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Australien.
teil Stellung nichts dagegen ausrichten, ungeachtet der damaligen Machtvollkommen-heit der Gouverneure. Man wußte ihu von Seiten der Monopolisten so zu über-wachen, daß selbst Depeschen an die Regierung des Mutterlandes, in denen er überdie Offiziere Klage führte, unterschlagen wurden. Als ein Gegenmittel gegen jenesSchankmonopol ertheilte King Schanklicenzen an emancipirte Sträflinge und niedereBeamte, an Gcfangenwärter, Polizeileute u. s. w., welches Mittel freilich das Übelnur verschlimmerte und die allgemeine Zuchtlosigkeit wesentlich beförderte. Bandenverwegener Räuber durchzogen das Land und begingen die ärgsten Grauet bei HellemTage. Es war das ein verzweifeltes Spiel auf Tod und Leben. Die Sträflingewurden freilich durch ihre Lage dazu getrieben, denn die Behandlung, die sie imGanzen erfuhren, war schauderhaft und grenzt aus Unglaubliche. Bei der fortwäh-renden Kargheit der Mittel erhielten die Sträflinge fast nie eine volle Nation. Man-cher erhielt fast das ganze Jahr hindurch nichts weiter als fünf Unzen Weizenmehltäglich. Bei solcher schmalen Kost, die kaum hinreichte, Leib und Leben zusammen-zuhalten, wurden die Elenden unausgesetzt, in Rotten von je 25 zusammengeknebclt,zur härtesten Arbeit getrieben. Dieselbe bestand damals hauptsächlich im Roden derWaldung, das bei der Härte des Holzes eine nicht minder schwere Arbeit war wiedas Fortschleppen der Stämme durch weite Strecken. Mancher sonst starke Mannerlag oft in wenigen Tagen. Die Sterblichkeit unter den Sträflingen war über-haupt ganz unverhältnißmäßi'g groß. Das Grab, eine große gemeinschaftliche Grube,stand stets offen. Nächtlich versammelten sich an dieser Grube große Meuten vonwilden Hunden, die hier ihre Mahlzeit suchten. Bei dem Mangel au Lebensmitteln,der fortwährend herrschte, war der Tod jedes Einzelnen Gewinn für die Übrigen: esmußte daher umsomehr bis auf den Tod gearbeitet werden. Die Aufseher, oft grau-same, blutgierige Schurken, konnten bis auf 50 Streiche auf der Stelle erkennen.Der Gouverneur erkannte bis auf 500, ja, wie man sagt, mitunter auf mehr, bisauf 800 Hiebe. Und solche Strafen erfolgten nur für geringere Vergehen, schwereVerbrechen, vom Diebstahi aufwärts, wurden mit dem Tode bestraft.
Im Jahre 1806 kam der Capitäu Bligh als Gouverneur an, der frühere Be-fehlshaber des Kriegsschiffes „Bounty", gegen welchen auf der Überfahrt von den Süd-seeinseln nach Westindicn eine Meuterei ausgebrochen war. Mit 18 Gefährten undgeringen, Mundvorrakh im Schiffsboote ausgesetzt, war er glücklich nach dem 5618Meilen entfernten Timor gesteuert — ein Unternehmen, das jedenfalls von ebensogroßem Muthe wie Geschick zeugte. Bligh bemühte sich zuvörderst der durch dieHawkesburyüberschwemmung verursachten allgemeinen Noth abzuhelfen: viele Fami-lien hatten schon seit Monaten kein Brot im Hause gehabt. Er begab sich persön-lich zu den Nothleidenden, vertheilte Fleisch und andere Nahrungsmittel. Er machtesich außerdem anheischig, für die nächste Ernte allen Weizen, den die kleinen Acker-bauer ihm liefern würden, zu 10 Schilling den Bushel für die königliche Niederlagezu kaufen. Die Hoffnung wurde dadurch neu belebt, und da man überdies eine ge-segnete Ernte erhielt, so hatte man für den Augenblick das Elend überwunden. Be-sonders aber wollte Bligh das Rummonopol und die übrigen angemaßten Vorrechteder Offiziere brechen, dagegen aber den kleinern Landwirthen aufhelfen. Die Letztemhatte ganz besonders der Umstand niedergehalten, daß sie für ihr Korn nur in Rum,Thee u. dergl. zu ungeheuer hohen Preisen bezahlt wurden. Der Gouverneur begabsich daher persönlich zu jedem Einzelnen, untersuchte, welche Lieferungen er nächstenHerbst an die königliche Niederlage machen könnte, und welcher Dinge er für denMoment besonders bedürftig sei, und befriedigte dann in Erwartung der Gegenlei-stung seine dringendste» Bedürfnisse aus der königlichen Niederlage, und zwar zu nun-bestens vier mal billigern Preisen, als die Offiziere die Waaren lieferten. Die Offiziere,so geradezu in ihren Interessen angegriffen, wurden darum die erbitterten Feinde desGouverneurs, und sie konnten ihre Gesinnung umsomehr geltend machen, als sie sichbereits in ihrer großen Macht festgesetzt hatten. -Außer dem erwähnten Handels-