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Mexico und Mittelameriku.
endliche Ergebniß hiervon war, nach langen innern Zwistigkeiren und Blutvergießen,»ach manchen friedlichen Versuchen und momentanen Verständnissen, die Trennungder Republik in mehre selbständige Staaten, welche sich gegenseitig mit neidischenAugen ansehen und immer bereitstehen, einander zu befehden. Im Jahre 187,8 tratder föderative Congrcß zum letzten male zusammen, und ein selbstmörderischer Auf-lösungsproceß wurde in wenigen Jahren vollendet. Anstatt der Vereinigten Staatenvon Mittelamerika haben wir jetzt fünf souveräne Staaten: San-Salvador, Guate-mala, Honduras, Costa-Nica und Nicaragua. Es wurden seit der Zeit mehre Ver-suche gemacht, um die Konföderation wiederherzustellen, so namentlich 1851; sie sindaber ohne praktischen Erfolg geblieben.
V. Die Republik Guatemala, Balizc und die belgische Colonie Santa-Lomas.
Die reactionäre Geistlichkeit stand hinter allen den Unruhen, hinter all demBlutvergießen während der furchtbaren Jahre von 1852 — -10. Die Unwissenheitdes Volks, namentlich der Indianer gab ihr die nöthigen Mittel an die Hand. Alsdie Cholera 1855 zum ersten male in Mittelamerika erschien und die Einheimischenin Masse hinraffte, ward hier wie in so vielen andern Ländern verkündet, die Krank-heit sei eine Gottesstrafc, gegen das Volk geschleudert, welches die Beeinträchtigungder väterlichen Religion und die Ansiedelung ketzerischer Fremden gestatte, die über-dies die Brunnen vergiften. Da erhoben sich die Indianer, ermordeten die Ärzte undalle durch Wissenschaft und Bildung Hervorragende, namentlich die Fremden. BeiEinrichtung des öffentlichen Gerichtsverfahrens weigerte sich die Menge als Geschworenesitzen und jagte die Richter davon, welche auf dem Grunde des eingeführtenGesetzbuchs (des berühmten amerikanischen Rechtsgclehrtcn Livingston) die Gerichts-verfassung ordnen wollten. Aus allen den Hetzereien und Wirren entstand zuGuatemala ein förmlicher Racenkricg (1857), in welchem sich bald ein Häuptlingan der Spitze der Indianer bemerkbar machte, um den sich schnell alle rcaciionärcn,servilistischcn Tendenzen scharten. Nafacl Carrcra, so heißt der Mann, ein Ladino,h. ein Mischling der kaukasischen und amerikanischen Nacc, seines Geschäfts einSchweinehirt, der weder lesen noch schreiben konnte, ragre durch entschlossenes tüch-tiges Wesen derart aus den, rohen wilden Haufen empor, daß sie ihn zum Fübrcrwählten. Bei dem ersten siegreichen Treffen, welches die Meuterer zu Sta.-Rosa(9. Juni 1857) lieferten, zahlte Carrcra blos 20 Jahre. Beide, Mvrazan undCarrcra, sind Söhne der Revolution, Beide haben die unumschränkte Macht, zu dersie gelangten, blos sich selbst zu verdanken; sie sind aber in allen andern Beziehun-gen entschiedene Gegner, sie bilden die Repräsentanten der kämpfenden Naccn, derseindlichen Parteibestrebungen ihres Vaterlandes. Mvrazan ist der Repräsentant derMenschlichen Thätigkeit und des Fortschritts nach dem Geiste und den höher» mensch-"chcn Bedürfnissen dieser und aller Zeiten; Carrcra ist der Repräsentant des viehi-schen Müßiggangs des Jndianerlebens, der rcactionärcn klerikalen Verdummung undJesuiterei. Haben doch Mönche und Pfaffen, aus seinen Namen hindeutend,verkündet, Carrcra stände unter dem besondern Schutze des Engels Nafael, welcherch» allenthalben hinbcglcite, um die Ketzer, Liberalen und Fremden, gleichwie ehe-mals mit Kananitern geschehen, auszurotten vor dem Angestellte des Herrn der Heer-scharen. Sie ließen mitten in der Kirche, in Gegenwart einer großen Indianer-versammlung, einen Brief herabschwcben, geschrieben von der Hand der gebenedeitenGottesmutter Maria, welche ihren lieben Sohn zum Führer des auserwähltcn Volks^"setzte, um dem ruchlosen Getriebe der föderativen Partei ein Ende zu machen,^ immer noch eine Restauration erhoffe, solange Mvrazan lebe. Die Ermordungorazan's gehörte nämlich zu den sehnlichsten Wünschen der ganzen reactionäre-Partei. Und bald genug ward sie in den Stand gesetzt, diesen ihren Wunsch"°>chc„. Mvrazan war, nachdem er mehre Treffe» verloren, mit einem Ha-Getreuer (1840) nach Valparaiso entflohen, kellrte aber zu seinem Unglücke
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