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Eilfter Band.
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551
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Die Literatur Frankreichs. 551

sprechendes Bild, einen sanften und wie schon empfundenen Eindruck. Ste--Beuvehat drei Sammlungen Gedichte herausgegeben: „l.r, vis, possiss st pensäss äs^ozgptis Oslormo", „Us oonsolations" und ,, Ues penssss ä'^oüt-^. Die gelun-gensten enthalten wol die „ ttoiisolsticms", wo der Dichter mehr Herr von seinemStil und Gedanken, der Drang inniger, anhaltender, der Odem stärker und freier ist.3 >i den „konsöes ä'^oüt" merkt man durchgehends zu sehr, daß der Verfasser überdie heitern Jahre hinaus ist und das Leben mit trüben Augen ansteht. Außer kriti-schen Aufsätzen und Gedichten haben wir von Ste.-Beuve noch einen Roman,„Voluplö", ein gutes Probestück seiner Kenntniß des menschlichen Herzens, und eine„Ilistoirs äs port-livz-sl", ein interessantes Werk, worin sich ein etwas starker Hangi»r Schwermuth und Mystik kundgibt.

Von allen Dichtern der neuern Richtung ist Alfred de Vigny am wenigstenins Geschrei gekommen und vielleicht am meisten durchgedrungen, hauptsächlich ausZwei Gründen. Einmal ist sein Metrum von dem ältern Metrum nicht so abwci-chend und selten so gebrochen, daß der Sinn in zwei Verse hinübergreift; anderer-seits hat er fast immer in Prosa geschrieben, und seine Prosa ist bestimmt, klar,correct, ohne prunkende Bilder und geschraubte Wendungen, weil er mehr nachFeinheit und Glätte als nach Glanz und Farbenpracht strebt. Wenn die ClassikerAh' auch nicht ganz verziehen, so belangte» sie ihn jedoch selten vor ihrem kritischenMlr und sahen anderwärts schlimmere Schäden und dringendere Gefahr.

Alfred de Vigny ist so ein wenig zwischen den beiden Schulen durchgeschlüpft; erwird freilich von den Romantikern als einer der Ihrigen in Anspruch genommen,und hat auch bei ihnen gedient, aber als Freiwilliger, der de» Krieg auf eigeneHand führte und vom dicksten Schlachtgewühl sich fernhielt. Was an Alfred deVigny's poetischen und prosaischen Werken vor allem frappirt, ist, daß er vorzugs-weise Seelenznstände von Personen, die sich in stillem Gram und Grimm verzehren,darstellt: sein Held ist durchgängig ein gefesselter Prometheus, dem das Herz abge-messen wird, ein auserlesenes Schlachtopscr, das unter dem Druck der Verhältnisseiautlos verblutet. Seine poetische Form ist rein und gediegen, zugleich klar undMst- In der Sammlung seiner Gedichte: „Poemes untchues et moäernss", be-enden sich Meisterstücke, „»toi'ss", die rührende Klage eines großen, von seinenUmgebungen unverstandenen und in Einsamkeit verstoßenen Mannes, ist in sprach-licher Ausführung ganz vortrefflich und von einer Gewalt der Beredtsamkeit, die wieein himmlischer Gesang entzückt. Etwas echt Spanisches und südliche Glut weht in„ ltnlsriäa", wo Leidenschaft und Eifersucht toben und mit einen. Alles in sich fas-fendcn Schrei herausplatzen, „lcloa", vom Dichter „Lasters" betitelt, beschreibtdie Geschichte eines Engels, den die Liebe zu Fall bringt. Anmuth, Kraft undInnigkeit finden sich in diesem Haupt- und Glanzstückc der Gedichte des Verfasser-beisammen. Der Noman ,,6incs-.Hars" ist ein sehr bedeutendes Werk. wofür derVerfasser die von Walter Scott ausgebildete historische Form gewählt und so, wir" sie brauchte, zugestutzt hat. Es ist der erste Noman dieser Art, der in Frank-reich Beifall erhalten hat. Ungeachtet aller Vorzüge, welche dieses Werk auszeich-nn und sehr hoch stelle», darf man doch die Frage auswerfen, ob die vorgeführtenPersonen ihrem historischen Charakter so ganz entsprechend sind, und ob der Stil,ö'"»al im Anfange, so ganz durchgebildet ist. „Stello, ou Iss äisdlss blsus""nd „Ssrvituäs et granäeurs militsirss", zwei Bände in Form von Erzählungen,shthalten jeder drei Geschichten. „Stelln" schildert die Dualen des Dichters, des Ver-aaßencn der sittlichen Weltordnung; „Lsrviluäs" die Leiden des Soldaten, des Knechts7." bürgerlichen und gesellschaftlichen Lebcnsverhältnisse. Die Grundidee ist, wie man'"ht, dieselbe wie bei „dloise" und „voloriäa". In jenen beiden Bänden hat>'ch Alfred de Vigny bedeutend weiter durchgearbeitet. Er ist Herr seiner Federhat die Worte in seiner Gewalt. Der Stil verwickelt sich nicht in schleppende»erioden. Vielleicht hat der Dichter hier das entgegengesetzte Extrem nicht ganz""mieden und ist in etwas Koketterie gefallen. Entschiedener Anhänger der drama-