interessant ist, daß er auch als Geschichtschreibermit einer „IIi8tor)'os tko risa and lall of^tlisus" debutirt hat, die indessen Fragmentgeblieben ist, und daß er in diesem Werke, schon vor Miß Martineau und Macaulay,die Geschichte wesentlich als Culturgcschichtc aufzufassen begann. Auch beschäftigteihn einst sehr lebhaft der Plan einer englischen Nationalgeschichte unter dem Titel „ä i>eUvss and times ak tlw l'I:»>t<>geiiet lcin^s ", ein Plan, den er noch immer nichtaufgegeben haben soll, und dessen Ausführung den Mußestunden seines Alters vor»behalten ist. Bulwer zählt gegenwärtig, wie schon bemerkt, zur Torypartei und ver-tritt die Grafschaft Hertford, wo seine Güter liegen, im Unterhaus?. Graf Derby,bei der Amtsniederlegung des Coalitionsministeriums einige Tage lang mit der Bil-dung ^cines neuen Cabinets betraut, hatte ihn für eine Stelle in seinem Ministeriumbestimmt und machte später seinen „unübertroffenen Rednergaben" ein öffentlich^Kompliment.

Bei der Überschau der literarischen Leistungen Bulwer's drängt sich uns unwm' ^kürlich die Frage auf: Ist dieser Autor Genie, oder nur ein großes Talent? —großes Talent, werden wir antworten müssen, „das sich aber", wie Hillebrandseiner „Deutschen Nativnalliteratur u. s. w." von K. Gutzkow (dem deutschen Ebss'' ,bilde Bulwer's) sagt, „gern den Anschein des Genies geben möchte". Zum G""!^fehlt Bulwer jene Sicherheit des unmittelbaren Schaffens, welches nicht lange erp^''mentirt und tastet, sondern instinctiv, wie z. B. Charles Dickens, seine Stoffezufassen, und, wenn auch in ungleich beschränkterer Sphäre, immer etwas Bollen"kes hinzustellen pflegt. Der reflectircnde und combinirende Verstand bleibtüberwiegend in Bulwer, und jene scharfe und geistreiche Gesellschaftskritik, die erseinen Briefen (an Talleyrand) über „England und die Engländer" gegeben,seine unter dem Titel „Ikc Student" erschienenen Essays gehören zu demvon Dem, was er jemals geschrieben. W '

Mit dem Beginn der dreißiger Jahre fängt die Schar der englischen No»sten und namentlich auch die der Novellistinnen an Legion zu werden. Den ar»lkratischen Liberalismus und die fashionable Weltanschauung des kißk-lils der

*) Eigenthümlich ist der Umstand, daß der Übersetzer und Verehrer Schiller'S st^AeN-Deutsch wissen soll. So sagt man. Allein dann ist eS doch auffallend, wie er einzelne ^tcnzen (z. B. in den Vorreden zu „Nacht und Morgen--) au« Schiller'S..„Briefen uoästhetische Erziehung des Menschen--, welche in England noch gar keinen Übersetzer gtt» ,haben, nachbilden konnte. Sucht er vielleicht mit seiner Unkenntniß de« Deutschen zu pr

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