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Eilfter Band.
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Deutschland.

Deutschland gedeckt, seine Politik soviel als möglich zu der des gesammten DeutschenBundes erkläre zu sehen. Es hatte sich allerdings durch seine Wendung den Be-strebungen Preußens und der deutschen Königreiche genähert; aber es mochte dochzugleich besorgen, daß die überwiegende Richtung auf eine friedliche Neutralität baldselbst die Kriegsbereitschaft des Bundes in Frage ziehen und überhaupt die unklare,zweispaltige Stellung des Kaiserstaals zu einer völlig vereinzelten inmitten des Bun-des verwandeln konnte. Das wiener Cabinet machte demnach der Bundesversamm-lung in der Sitzung vom 19. „Juli eine umfassende Vorlage, i» welcher es seinePolitik nicht nur im Interesse'Ostreichs, sondern auch ausdrücklich in dem Gesammt-dcuischlands zu rechtfertigen suchte, die Resultate der Cvnfcrenz rückstchtlich der zweiersten Garantiepunktc festzuhalten versprach, die Besetzung der Donaufürstenthümerim östreichischen wie deutschen Vortheile bis zur Erreichung eines Friedens ankün-digte, aber auch die Redaction seiner Truppen zur Minderung der Opfer anzeigte,und schließlich den Bund auffoderte, derselbe möge die Stellung fernerhin behaupten,welche er durch die Beschlüsse von, 9. Dec. (1854) und vom 8. Febr. (1855)eingenommen, und sich in der Verfassung (Kriegsbereitschaft) erhalten, in der jederEvcntualügt mit Ruhe entgegengesehen werden könne. Die Bundesversammlungbeantwortete den Vertrag Ostreichs in einem einstimmigen Beschlusse vom 26. Juliauf den Vorschlag Preußens dahin, daß sie dem wiener Cabinet für dessen Bemü-hungen in den Conferenzen den Dank des Bundes aussprach, die fernere Aufrecht-halkung der Kriegsbereitschaft zusagte, dabei jedoch jedes Eintreten auf weitere Ver-pflichtungen abwies. Östreich hatte bei seinem Schritte auf eine förmliche Anerken-nung seiner Politik, namentlich auf die Gntheißnng des Dccembervcrtrags mit denWestmächtcn und auf die ungcthcilte Aneignung der vier Garantiepunktc von Seltendes Bnndes gehofft, und die einfache Fortdauer der Kriegsbereitschaft, die ihm zu-gesagt Ward, konnte offenbar seinen Absichten nicht genügen. Dennoch sprach esin kluger Weise in einer Circnlardepesche (August) seine Befriedigung über den Butt-desbeschluß aus, äußerte dabei aber auch sein Bedauern, daß sich der Bund dievier Garantiepunkte, bei denen es als Fricdensgrundlage beharren müsse, nicht an-geeignet habe. Preußen erwiderte darauf in einer Note an das wiener Cabinet,wie die Annahme der Garantiepunktc von Seiten des Bundes Deutschland nur nachder einen oder andern Seite hin in Verwickelung bringen könnte, da die West"mächte selbst diese Punkte nicht mehr als unumstößliche Friedensgrundlagetrachtete».

Während nach Abbruch der Conferenzen der Kampf der Wcstmächte geS^Rußland im Schwarzen Meere einen neuen Anlauf nahm und im Sommer 1^.abermals eine mächtige westliche Armada in der Ostsee erschien, verharrte nun ^große Deutschland in seiner Zerklüftung dem Kriege gegenüber in völliger Theiln^"losigkeit und Unthätigkeit, die sich Rußland durch die freie und ungefährdeteWendung der eigenen Streitkräftc wohl zunutze machen konnte. Selbst diebereitschaft fand in den einzelnen Staaten, und zwar bei der Lage der Dingt ^in Hinblick auf Östreichs Armecreductioncn mit Recht, factische ErleichterungenBeschränkungen, namentlich in Baiern, dann in Preußen. Sogar dieStimmung der Nation versank im Angesicht der bedrohlichen Weltlage in eintgewöhnlich« Apathie, die freilich von den ökonomischen Bedrängnissen der derder ganze» innern Lage Deutschlands begünstigt war. Man hatte im BegNs ^großen Krisis die-Hoffnung gehegt, Deutschland werde in derselben Gelege"^' ^, 1 -den, durch die Demüthigung Rußlands die Niederlage in der deutsch - dänil.ält^Ee-gelegenheil ausgleichen zu können, und außerdem die äußere Freiheit für ^'^siver-störte Umgestaltung seiner öffentlichen Verhältnisse erlangen, die in Muß-

flvsseucn Jahren insbesondere durch den Druck und den überwiegenden tzr-

lands verhindert worden war. Aber man sah sich nur zu gründlich i" ^wartunge» getäuscht. Eine Motion, die aus eben jenen Gesichtspunkten h^inordnete der Zweiten würtcmbergischcn Kammer stellten, die Regierung "