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Eilfter Band.
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Die mikroskopische Welt.

und beigelegt sein werden? Oder wird der ganze Streik vielleicht gar um eine Chi-märe geführt? Gibt es vielleicht gar keine Grenze zwischen Thieren und Pflanzen?Rühren vielleicht die großen Ähnlichkeiten, die wir an den mikroskopischen Organis-men, den sogenannten pflanzlichen wie thierischen, wahrnehme», davon her, daßdieselben eigentlich weder Thiere noch Pflanzen sind, sondern einem Zwischenreichangehören, das den Übergang zwischen den beiden Hauptreichcn vermittelt?

Die letztere Ansicht wurde namentlich von solchen Naturforschern gehegt, diedaran verzweifelten, den Knoten, in welchem die Verwandtschaften der mikroskopi-schen Organismen durcheinandergewirrt sind, in einfacher Weise zu lösen, und die ihndeshalb kurzweg zerhieben, indem sie das Reich der mikroskopischen Geschöpfe füreine ganz besondere Welt erklärte», in welcher die scharfen Charaktere, welche diehöhern Thier und Pflanzenformcn trennen, noch nicht zur Entwickelung gekommenseien; daher sei jedes mikroskopische Geschöpf ebenso gut Thier als Pflanze undvereinige Merkmale aus beiden Reichen; nur in verschiedenen Lcbensepochen tretebald dieses bald jenes Moment mehr hervor, dann scheine es, als ob sich ein Thierin eine Pflanze verwandle, oder als ob umgekehrt aus einer Pflanze ein Thier her-vorgehe; die lebendigen Principien vom Thier- und Pflanzenreich, die Thier- unddie Pflanzenscele seien eben in diesen Geschöpfen noch verbunden. Daher bezeichneteein französischer Forscher, der diese Ansicht am schärfsten aussprach, Bory t>cSt.-Vincent, das mikroskopische Zwischenreich als Reich der Doppelseelen, oderi-oguo ps^oluxliairs, wie er sich mit sehr schlechtem Griechisch ausdrückte. DieseAnschauung hat jedoch wenig Beifall gefunden; denn statt die Schwierigkeiten, dieeiner scharfen Begrenzung der Naturreiche entgegenstehe», zu heben, verdoppelt siedieselben nur, da nun ebenso die Grenzen des mikroskopischen Zwischenrcichs gegc»die Thier- und Pflanzenwelt festgestellt werden müßten.

Nach unserer Überzeugung stellt sich das Verhältniß der Thiere zu den Pflawzen so dar, daß ihre charakteristischen Differenzen um so schärfer auseinandertreke»,je höhere Formen wir vergleichen, daß dagegen beide Reiche sich umsomehr nähern, sitiefer wir in ihrer Organisation hinabsteigen. Wir glauben nicht, daß EhrenberSRecht hat, wenn er die Monade vom Prokoccus ebenso weit abstehen läßt lvie be"Bären von der Eiche. Im Gegentheil halten wir die mikroskopischen Pflanzen de''mikroskopischen Thieren näher verwandt als diese etwa den Säugethicren, jene dchöchsten Dikotylcdonenpflanzen sein mögen.

Trotz dieser Annäherung würde sich eine scharfe Grenze zwischen beiden Reichsziehen lassen, wenn alle Thiere einen Mund besäßen, oder wenn wir das Rechtten, das einige Naturforscher sich angemaßt, diejenigen mikroskopischen Forme»/des Mundes entbehren und keine feste Nahrung aufnehme», ohne Ausnahme i'Pflanzen zu erklären. Da dies jedoch unserer Überzeugung nach nicht angeht, so «Ewir uns mit dem Sahe begnügen, daß die mundlosc» Infusorien und die Mikroskopie^Pflanzen in gewissen Entwickclungszuständen einander äußerst ähnlich werden,beide nach einem und demselben Plane gebaut scheinen lind daher ein durchgrem'^^Unterschied augenblicklich säst unmöglich ist. Dennoch glaube» wir, daß bereits im.^,sen einfachsten und niedersten Organismen sich die thierische Natur dann aussp ^,iwenn dieselben contractil sind, die pflanzliche dann, wenn die Membran ihrer ^erweislich aus Holzfaserstoff besteht. In den sehr wenigen Gattungen, wo diest ^affzeichen uns i„, Stich lassen, gibt die Entwickelungsgeschichte oder die Verwarf zur

den Ausschlag; wo auch diese nicht ausreichen oder nicht bekannt sind, da haben

Zeit unmöglich zu entscheiden, ob wir ci» Thier oder eine Pflanze vor

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Dies ist Z- bei den Schwämmen, den Kranzthierchen (pei-uliinuw)' ' ^asglaube auch bei den Bacillarie» der Fall. Der Mensch oder die Mimose,^

sonst wir für d c höchste Pflanze halten wollen, sind nur die beiden ^"^Ab g,i

Reihen, die von Einem Punkw aus nach entgegengesetzter Richtung laufen-^

diesem Jndifferenzpunkt wirklich ein Organismus stellt, der also ßtnau v ^zwischen Thier und Pflanze hielte, wissen wir nicht; aber alle Geschöpfe t»e

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