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Eilfter Band.
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Merico und Mittelamerika.

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achkung; es schien sogar als ob der Präsident Picrce das Unternehmen begünstige.Indessen fand sich die Regierung der Union doch endlich bewogen, gegen die Häup-ter der Expedition auf gerichtlichem Wege hindernd einzuschreiten, sei es daß Eng-land energische Vorstellung machte, oder daß man irgendwie eine Verletzung vonPersonen oder Interessen fürchtete. Der kühne Kinncy wußte jedoch den Maßregelnder Behörden zu entschlüpfen, machte sich mit den Seinen auf den Weg und lan-dete nach mannichfachcn Abenteuern mit einer Abtheilung seiner sogenannten Aus-wanderer am 16. Juli 1655 zu San-Juan del Norte (Greytown). Andere'seinerGenossen folgten und folgen. Unter den verschiedenen zur „Kinney-Colonisaiivns-Gescllschaft" gehörigen Gegenständen brachte man auch eine Buchdruckerpresse mitallem Zubehör von Typen und Papier herbei, ganze Kisten mit Büchern, Anfängezur Errichtung einer öffentlichen Bibliothek, und geschäftskundige Leute zur Heraus-gabe und zum Druck einer Zeitung. Zugleich erschien auch eine Dame aus Neu-york, die Hcrausgeberin des Tageblatts „ämsrio-m ZgntiimI". Allerlei Sämereien undPflanzen wurden außerdem ausgeschifft, „mit welche» der Oberst Versuche anstellenwolle auf denjenigen Ländercien, worauf er vermöge der Zeugnisse, welche er näch-stens vorzulegen gedenke, rechtmäßige Ansprüche besitze". Der Patentcommissar derVereinigten Staaten wünschte unter solchen Umständen einen Bericht über den Er-folg, „damit man in Erfahrung bringe, wofür der Boden und das Klima jenesLandes geeignet wären". Andererseits ließ aber auch die amerikanische Transitgescll-schaft eine Anzahl gemietheter Söldlinge, Ungar», Polen und Deutsche, sammt Mu-nition nach Nicaragua bringen. Die Transitgesellschaft mistraut nämlich Kinncy undseinen Planen: sie fürchtet von dem Gelingen der Flibusticrplane eine Schmälcrungihrer Interessen. Die Parteigänger des Kinney und Walker hingegen beschuldigengerade die Gesellschaft eroberungssüchtiger Plane. „Die Transitgesellschaft habe sich dieenglisch-ostindische Hansa zum Muster genommen. Sie sende Truppen nach Mittel-amerika, helfe nach Belieben dieser oder jener der streitenden Factioncn, um am Endeselcht die Herrschaft zu gewinnen."

Die Regierung zu Granada haßt die eine wie die andere Partei der Eindring-linge; ihr kann eS gleichgültig sein, ob sie sich lieben, ob sie sich hassen, zielen siedoch alle dahin, die Herrschaft über Land und Leute an sich zu reißen. In ihrenNöthen suchte sie die Vaterlandsliebe, die Anhänglichkeit des Volks am angestamm-ten Glauben als helfende Mächte aufzurufen. Das „Iloieliu otlwiui" von Granadabrachte am 11. Juli 1655 einen heftigen Leitartikel gegen Walker wie gegen Kinneyund die sogenannte demokratische Regierung zu Leon. Diese werden sämmtlich alsFeinde der spanisch-amerikanischen Nace bezeichnet, ihrer Religion, ihrer Freiheit und"nabhängigkeit. In einem amtlichen Schreiben an die Geistlichkeit (11. Juli 1655)heißt es von jenen Männern, daß sie die heilige Religion des einzig Gekreuzigtenvernichte» und an deren Stelle einen scheußlichen Glauben einführen wollen. „.DieseHäuptlinge, sämmtlich Feinde der heiligen römisch-katholischen Kirche, gedenke», wennne die Herrschaft über unser Vaterland erringe», das Heiligthum der Heiligen zubeschmuzen; sie werden ihre Orgien in den Gotteshäusern halten. Sie wollen einenvv» unserer heiligen Muttcrkirche verdammten Glauben einführen, unsere Seelen undtt Seelen unserer Kinder vergiften und sie unrettbar der Hölle zuführen. Derttftiichkeit geziemt es vorzüglich, die Einwohner über die Gefahren aufzuklären, sieoge das Volk auffodern, daß es sich wie Ein Mann erhebe und zu den Waffendie Feinde ihres zeitlichen und ewigen Wohlergehens niederzuschlagen,hrgeiz u„d Habsucht sind die Beweggründe, welche jene Männer zu Versuchen an-eiben, ob sie nicht die Herrschaft über Nicaragua und ganz Mittelamerika gewinnenw'tcn. Sollten sie ihr Ziel erreichen, so werden sie dieses Erbtheil Christi zu einemaubwesen umgestalten für Menschen, welche weder Gott fürchten noch seine heiligenMomente anbeten."

sick ließ sich jedoch durch diese und andere Reden nickt beirren. Er baute

- Haus zu San-Juan — das schönste im Orte —, zog Gesellschaft herbei