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Zwöflter Band.
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Das Gold. 571

Zu Anfang des Jahres 1847 zählte der Ort Verba Buena, der um diese Zeitden Namen San-Francisco annahm, 375 Einwohner, und die dortige Bai wardwahrend des ganzen Jahres fast nur von einigen Walsischfängern besucht. BeimCensus im Jahre 1850 wurden in San-Francisco schon 15000 Einwohner gezählt,im Jahre 1852 34870, und in den Jahren 1854 und 1855 wird die Zahl derBewohner auf 50-—60000 angegeben. Die Zahl der seewärts Angekommenenbelief sich nach annähernder Schätzung im Jahre 1848 auf circa 15000, 1849über 40000, 1852 über 64000, 1854 41199, 1855 31759. (Über die Ein-wanderung in den übrigen Jahren liegen uns die Angaben nicht vor.)

Welch ein Hin- und Herwogen aber bei einer Bevölkerung stattfindet, wie siedie Goldentdeckung anfangs mit sich bringt, ersieht man daraus, daß in den meistenJahren sich jährlich über 20000 Passagiere in Sän Francisco wieder einschifften,was übrigens kein großer Verlust für die dauernde Wohlfahrt des Landes ist, daein großer Theil der sich Entfernenden nicht zu den wünschenswerthesten Ansiedlerngehört.

Der taxirte Grundwerth in San-Francisco, der bedeutend unter dem wirklichenWerthe steht, wär im Jahre 1855 an 52 Millionen Dollars.

Die Zahl und die Tragfähigkeit der in San-Francisco angekommenen Schiffewar im Jahre 1855 1520 Schiffe von 517919 Tons, und der ermittelte Betragder bezahlten Frachten wird angegeben

1853 auf 11,752084 Dollars

1854 „ 5,311012 „

1855 „ 3,899765 „

in welcher Abnahme aber nicht so sehr eine Verminderung des Handels, als eineRückkehr von übertriebenen Spekulationspreisen sich ausgedrückt findet.

Den Belauf der Eoldausfuhr haben wir oben bereits erwähnt und fügen hiernoch hinzu, daß neben der Goldgewinnung schon jetzt die Produktion sonstiger Landes-erzeugnisse in vollem Aufschwünge begriffen ist. Die dortige Quecksilberproduction

hat eine völlige Umwälzung in dem Geschäfte mit diesem wichtigen Artikel zuwegegebracht und den Preis desselben um mehr als die Hälfte reducirt. Californien,welches vor wenigen Jahren noch fast seinen ganzen Lebensbedarf durch Zufuhr ausder Fremde erhielt, hatte im letzten Jahre (1855) schon eine ansehnliche Ausfuhrvon Cerealien (zum Werthe von 1,200000 Dollars). Man erstaunt, wenn mandie eben angedeutete Entwickelung des Handels und der Auswanderung nach Cali-fornien, die allein in der Goldentdeckung ihren Ursprung hat, sowie ihren direktenwie indirekten Einfluß auf den Welthandel zu überdenken versucht und sich dabeierinnert, daß seit jenem epochemachenden Ereignis erst acht Jahre verflossen sind.Welchen Impuls hat der Verkehr mit Californien der großen Seeschiffahrt und demSchiffbau gegeben! Und ist nicht das kalifornische Gold die Ursache, daß es bereitseine Eisenbahn gibt, welche über die Landenge von Panama die beiden großen Welt-meere, das Atlantische Meer und den Stillen Ocean verbindet?

Der Einfluß, den das australische Gold auf die Auswanderung, auf die rascheBevölkerung bis dahin sparsam bewohnter ferner Landstriche sowie auf die Ent-wickelung des Welthandels geäußert hat, ist nur mit den eben erwähnten Vorgängenin Californien zu vergleichen, und erscheint ebenso wunderbar wie diese. Ähnliches hatdie Geschichte nicht auszuweisen.

Betrachten wir zunächst die Einwanderung und den Einfuhrhandel der beidengolderzeugenden australischen Colonien.

Aus Großbritannien schifften sich dahin ein und wurde an britischen Erzeug»Nissen ebcu dahin versandt: