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Die Industrieausstellungen.
die unendliche Mannichfaltigkeit der Erzeugnisse sehen, welche die Vorsehung dem ^Menschengeschlechte zur Verfügung gestellt hat. Jeder weiß jetzt, daß dem Menschenauf dieser Erde, aus der er manchmal darbt, nichts fehlen würde, wenn er nichtdurch fehlerhafte politische Systeme dem Werke Gottes entgegenarbeitete. Jedermannsoll es wissen, daß umsomehr Produkte im Jnlande prohibirt sind, je vollkommenersie im Auslande gearbeitet werden. Wir prohibiren Eiscngußwaaren von Berlin,Birmingham und Sheffield, welche Meisterstücke von Zierlichkeit und Wohlfeilhcit.sind. Wir prohibiren Messer, welche schneiden, zu Gunsten von Messern, welche 'nicht schneiden. Wir belegen das Eisen, das doch das Rohmaterial aller Maschinenund Werkzeuge, ist, mit ungeheuern Auflagen und zollen Beifall Denen, die denGewerbtreibenden beweisen, daß diese Theuerung zu ihrem Besten sei. Es fehltnicht viel, daß Leute, die das Gegentheil beweisen wollen, als Feinde des Gemein-wohls betrachtet werden." Solche Gedanken können nicht verfehlen, entschiedeneOpposition gegen ein System zu machen, das auf den Consumenten Frankreichs ssschwer lastet. Die Fabrikanten hatten dies gefürchtet und vor sieben Jahren, als derdamalige Präsident der Republik die Nationalausstellung in eine allgemeine Industrie-ausstellung verwandeln wollte, Schritte gethan, daß dieser Plan unausgeführt bliebe.Sollte die Ausstellung des Jahres 1855 einen Sturz der Prohibition in Frank-reich nach sich ziehen — daß der Kaiser dem jetzigen Handelssystem abgeneigt ist, be-weisen viele seiner Maßregeln — so dürfte Frankreich das Unternehmen als ein segens-reiches betrachten, ungeachtet der einzelnen Wunden, die vielleicht der verletzte Na-tionalstolz bei diesem Schwurgerichte der Industrie davongetragen.
Am 15. Nov. 1855 wurde die Ausstellung im Beisein von mindestens25 — 30000 Menschen auf feierliche Weise geschloffen. Nach dem Urtheile Aller,welche die Ausstellung besuchten, überbot diese an Pracht, Umfang und Mannich-ifaltigkeit alle seitherigen Expositionen. Nur in Einer Hinsicht stand sie weit hinter ^der londoner Ausstellung: der Besuch war ein West geringerer. Der Hauptgrund,weshalb der Strom der Fremden nicht so stark war, als man vermuthet hatte,mochte wol in der allzu schnellen Aufeinanderfolge der Ausstellungen liegen. Diegroßen Kosten und Anstrengungen, welche der londoner Krystallpalast den Aus-stellern verursachte, die Befriedigung, welche er der Schaulust seiner Besucher ge-währte, mußten eine gewisse Abspannung zur Folge haben und erfoderten einenlänger« Zeitraum, um die große Masse für einen neuen Versuch zu interessiren.Die total verunglückte neuyvrker und die nur theilweise gelungene Münchener Aus-stellung konnten nicht eben ermunternd wirken.
Der Einfluß der Industrieausstellungen auf Gewerbe und Handel.
Die Frage, ob die Industrieausstellungen etwas nützen und was sie nützen, istin dem letzten Jahrzehnd so vielfach behandelt, aber keineswegs immer gleichmäßigbeantwortet worden. Wie es so häufig geschieht, so ist auch hier das Unbestimmteund Falsche mancher Beantwortung daraus entstanden, daß man gehörig zu unter-scheiden und zu begrenzen vergaß. Ob die Industrieausstellungen für das Allge-meine von Nutzen seien, dies ist eine Frage, die keineswegs einfach bejaht oderverneint werden kann. Es ist vielmehr die Aufgabe nachzuweisen, daß dieseAusstellungen allerdings Vortheile, unendliche Vortheile Haben, daß sich aber auchauf der andern Seite große Nachtheile nicht hinwegleugnen lassen. !
Was nun die Vortheile betrifft, so erscheint vor allem als ein solcher die demGewerbe gegebene Möglichkeit, die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.Was ein Gewerbtreibender besser, schöner und wohlfeiler als ein anderer herzu-stellen vermag, wird in der Ausstellung von Hunderttausenden betrachtet, beurtheilt,anerkannt und findet nun Käufer, während das Product außerdem oft liegen bleibt,weil es nicht gehörig gekannt ist, Hervorragenden Leistungen wird auf solche Weiseleichter und schneller die gerechte Belohnung zutheil, welche der vortheilhafte Ab-satz der Products gewährt. Nichts ist in den Gewerben schwieriger, als sich die
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