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Zwöflter Band.
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164 Afrika.

ser unternehmende und einsichtsvolle Reisende während des größer« Theils seinesdreijährigen Aufenthalts in Darfur mit Krankheit, sodaß er in seinen Forschungenund Beobachtungen behindert war. Auf Browne's Reise folgte die französischeExpedition nach Ägypten, und wenn diese auch im Ganzen mislang, so wurdedoch, wie oben erzählt, die Gelegenheit nicht ganz versäumt, mit Darfur Verbin-dungen anzuknüpfen. Seitdem ist Ostsudan nur noch von dem Araber Scheikh Mo-hammed-Zbn-Omar aus Tunis besucht worden. Dieser vielgereiste, vielgewandte,vielerfahrene Mann kam im Zahre 1805 nach Darfur und brachte hier acht Jahre,und dann ein Jahr in Uadai zu, und zwar unter besonders günstigen Umständen.Schon sein Vater hat nämlich wegen seiner Gelehrsamkeit in Darfur und Uadai inhoher Achtung gestanden, und auch sein Onkel, ein angesehener Kaufmann in Dar-fur selbst, war nicht minder beliebt. , Der Reisende erfuhr daher sowol von demSultan von Darfur wie von dem Uadais besondere Gunst. Nach seiner Rückkehrnach Ägypten im Jahre 1852 wurde er Revisor und Corrector der medicinischenSchule von Abu-Säbel, später Hauptrevisor derselben, und verfaßte in dieser Stel-lung über seine Reisen ein geistreiches, jedoch orientalisch weitschweifiges und volu-minöses Werk. Es war die Absicht des vr. Vogel, wenn es ihm nicht gelingensollte, in das Innere Afrikas weiter einzudringen, über Uadai und Darfur nachEuropa zurückzukehren, in welchem Falle wir dann im Besitze der uns noch gänz-lich fehlenden wissenschaftlichen Auskunft über Ostsudan gelangen würden.

o) Bornu.

Wir haben bei Ostsudan etwas länger verweilt, weil es bisher fast unbekanntgewesen, die Verhältnisse seiner beiden Königreiche aber über die des ganzen Sudanviel Licht verbreiten; wir können uns daher umsomehr über das westliche Sudanhier kürzer fassen, zumal wir nunmehr nach Dr. Bacth's glücklicher Heimkehr dar-über nähere Mittheilungen zu erwarten haben.

Bornu ist der nordwestliche Theil der großen Tiefebene des Tschadsees und er-streckt sich bis zum Hochlande der Kowara als eine ununterbrochene flache Savanne,die aus tiefgründigem Culturboden besteht. Die auffallendste Eigenthümlichkeit desLandes ist der Tschadsee, durch welchen es an seiner Ostgrenze von Uadai getrenntwird. Das Wasser des Sees ist frisch und klar, aber seicht und nur 8 —15 Fußtief. Allein Tiefe wie Ausdehnung des Sees sind nach den Jahreszeiten sehr ver-schieden. Der größte Theil des Sees ist ein Labyrinth von Inseln, unter denen diegrößten an fünf englische Meilen umfassen. Die Kanäle -zwischen den Inseln wer-den von zahlreichen Fischen, Wasservögeln, Krokodilen und Flußpferden bewohnt.Dieselben fehlen im offenen Theile des Sees, Jnkibul (Weißes Wasser) genannt.Die Breite des Sees beträ'g-t nach Overweg 60 — 80, nach Denham 150 Meilen.Die beträchtlichsten Inselgruppen befinden sich in der Mitte und an der Nordostseite.Die Bewohner derselben sind die Bidduma, unabhängige Heiden (Nichtmohamme-daner), welche ihre mächtigen Nachbarn noch nicht haben unterjochen können. Essind kräftige, untersetzte Leute von schwarzer Farbe und regelmäßigen Eesichtszügen.Beide Geschlechter tragen lange schwarze Gewänder, Sandalen, Halsbänder von wei-ßen und rothen Perlen, Armbänder von Elfenbein. Die Weiber tragen einenKopfputz, der aus zwei 15 Zoll langen über den Kops zurückgeschlagenen schmetter-lingsartigen Flügeln besteht. Die Bidduma haben eine eigenthümliche Sprache, füh-ren als Hauptwaffe die Lanze und beschissen den See in Booten, die aus Plankengezimmert, 40—50 Fuß lang, 6 Fuß breit und.2 Fuß tief sind und bei dergeringen Tiefe des Sees mit Stangen fortgestoßen werden. Sie bauen Hirse undBaumwolle und halten zahlreiche Rinder, Ziegen und Pferde. Der Tschadsee liegtnur 850 Fuß über dem Meere.

Der Hauptzufluß des Tschad ist der Schari, der von Süden her einstießt.Am Uadaiufer scheint der See keinen Zufluß zu haben, wonach sich also bestätigenwürde, daß die Gewässer von Uadai sich im Fittrisee sammeln. Von Westen her