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Deutschland.
steranklage beim Staatsgerichtshof vor. Der militärische Befehlshaber der Haupt-stadt wurde allmä'lig selbst irre über die Stellung, zu der man ihn vermocht hatte:er setzte den gesetzlichen Behörden keinen Widerstand mehr entgegen und wünschteseiner traurigen Verpflichtung enthoben zu werden.
Da ward die Hauptstadt Kassel am Morgen des 13. Sept. durch die Kundeüberrascht, der Kurfürst und seine Minister seien entflohen. Wie versichert wurde,hätte Hassenpflug den Kurfürsten durch den angeblich drohenden Ausbruch einer Meu-terei bei dem Militär zu diesem Schritte bewogen. Eine Ordre an den Oberbefehls-haber wies diesen an, seine Funktionen in Ansehung der Staatspolizei einstweilenfortzuführen; die Regierung sei bis auf Weiteres „in den Bezirk Hanau" verlegt-Dorthin hatte der Kurfürst mit seinen Nathgebern über Hannover, Minden undDüsseldorf den Weg eingeschlagen und war am 17. in Wilhelmsbad eingetroffen.Später ward in halbofsicieller Weise erläutert, der Kurfürst habe seine Residenz ver-lassen, um dem nahen preußischen Einflüsse nicht so sehr ausgesetzt, das hieß wohl,dem restaurirten Bundestage nähergebracht zu sein. Eine Bekanntmachung von'17. Sept. verkündigte, daß der Sitz der kurfürstlichen Regierung nach Wilhelmsbadverlegt sei. Es war darin der „die Pflichten des Staatsdienstes gröblich verletzendeWiderstand der meisten obern Staatsbehörden in Kassel gegen verfassungsmäßige An-ordnungen" angeklagt und zu dem gesetzlichen Sinne der Unterthanen das Ver-trauen ausgesprochen, daß sie die auf die Erhaltung der Landesverfassung und dermonarchischen Regierungsform gerichteten Bestrebungen der Regierung unterstütze"würden.
Indessen leitete man den Hauptschlag an einem andern Orte ein. Am 2. Sept-war, wie schon erwähnt, der Engere Rath des Deutschen Bundes zusammenge-treten. Für Östreich war Graf Thun als Präsidialgcsandter erschienen, Baicrndurch Lylander, Sachsen durch Nostitz, Hannover durch Detmold, Würtemberg durchReinhard, Hessen-Darnistadt durch Münch-Bcllinghausen vertrete»; die kurhessistht
Stimme war einstweilen, bis Hassenpflug selbst erschien, durch den sächsischen Be-vollmächtigten vertreten. Mecklenburg-Strelitz vertrat Oertzen, Holstein der dänischeKammerherr Bülow, Liechtenstein der frühere hessische Kanzler Linde; für Schauns'bürg-Lippe war Victor Strauß erschienen, für Luxemburg-Limburg Scharff,Hessen-Homburg Holzhausen. DaS östreichische Interesse herrschte also ausschließ-lich, und daneben hatte der schroffe Absolutismus an Linde, Strauß, Dül»^eifrige Vertreter. Die Thätigkeit der Versammlung stach merkwürdig ab von den*rath- und thatlosen Gebahre» der hinsterbenden preußischen Union. Die Versa»'"^lung begann damit, sich die oberste Leitung der deutschen Angelegenheiten zu vi""'circn, den fremden Mächten, den Commandos der Bundesfestungen und der de"sehen Flotte den Wiederbeginn ihrer amtlichen Thätigkeit anzuzeigen, die Coniniisßneu des alten Bundestags wiederherzustellen und überhaupt den ganzen Gesch"kreis des Bundes an sich zu nehmen. Ein recht eclatanter Anlaß, seine Wirks"^,keit nachdrücklich zu entfalten und der unentschlossenen preußische» Politik ei"?sonders denkwürdige Lection zu bereiten, mochte dem neuen Bundestage nichtwünscht sein. Hassenpflug's ganzes Auftreten machte in jener Zeit den Ei"^,-,,'-als sollte eine Intervention des Bundes provocirt werden, und der Chef der Mi-schen Regierung erklärte später am Ministcrtische offen, daß die bewaffnetetion in Kurhessen nicht eine Folge der dortigen Landeszuständc, sondern ei"*
sequenz der deutschen Verwickelung gewesen seil
Am 17. Sept. erschien Hassenpflug als Bevollmächtigter KurhcsscnSfürt, und stellte den Antrag, der Bundestag möge beschließen, daß in dem er-
den die kurhessische Ständevcrsammlung vor ihrer Auflösung gefaßt, eine fge-
weigcrung liege, und den Bundesbeschluß vom 28. Juni 1832 — einen der «hobenen AusnahmSbeschlüsse — als authentische Interpretation der A»de
arte in Vollzug trete» lassen. ES wurde sofort"ein Ausschuß gebildet, der
zum Berichterstatter wählte. Der Bericht, am 21. Sept. erstattet und von der
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