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Eilfter Band.
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Merico und Mittelamerika.

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Dieser liberalen Bestimmungen, dieses geschriebenen Buchstabens ungeachtet liegendie Geschicke des Landes doch großentheils in den Händen weniger begüterter undunter sich verschwägerter Familien. Die Satzungen des Grundgesetzes sind, gleichwiein so vielen andern constitutionellcn Staaten der Alten wie der Neuen Welt, mehrfromme Wünsche a)s Wirklichkeiten. Die Zwisiigkciten und ewig wiederkehrendenWirren drehen sich, so schön klingende Reden auch dabei gehalten werden, großen-thcils um persönliche Vortheile, um gemeinen Ehrgeiz, nicht selten sogar um Raubund Plünderung. Kaum wären diese fruchtlosen Revolutionen und die nichtigen Be-wegungen jener mittelamcrikanische» Lander der Aufmerksamkeit des Denkenden werth,würden sich an sie nicht vermöge ihrer Lage die wichtigsten Interessen des Weltver-kehrs und der Civilisation knüpfen.

Zu Nicaragua standen vom Beginn seiner staatlichen Selbständigkeit und stehenimmer noch, nach all den wiederholten mannichfachen Revolutionen und Kämpfen,öie beiden Parteien, die von Leon und Granada, feindlich gegeneinander. Sie brin-gen unsägliches Elend über das Land- Die Leoniner nennen sich Demokraten! ihrHaupt ist Präsident Castillon. Die Granadier heißen sich Legikimisten; ihr Hauptwar Präsident Chomvreo, welcher vor kurzem gestorben ist. An seine Stelle sollGeneral Franco Orkega getreten sein. Die Leoniner, welche ini März 1855 einegroße Niederlage erlitten, suchten jetzt durch Anwerbung von Flibustiern ihre Umständeiu verbessern. Castillon hatte einem gewissen Byron Cole 52000 Morgen Land ohnealles Entgelt gegeben, unter der Bedingung, daß er 500 Ansiedlersamilien ins Landbringe.- Es sollten nämlich unter dem Scheine dieses Namens Soldaten nach Ni-karagua gezogen und mit dem Heere Castillon's vereinigt werden. Cole übertrug^ ganze Geschäft dem Flibustierhäuplling Walker in San-Francisco, bekannt durchstine» s^g» erwähnten Abenteurerzug nach Sonora in Mexico. Walker trat, wie^ .hieß, mit Kinney, einem ähnlichen angelsächsischen Abenteurer, in Verbindung,^eide wollten zu gleicher Zeit in Nicaragua landen, der Eine zu Sän-Juan im>-nden (San-Juan del Sur, am Stillen Ocean), der Andere zu San-Juan imorden (San-Juan del Norte, von den Engländern Greytown genannt, in der^afenbucht des Anlillenmecres), um so die Macht der Regierung zu theilen undIichcrer zu brechen. Kinney, durch die Blockade seines Fahrzeugs von Seite» der"nionsregierung, dann durch Schiffbruch vorderhand zurückgehalten, konnte nichtbestimmten Zeit eintreffen.! die schwere Aufgabe, mit einer Handvoll Leute ein ihmEndlich gesinntes Land zu erobern, blieb Walker also allein überlassen. Dieser,Ealifornien herabkommend, landete am 14. Juni 1855 zu Realejo mit bloso? und zog im Verein mit einer Truppe von 150 Soldaten, welche die Re

c^"ng (der sogenannten Demokraten) zu Leon ihm zu Hülfe gesandt hatte, gegen^bas, eine Stadt von 55000 Einwohnern. Die Bürgerwehr griff hier zu den"nd focht mit großer Tapferkeit. Ein Theil der „Aankeeräuber" wurde ge-^ ein anderer floh gegen Costa-Nica, wo ihnen ebenfalls eine feindliche Bevölke-'"g entgegentrat.

z» gegen die Freibeuter, gegen die Amerikaner, gegen die Regierung

^i-^lhington, von welcher man glaubte, sie hätte die Invasion begünstigt, warw°Erordentlich im Lande. „Es handelt sich", so lauten die Worte des Generalswrdicia in einer Ansprache an die Bevölkerung und die Armee von Nicaragua,Besitzthum, um eure Nationalität. Wir wollen, wir müssen unsere ley-,,ich Zapfen Blut vergießen, damit unser Vaterland nicht von der Erde verschwinde,l>Urck kingejochr werde am Karren des unverschämtesten Freibeuterthums, gezogen^"ige gewissenlose Söhne in unserm eigenen Lande." Alle Papiere, die Mu-ll^" biete H^e Walker's und seiner Leute sielen in die Hände seiner Gegner.

Andern, ersah man aus diesen Schriften, daß mehre der sogenannten AttachesWär,"°Eda»>erikanischen Gesandtschaft in Nicaragua bei dem Unternehmen betheiligt' Auch fanden sich viele von Walker, als dem Agenten Bvron Cole'S. un-^ Gegenwart. XI. -14