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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

Eier, mit kiesclharter Schale, deren Fragmente, sonderbar gestaltet, ebenfalls zuden Spongolithen gerechnet werden , außerdem hat man aus ihnen frei bewegliche Kör-per auscretcn gesehen, die auch zur Fortpflanzung dienen; bei einzelnen Seeschwäm-men sah man einen Wasserstrom durch die Poren ihres Gewebes in bestimmter Rich-tung ein- und austrcten. Sonst hat man nichts an ihnen beobachtet, was sie mitSicherheit zu Thieren oder zu Pflanzen stempelte; und da sie ohnehin wenig In-teressantes darbieten, so ist es gekommen, daß sie meist von den Botanikern fürThiere, von den Zoologen für Pflanze» erklärt wurde» — weil eben Niemand sichgern mit ihnen befassen wollte. So finden wir die Schwämme in der Regel wederin den zoologischen noch in den botanische» Systemen aufgenommen, gleich jenenunentschiedenen Seelen bei Dante, die zwischen Himmel und Hölle umherirren, weilsie weder in dieser noch in jenem Aufnahme finden konnten. Sollen wir selbst unsein Urtheil erlauben, so glauben wir vorläufig wenigstens Das gefunden zu haben,daß die Schwämme nicht ins Pflanzenreich gehören, daher wol Thiere sein müssen.Wir kennen keine Pflanze, die nicht deutlich aus Zellen bestände; bei den Schwäm-men aber ist die Zcllcnstruckur überhaupt problematisch; jedenfalls find es keinePflanzenzcllen, aus denen sie anfgebaur sind Die contraclile, nnt flimmernden Wim-pern versehene Substanz, in die die Schwämme sich nach den Beobachtungen vonDujardin, die neuerdings auch von englischen Beobachtern bestätigt wurden, auflösen,widerspricht Allem, was wir von Pflanzcnstructur wissen. Gegen dieses Moment tretendie Gründe, die man sonst für die Pflanzennatur der Schwämme aufstellt, zurück.

Ehrcnberg'S Ansichten. Empfindung und Bewegung der Pflanzen und Thiere.

Schon aus diesem einzelne» Fall ersieht man, wie wichtig und nützlich es wäre,wenn wir ein Merkmal auffinden könnten, welches jedes zweifelhafte Geschöpf mitSicherheit als Thier oder als Pflanze ausweist. Leider geht eS niit den bisher zudiesem Zweck zwischen Thieren und Pflanzen ausgestellten Unterschieden wie mir denmeisten allgemeine» und theoretischen Definitionen: sie gelten nur da, wo man auchohne sie sich zurechtfindet, und lassen augenblicklich im Stiche, wo man ihrer wirk-lich bedarf.

Leicht und einfach wäre die Sache freilich, wenn es sich wirklich so verhielte, wieEhrenbcrg, der bedeutendste Forscher der Neuzeit im Gebiete der mikroskopischen Welk,es darstellt. Er geht von der Anschauung aus, daß Pflanzen und Thiere zwei ab-solut verschiedene Schöpfungsreihcn sind, die sich nirgends nähern, nichts miteinan-der gemein haben. Und zwar gebe es fünf Systeme von Organen, die alle Thiereohne Ausnahme besitzen und die allen Pflanzen ohne Ausnahme fehlen: das ^nahrungssystem, das Circulationssystem, das Fortpflanzungssystem, das Bewegung»"systcm und das Empfindungssystcm. Diese fünf Systeme gehören zum Begriff eineThieres und müssen daher bei allen Thieren vorhanden sein, vom Menschen bisInfusorium; und wenn wir bei letzter» nicht alle Organe finden, so liegt es nur dars>'-weil dieselben zu klein und unsere Vergrößerungen nicht stark genug sind, um dien.den sichtbar zu machen; mit der Verbesserung der Mikroskope würden sie dM'^»och sämmtlich entdeckt werden.

Der größte Theil der heutigen Naturforscher schenkt jedoch diesen Voraussah'gen keinen Glauben, hält die Infusorien für weit einfacher organisirt alsberg es voraussetzt, und leugnet die Existenz aller dieser Organe, die nochhabe sehen könne«. Auf keinen Fall könnte der Ehrenberg'schc Satz dazu d'^llein mikroskopisches Geschöpf als Thier zu legitimiren; denn man muß in» Gss^ Merst vorher wissen, in welches Naturreich ein zweifelhafter Organismus gehös^ ^derman darüber ein Urtheil fällen kann, ob man einen Theil desselben als ^

als Zclsiern, als Wassertropfcn oder als Magen, als Falte oder als Muskel-Körnchen oder als Auge zu deuten habe. . ^

Die meisten in älterer Zeit aufgestellten Unterscheidungsmerkmale berücksicl't'Snur der höher» Geschlechter des Thier- und Pflanzenreichs, die freilich weit