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Eilfter Band.
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Die östreichische Monarchie.

Hutweide zu dienen, oder um den Feldern die nöthig geglaubte Nutze zu gönnen)und vorübergehend die Aufhebung der Frohndienste, worauf wir später zurückkom-men, die Schuld tragen. Der Ertrag der Felder läßt sich bei besserer Behandlungmindestens auf das Doppelte der gegenwärtigen Production bringen. Das wichtigsteBodencrzeugniß ist der Mais oder Kukuruz, welcher nach der Landessitte die Haupt-nahrung der, infolge der strengen griechischen Kirchensasten großcntheiis auf Pflanzen-kost angewiesenen Bevölkerung bildet. Die Fechsung des Jahres 1851 betrug 1,200000Metze», wozu aber, um den inländischen Bedarf zu decken, noch 85000 Mehen ausder Moldau und aus Bessarabien eingeführt werden mußten. Nach dem Maiskommt der Hafcrbau (320000 Mehen) am meisten in Betracht; unbedeutend ist dieRoggen- und Weizencultur. Früher ging der bukowinaer Weizen vermahlen nach derMoldau und bis nach Odessa, gegenwärtig, und zwar wegen der auf den großenDominien zurückgegangenen Feldwirthschaft, wird die Moldau aus Bessarabien undPodolien mit Weizenmehl versehen; die Bukowina selbst aber führte für den eigenenBedarf 22000 Mehen ein. Den Kartoffclbau kennt man erst seit 30 Jahren; imAnfange des vorigen Jahrzchnds wurden beinahe zwei Millionen Mehen, meist zur Ge-winnung von Branntwein eingebracht. Die seit dem Jahre 1842 immer ausgedehn-ter um sich greifende Kartoffelkrankheit hat jedoch im Laufe von fünf Jahren (1846— 51) die Production um 80"/» vermindert. Vielversprechend sind die erst in denletzten Jahren angestellten Versuche mit dem Anbau des Krapps, der Webcrkardeund des Tabacks. Bezeichnend für die Agriculturzustände der Bukowina ist insbeson-dere das Überwiegen des Graslandes über das Acker- und Gartenland. Währendman in der Regel 80 Joch Grasland auf 100 Joch Acker- und Gartenland rech-net, entfallen in der Bukowina 168 Joch Grasland auf 100 Joch des letztgenanntenGrundes. An dem Graslande selbst haben noch überdies die Weiden mit 44Antheil.

Ist auch in der serbischen Wojwodschaft und dem Banat die Feldwirthschaftgleichfalls zahlreicher Fortschritte fähig und bedürftig, so vermag doch nichts dienatürliche Fruchtbarkeit dieses außerordentlich gesegneten Landstrichs zu stören. DerBoden ist durchgängig von so vorzüglicher Güte, daß es mit Ausnahme einigerSandflächen in der Bacska und der Gebirgsgegenden im Banate keiner Düngungbedarf. Die produktive Bodcnfläche wird auf 4,418000 Joch geschätzt, wovon2,260000 auf Acker, 060000 auf Wiesen und Weiden, 225000 auf Weingärten,55000 auf Hausgärten und 950000 auf Waldungen entfallen. Die jährliche Pro'duclion berechnet man auf 10 Millionen Mehen Getreide, darunter über 3 Millio-nen Mehen Weizen; ferner auf 3 Millionen Eimer Wein und 1 Million Klaft^Holz. Schon gegenwärtig bildet das Banat die Kornkammer Östreichs. Ohne bi<Zufuhr von ungarischem und namentlich banater Getreide nach Böhmen (im Iah'*1851: 96600 Centncr, im Jahre 1852: 380000 Centner) wäre hier nach derernte des Jahres 1851 ohne allen Zweifel die bitterste Hungersnoth eingetret^-Nach Vollendung des ungarischen Schienenweges wird die kommerzielle Wichtig^'des neuen Verwaltungsbezirks in unberechenbarer Weise steigen. Von tüchtigerbenskraft ist auch die Seidencultur im Banat. Bereits im 17. Jahrhundert w»r-den durch den Italiener Passardi Versuche mit der Scidenwürmerzucht in Ungarangestellt, in neuerer Zeit von einzelnen ungarischen Adeligen großartige Anstaltzur Hebung der ungarischen Seidencultur veranstaltet (des Grafen Szeche'nyi Maubecrgarten zu Zinkendorf im ödcnburger Comitat mit einer Million Bäumen); do^wahrhaft heimisch und gewinnrcich wurde sie bisjetzt nur im südlichen Ungar»,der heutigen Wojwodschaft und dem Banat. Mehr als die Hälfte der gesammGaletten (vor der Revolution beinahe 300000 Pfund) entfallen auf die grnaniiGebiete, und dieser Ertrag würde sich „och mächtig steigern, hinderte nicht die rcheit und Unwissenheit des Landvolks die ausgedehntere Einführung der Seidcncu

Über die Bodenverhältnisse Siebenbürgens ist uns gleichfalls erst >»

Zeit eine ausführliche Kunde geworden, deren Mittheilung zur Ergänzung unweisen Berichtigung der oben gegebenen tabellarischen Übersicht dienen mag.