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Die mikroskopische Welt.
sind bei den nieder» Thiere» Wille und Zweck in engerer Sphäre befangen als beiden höhern, meist nur auf den Genuß des Lichts, der Luft und der Nahrung sowieauf die Fortpflanzung bezogen. Unter diesen Bewegungen sind diejenigen, welcheder Fortpflanzung und dem Athmen dienen, allerdings nicht ausreichend, um Thierund Pflanze zu scheiden; denn auch die Pflanze dreht sich nach dem Licht; auch dieBlütentheile zeigen Bewegungen, oft sehr auffallende; wir können es diesen Bewe-gungen nicht immer mit Sicherheit ansehen, ob sie willkürlich sind oder blos auto-matisch. Aber im Bereiche der Ernährung ist die Willkür thierischer Bewegungscharf ausgesprochen. Wenn wir ein Geschöpf, sei es auch noch so klein, einem an-dern nachjagen, es durch alle Windungen verfolgen, endlich einschlingen, kauen undverdauen sehen, so werden wir nicht daran zweifeln, daß ein bewußter Zweck seineBewegungen bestimme, daß wir also ein Thier vor uns haben. Nie zeigt einePflanze Bewegungen dieser Art, welche dazu dienen, ihre Nahrung zu erhäschen;nie frißt eine Pflanze.
Gibt es aber nicht auch Thiere, welche ebenso wenig wie die Pflanzen Be-wegungen zum Zweck der Nahrungsaufnahme vollführen? Es liegt auf der Hand,daß die oben geschilderten willkürlichen Bewegungen nur bei solchen Thieren nachge-wiesen werden könne», welche wirklich fressen, das heißt, welche feste Nahrungs-stoffe genießen und dieselben mit Hülfe eines Mundes in sich aufnehmen. Ma»hat allerdings behauptet, daß diese Eigenschaft allen Thieren zukommen müsse; nament-lich Ehrenberg hat erst neuerdings wieder als einen der Bausteine seines Systems,die schon fest auf dem Grunde liegen, und nur allmalig nachgebildet und geformt,aber nicht mehr beseitigt und erschüttert werden können, den Satz ausgesprochen'alle Thiere ohne Ausnahme, bis hinab zur kleinsten Monade, ernähren sich von festenStoffen, die durch eine Mundöffnung in innere Räume (Magen) aufgenommenwerden; niemals aber eine Pflanze.
Es schließt sich diesen Sätzen eine Lehre a», welche von anderer Seite, näm-lich von den Chemikern aufgestellt, und namentlich von Liebig in einflußreiche"Weise durchgeführt worden ist. Die Pflanzen sind nach dieser Lehre die chemischenLaboratorien für den Haushalt der Natur; es ist ihre Bestimmung, die einfachste"-unorganischen Verbindungen, wie sie in Lust und Wasser sich finden, in zusammen'gesetzte organische Produkte umzuwandeln. Sie nehmen daher nur solche Rohstenauf, welche sich auch außerhalb eines Organismus von selbst in der Natur bilde'können, lauter sogenannte binäre Verbindungen, die nur aus zwei Elementen besthen, von gasförmiger oder flüssiger Gestalt: Kohlensäure, Wasser, Ammoniak,petersäure, Alkalien, Kiesel, Kalk und verschiedene andere mineralische ErdenSalze; sie bereiten aus ihnen in der Höhle ihrer Zellen solche Stoffe, die wir 1^.ter im Inhalt derselben nachweisen können: Holzfaser, Zucker, Stärke, Ei>^!Farbestoffe, Öle und Alkloide. Niemals aber genießen die Pflanze» Stoffe, die st^in der Werkstätte eines organischen Wesens verarbeitet waren, am wenigstenwelche durch die geschlossenen Wände der Pflanzenzellen gar nicht hindurchkö""^,§Die Thiere dagegen verstehen die Kunst nicht, auS den elementaren Rohstoffen- ^Kohlensäure und Ammoniak die Bestandtheile ihres Körpers zu erzeugen; so"^^,n>smüssen dieselben fertig oder wesentlich vorgearbeitet aus einem andern Orga^^gdentnehmen, um sie alsdann durch den Verdauungsproccß in ihr eigen Fl^ ,,he»,Blut umzuwandeln. Die Thiere können daher nicht von Luft und Waffe" §,uchwelche die einzig^ Nahrung der Pflanzen sind; die Thiere müssen Pflanzen "b" ^ zuandere Thiere todten und ihnen mit Gewalt die Stoffe entreißen, die sie ' ^ be-ihrer Ernährung bedürfen. Daher müssen sich auch die Thiere von der . ^ga-wegen können, um ihre Nahrung aufzusuchen; und da diese größtenthe'^ ^.sitzen,nisirter fester Gestalt auftritt, so müssen sie eine Öffnung in ihrem Körper ^zstereinen Mund, durch welchen die Nahrungsstoffe aufgenommen werden, "w zuin einem innern, dazu bestimmten Körperteile, im Magen, verarbeitet, ver ^werden. Die Pflanzen dagegen brauchen sich nicht zu bewegen; denn die