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Deutschland.
ansteckende Wirkung. Nachdem Sachsen, Hannover, Kurhefscn vorausgegangen, folg'len erst Schaumburg-Lippe, dann (Anfang Juni) Hessen-Darmstadt und Mecklen-burg-Strelitz, die ihre Vertreter in das rcstaurirte Plenum nach Frankfurt sandten-Nun tauchte auch bald der Antrag auf, den Bundestag selbst wieder einzuberufen-Ostreich machte den Antrag zu dem seinigen und schlug am 7. Aug. vor, es»lochte dem Prasidiaihose anheimgestellt werden, die Einberufung sämmtlicher Bun-desglicdcr zur Bundesversammlung vorzunehmen Noch hielt man es für nöthig, ingroßen Worten zu versichern, daß es nimmer die Absicht sei, zu den früher» Zu-ständen und Formen zurückzukehren, daß vielmehr dieser Weg nur als das einzigeMittel angesehen werde, zu einer den Bedürfnisse» der Zeit entsprechenden Neuge-staltung des Bundes zu gelangen. Der östreichische Vorschlag ward einstimmig an-genommen, und am 14. Aug. wurden sämmtliche Bundesglieder eingeladen, desEngern Rath wieder zu beschicken.
Preußen antwortete darauf elf Tage später in einer ausführlichen Denkschrift,worin alle die Ncchtsgründe hervorgehoben waren, die gegen eine Wiedereinberufungdes Bundestags sprachen, insbesondere die einstimmig erfolgte Aufhebung desselbenim Juni 1848, der nur eine durch Einstimmigkeit beschlossene Rcactivirung folge"könne. Wir wollen die Gründe und Gegcngründe hier nicht alle aufführe», die vo"beiden Seiten geltend gemacht wurden und worüber sich eine damals kleine publici-siische Literatur bildete. Nicht einmal die wunderlichen Sophismen mögen wir a»ftzählen, durch die man damals zu beweisen suchte, daß der Bundestag im Zu""1848 nicht aufgehoben worden sei! Es handelte sich ja überhaupt nicht mehr h""Recht und Unrecht, sonder» von Macht und Ohnmacht, und es" war kein Zwciftlmehr, wo die eine und die andere war. Während das von 13 Regierungen ^schickte „Plenum" rüstig vorschritt und entscheidende Beschlüsse faßte, hörte man kau>"vo» der Existenz der Union und des Fürstcncvllegiums, dem die Mehrzahl der deut-schen Regierungen angehören sollte. Dagegen ward Östreichs Haltung immer schrak'ser gegen Preußen. Es griff die Militärconventionen, die es mit benachbarte"Staaten geschlossen, als bundcswidrig an; es bereitete der Verlegung der badiscb^Truppen, die nach einem Slaatsvcrcrag mit Baden eine zeiilang preußischenisoncn beziehen sollten, eine Reihe von Widerwärtigkeiten und Hindernisse. Sov'twar gewiß, hätte Preußen vom Mai 184!> an bis zum Mai 1850 soviel Rüh"^keit, Angriffslust und Thatkraft für seinen Bundesstaat entfaltet wie Östreich ssdie scheinbar ganz verlorene Sache des Bundestags, so wäre der Erfolg kau»' *ncn Augenblick zweifelhaft gewesen. Es war ein treffendes Wort, was damals»er der eifrigsten Verfechter der östreichischen Nestaurationspolitik auesprachtdiejenige Gewalt gelte, die sich geltend zu machen wisse! Es sollte bald anschlitternden Anlässen nicht fehlen, diese Wahrheit zu bethätigen.
Das populäre Interesse war diesen Händeln zwischen Frankfurt und ds" ,nur wenig zugewandt, und das Fürstencollcgjum der Union fachte so wenig die Le'schaften des Volks an wie der zu künstlichem Leben wicderaufgcrufene Bu»^ -g.Dagegen folgte man mit gespannten Blicken dem Gange der Dinge in Sctst^Holstein und in Kurhessen. . ^
Es ist anderwärts in diesem Werke ausführlich erzählt worden, wie s^^ce-Schicksal der Herzogthümer seit dem Waffenstillstand vom Juli 1849 gestalt.Me»Die Herzogthümer voneinander losgerissen; Schleswig unter der Form einer cxlbftLandesverwaltung der Gewalt der Dänen preisgegeben; Holstein zwar noch v"mzlitik
mer des Jahres 1850, wo Preußen (2. Juli) mit Dänemark den Srseden^^
der jeder Macht die Rechte reserviric, die sie vor dem Kriege gehabt und
Nischen Monarchen das Recht gab, die Intervention des Bundes anzurufe"-
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überlassen, aber durch die Rücksicht der Statthalterschaft auf die preußisch* ^ he"in dem Gebrauch seiner Kräfte gelähmt; die Sache beider Herzogthümer -HeAugen der fremde» Mächten durch Rußlands Antrieb und Preußensimmer mehr discreditirt — das war der allgemeine Zustand bis in den