Die Literatur Frankreichs.
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Wirthschaft verdorben und verunreinigt, mußte vor allem ihre Reinheit und Würde,ihre Stifts- und Adclsdiplome, die in dem allgemeinen Schiffbruch und Wirrwarriücht hätten untergehen können, zu retten und wicderzuerringen suchen. Amdringendsten und förderlichsten für die französische Literatur war damals nicht sowoldas kecke und gewagte Eingehen aus neue Wege, wo man allenthalben anstieß undstrauchelte, sondern das behutsame Anschließen an ältere Werke, die bisher für clas-stsch gegolten und einen Stützpunkt abgaben. Sie mußte streng in Aufsicht ge-halten und an Vorbilder angewiesen werden, um sie vor gefährlichem Ausgleiten zubewahren, und bei diesem Zwange und Rückgänge hat sie immerhin AnsehnlichesBemcrkenswcrthcs geleistet. Die neuere französische Kritik ist bisher mit diesen"istungen zu barsch und einseitig umgegangen, weil nach dem Sturze des Kaiser-deichs in der Literatur ebenso wie in der Politik Partcizwistc einbrachen, und wegender Fortdauer der dadurch veranlaßten Litcraturspallung sich bisher noch keine unbe-fangene, rein historische Betrachtung jener Geistesprvducte hat bilden können. Derfranzösische Volksgcist, in welchem ein so unerwarteter Regentenwechsel den neuc-rungssüchtigcn Hang wieder belebte, träumte für die Kunst und Poesie schränken-de Emancipation, und bildete sich ein, das vom Napolconischcn Censurdruck undDespotismus in alte, abgelebte Formen eingezwängte und eingepuppte Genie werdeun er der conflitutionellen Monarchie gleich einem Schmetterlinge dem leeren Rau-pengejpmnste und der todten Puppengestalt des Klassicismus entfliegen und freie,leichte Schwingen entfalten. Die neue Schule, die seltsamerweise in politischenSachen lcgitimistisch und in poetischen Dingen revolutionär gesinnt war, verwarf diestterarischen Arbeiten aus den Jahren der Napvleonischen Herrschaft. Jünger, rü-st'gcr, an Zahl stärker und Herr von den meisten Tagesblättern und Zeitschriften,pachte sie sich alle Vortheile ihrer Stellung gegen die Sieger der Kaiscrzeit zunutze,w sie zuerst aufs Jnvalidenhaus vertröstete, und zuletzt ins Antikcnmuseum verwies,sie in ihrer ehrwürdigen Eigenschaft als Mumien und Fossilien an der rechtenteile wären. Die Waffe des Witzes verwundet immer ein wenig, wenn auch ihre^schösse nicht treffen. Noch jetzt schmollen viele Kritiker mit der Literatur desT^tsirreichs wegen ihrer knechtischen Gesinnung und Geistcsarmuth, als ob vonFranzosen nichts als Heloten und Böotier gewesen. Die Sängeri""er Zeit sind ganz gewiß keine Homer; aber will man auch aristarchisch strengAsm sie sein, so darf man sie doch nicht mit schnöden Zoilusworten abfertigen.Ü einigem Recht hat man sie „die Klassiker der Vcrfallzeit" (Iss olassiquss ckv
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A llüeatlonee) genannt; aber man hat Unrecht gehabt, die Musen des französischen^Masses der Kaiscrzeit wie gefallene Königinnen zu schildern, die wie Sklavinnen
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er dem Triumphwagen des Eroberers herzogen. Wenn sie außerordentliche Tha-Und Vorgänge in höfischer Weise besangen, so geschah es, ohne daß sie sich bis
. gemeiner Kriecherei und Schmeichelei herabließen. Überdies haben sie nicht blosder epischen Großartigkeit gleichzeitiger Begebenheiten veranlaßte Gelegenhcitsge->'wte geliefert, und die so vielbesprochenen Oden, welche die Poesie am Hochzeits-
"We Napoleon's und bei der Wiege des Königs von Rom als unterthänigste Hul-
darbrachten, machen doch nicht die ganze poetische Literatur des KaiserreichsAuch muß dieser Literatur nicht etwa als Vergehen, sondern als Verdienst^rechnet werden, daß sie sich wieder dem Classicismus zugewendet und ihr höchstesdarein gesetzt, etwas einem Vorbilde Ähnliches hervorzubringen; obgleich sie.^'it nicht absonderlich weit gekommen, so ist sie doch dabei nicht ganz ins Stockenz ^then und auf demselben Flecke geblieben. Der menschliche Gcdankengang gleicht"weilen einem Flusse, der stillzustehen scheint und doch fließt.
. Das Consulat, die glänzende Vorhalle des Tempels der Kaiserzcil,
, ^ blos mit den aus Italien hergeholten Meisterwerken der Bildhauerei und aua--s.,"' Und den bei Marengo errungenen Trophäen: es gewann auch Siege aus em1 "bliche,, Schlachtfclde der Literatur. Ganz vorzügliches Aufsehen erregten Cha-Ubriand's ,, 6öiiio ciu Lliriniiaiusme" ( 1802 ) und die sogenannten -älssianschen