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Zwöflter Band.
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16 Australien.

Dienste nicht leicht zu entbehren waren, auch wol daS Schwerste ungeahndet hin.Überhaupt trat troh der großen Strenge die Verwilderung des englischen Pöbels indem hier zusammengelegten Menschcnkehricht erst recht in Blüte. Furchtbare Misse-thaten wurden fortwährend begangen, und statt einer Besserungsanstalt ward dieAnsiedelung ein Pfuhl von Gräuel».

Phillip's Einsicht entgingen die Misstände keineswegs. Er hielt, um einen Um-schwung herbeizuführen, nachdrücklich darum an, die Ansiedelung nicht auf eine bloßeStrafanstalt zu beschränken, sonder» auch freie Colonisation damit zu verbinde». Inder That trafen auch einige freie Ansiedler ein, welche unentgeltliche Überfahrt, freieLandverwilligungen und Lebensmittel auf 18 Monate erhielten. Der erste freie An-siedler war — ein Deutscher, Namens Philipp Schöffer. Derselbe erhielt eine Ver-willigung von 110 Acres, welche er, da er dem Trunk ergeben, verkaufte. Er er-hielt sodann eine neue Verwilligung von 50 Acres an einer gegenwärtig in Sidneybelegenen Stelle, die er später der Regierung für 20 Gallonen Rum nebst einemGrundstück von 50 Acres an der Brokenbai wieder verkaufte. Stets von Trunken-heit beherrscht, verkaufte er auch letzteres Grundstück und starb endlich im Armen-hanse. Hatte er jenes Grundstrich in Sidney noch 30 Jahre behalten, so wäre eswenigstens 100000 Pfund Sterling werth gewesen! Hauptsächlich wurde aber a»das Militär, das sich ansiedeln wollte, Land verwilligt. Auf diese Weise waren be-reits unter der Verwaltung Phillip's eine Reihe von Gehöfte» von Sidney bis Rosehill(Paramakta) entstanden. An letzterm Orte, 15 Meilen von Sidney, befand sichdas bedeutendste Gehöfte der Regierung. Bei der Schwierigkeit der Rodung und derUnfruchtbarkeit des Bodens waren die Erfolge des Anbaus jedoch keineswegs glän-zend. Ende 179! hatte das Regierungsgehöfte Rosehill 300 mit Mais, 11 mit Wei-zen, 6 mit Gerste, 1 mit Hafer, 2 mit Kartoffeln, 1 mit Weinstscken, 86 mit Ge-müsepflanzen bestellte Acres auszuweisen. Zusammen waren damals auf Ansiedelungender Regierung und Privaten in Sidney und Rosehill 920 Acres gerodet und urbargemacht. Im Jahre 1792 waren 1610 Acres bestellt, darunter 208 mit Weizen,25 mit Gerste, 1187 mit Mais, 122 mit Gartenpflanzen. Der Viehstand des gegen-wärtig so heerdenreichcn Australien zählte im Anfange des Jahres 1790, als die er-wähnte Expedition nach Norfolk-Island abging, zwei Stiere, fünf Kühe, einen Hengst,drei Stuten, drei Füllen und einige Schafe. Es galt damals für ein schweres Ver-hängniß, daß durch die Nachlässigkeit des Hirten die zwei Stiere mit vier Kühen sichverliefen und nicht mehr wiedergefunden wurden. Erst 1791 und 1792 wurde wiedereiniges Vieh eingeführt. Abgesehen von dem Fange und Verbrauch einiger Kängurukostete in erlaubter Weise Niemand in der Colonie frisches Fleisch vor dem Jahre 1791.Sämmtliche Ansiedler litten überhaupt in jenen Jahren, selbst wenn nicht geradezuHungersnoth war, die äußersten Entbehrungen. Es erfoderte alle Beharrlichkeit desstets mit gutem Beispiele vorangehenden Gouverneurs Phillip, daß die Noth ertragenund ein besserer Zustand allmälig herangeführt wurde. Phillip erwarb sich noch einbesonderes Verdienst durch die Entdeckung des Flusses Hawkesbury, dessen fruchtbareUfer während vieler Jahre die einzige Kornkammer von Neusüdwales abgaben, undverließ, weil seine Gesundheit nicht länger Stich halten wollte, im December 1792die von ihm begründete Eolonie.

Zum Nachfolger Phillip's im Gouvernement wurde der Capitän Hunter er-nannt, welcher als Befehlshaber des „Sirius" sich bereits bei der ersten Begründungder Colonie sehr verdient gemacht hatte. Doch befand er sich damals in Englandund kam erst im September 1795 in Neusüdwales an. In der Zwischenzeit wardseine Stelle vom Capitän Gross, welcher daS Neusüdwalescorps befehligte, vertreten.Besonders während dieser Zwischenregierung geschah es, daß die Offiziere des Neu-südwalescorps in der Richtung Fuß faßten, die Hülfsquellen des neuen Landes fürihren ausschließlichen Vortheil auszubeuten. Sie hatten freilich eine schwierige Stel-lung, da bei den hohen Preisen ihr Sold für sie und ihre Familien nicht hinläng-lich war. Ein Pfund Mehl z. B. kostete damals 9 Pence, Hammelfleisch 2 Schil-