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Eilfter Band.
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Mericv und Mittelamnika.

Auch dieser Vertrag hat, und zwar nicht blos in der Union, sondern auch inden Staaten Mittelamerikas selbst großen Widerspruch gefunden. Dort verlangteman, Großbritannien solle nicht blos die Mosquitoküstc, sondern alle seine Besitzun-gen in Mittelamerika aufgeben. Dies sei der Sinn und die Tragweite des Eramp-ton-Webster-Vertrags. In London dachte man natürlich nicht daran. Im Gegen-theile, die Engländer erneuerten in einer königlichen Proklamation (17. Juli 1852)ihre alten Ansprüche über die sogenannten Navybaiinseln, Noatan, Bonacca, Utillaund andere und stellten dieselben unter den Statthalter von Balize. Hiermit, hießes hierauf im Senate und im Repräsentantenhaus« zu Washington, seien die zweiletzten Verträge vollkommen gebrochen und als nicht geschlossen zu betrachten. An-dererseits widersetzten sich die verschiedenen Staaten Mittelamcrikas. „Wer hat", sösprachen sie mit gutem Grunde, „ Großbritannien und der Union das Recht gegeben,über uns zu verfügen, die Länder auszutheilen, Grenzen festzusetzen, unser Zoll- undMauthwescn zu ordnen, ohne auch nur zu gestatten, daß wir bei den hierüber ge-pflogenen Unterhandlungen eine mitbcrathendc Stimme hätten?" Nicaragua selbst,welches dies verlangt hatte, ward in unartiger Form zurückgewiesen. Vvm Congrcfsedieses Staats erging deshalb (19. Juli 1852) ein Beschluß, wonach der Cramptvn-Webster-Vertrag zurückgewiesen und gegen jede Einmischung fremder Staaten in dieinnern Landcsvcrhältnissc Protest eingelegt wurde. In diesem sowol nach außen wienach innen ungeordneten Zustande ist Mittelamcrika seit dieser Zeit verblieben. Untersolchen Umständen ist, bei dem modernen Flibustierthum und dem übergreifenden We-sen der Vereinigten Staaten, ein überdies schwaches Land allen Willkürlichkeiten undZufallen ausgesetzt. Hiervon zeugte zuvörderst die Beschießung und Vernichtung der^radt San-Juan (Greytown).

Man kennt die Bedingung in dem Vertrage zwischen Nicaragua und der neu-yorker Aktiengesellschaft zur Herstellung eines Schiffskanals von» Atlantischen zumStillen Ocean, daß die Vorarbeiten hierzu innerhalb der nächsten 12 Monate be-ginnen sollten. Die Compagnie ließ auch während der Jahre 1819 und 1850 dieganze Gegend, den I-i englische Meilen breiten Isthmus zwischen dem Nicaraguaseeund dem Stillen Ocean, den See selbst sowie den daraus fließenden Strom San-Juan mittels eines Ausschusses unter dem Vorsitze des Obersten Childe genau durch-forschen. Das Ergebniß der bekannt gemachten Arbeiten geht dahin, die Grabungeines Kanals von 17 Fuß Tiefe und solcher Breite, daß zwei Schiffe nebeneinandervorbeifahren können, sei keinen unüberwindlichen Schwierigkeiten unterworfen; dieAusführung werde aber bedeutendere Stimmen in Anspruch nehmen, als diejenigenswd, über welche die Compagnie verfügen könnte. Hierauf wurden alle wettern Är-gsten ^,r Herstellung eines Schiffskanals unterlassen und der ganze Plan vorder-hand wenigstens aufgegeben. Die Gesellschaft ging jetzt darauf aus, einen neuenVertrag einzugehen, wodurch sie die Vortheile, welche der Durchzug den ReisendenCalifornicn gewährt, genießen und ihre erworbenen Rechte für die Zukunftsichern könnte. Dies Alles ist durch eine neue Übereinkunft mit der Regierung zu Ni-karagua (19. Aug. 1851) erzielt worden. Die frühere Ackiengescllschaft zur Her-stellung einer zwischcnoceanischen Wasserstraße ist hiermit der Verpflichtung enthoben,Kanal auszuführen; sie nimmt dagegen den Namen Tiansttgescllschaft an und behält>e mittels des frühern Vertrags erworbenen wichtigen Sonderrechte. Sie allein besitzt

Recht Eisenbahnen zu bauen, Straßen anzulegen, Kanäle zu graben und alle^Wässer des Landes zu befahren mit Dampfern oder andern Fahrzeugen, und zwarUnfalls auf den Zeitraum von 85 Jahren. Nicaragua lag zu der Zeit, wo derertrag abgeschlossen wurde, wie gewöhnlich im Bürgerkriege; die eine Partei regierteGranada, die andere zu Leon. Mit der erstem ward dieser, durch Bestechungen'"v allerlei Zusagen erlangte, für Nicaragua so nachtheilige Tractat abgeschlossen. Dies-artei in Leon protestirte alsbald dagegen, aber fruchtlos. Die Granadier behaup-tn sich, und die Transitgesellschaft blieb und bleibt im Besitze ihrer außerordent-chen Sonderrechte.