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Zwöflter Band.
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Die Photographie.

tung des Papiers mit bloßem Kochsalz und salpetersauerm Silberoxyd vollkommenausreichend, um in kurzer Zeit kräftige Zeichnungen zu liefern. Sucht man da-gegen dem schon seit fast einem Jahrhundert gehegten Wunsche, die in einer Oamsraol)8oura entstehenden Bilder zu sixiren, Genüge zu leisten, so muß man, wenn essich nicht gerade um die Abbildung der Sonne selbst handelt, der unmittelbaren Ein-wirkung der Sonnenstrahlen entsagen, und sich mit der bei weitem schwächer» Wir-kung des von den abzubildenden Körpern reflectirten Lichts begnügen, wodurch, abernatürlich auch die Zeit zur Entstehung eines Bildes in sehr bedeutendem Grade ver-längert wird.

In einigen wenigen Fällen würde diese Verlängerung der Zeit, während wel-cher das empfindliche Papier den Lichtstrahlen ausgesetzt werden muß, kein Hinder-niß für die Anwendung des im Vorhergehenden beschriebenen einfachsten Verfahrenszur Herstellung eines Photographischen Papiers sein, wie z. B. wen» die Aufgabegestellt wäre, von einem Kupferstiche mittels der tlsmvrs obscura eine Abbildungin verkleinertem Maße zu machen. Man stellt den Kupferstich, während er von derSonne beschienen wird, vor dem Objective der tlamsra oksoura auf und sängt ausdie nachher anzugebende Weise das Licht desselben auf dem mit Kochsalz und salpe-tersauerm Silberoxyd zubereiteten Papiere auf. Wenn Kupferstich und ttsmsoa od-86UI-S gehörig feststehen, so kann man unter den gegebenen Umständen den Kupfer-stich beliebig lange vor der tlamsra obsoura stehen „lassen, ohne daß zu be-fürchten steht, daß an dem Bilde in derselben irgendeine Änderung eintrete; Schattenund Licht bleiben in demselben von Anfang bis zu Ende der Bestrahlung in gleicherWeise vertheilt, die Sonne mag hoch oder tief am Himmel stehen, den Kupferstichvon der rechten oder von der linken Hand her bescheinen, oder auch durch'Wolkenbedeckt sein. Man läßt dann das Papier solange der Wirkung des Lichts ausge-setzt, bis das Bild in gehöriger Stärke hervorgetreten ist, und fixirt es in der ge-wöhnlichen Weise.

Die Möglichkeit, von Kupferstichen mittels der tlaumra obsoura selbst bei An-wendung von nicht sehr empfindlichen Präparaten Abbildungen zu gewinnen, hatschon Niepce dargelhan; es gelang ihm bereits vor 1829 nach seinem früher beschrie-benen Verfahren, auf einer mit Asphalt überzogenen Kupferplatte mittels der 6a-Möi-a obsouia eine Abbildung von einem Kupferstiche zu erhalten, die er nach demEintauchen in das Gemisch aus Lavendels! und Steinvl durch Eintauchen in ver-dünnte Säure soweit ätzen konnte, daß sie unter der Kupferdruckerprefse einen Ab-druck lieferte.

Der bei weitem häufigere Gebrauch der Oamsra odsours bezieht sich aber aufdie Aufnahme von Landschaften oder Gebäuden und besonders auf die Anfertigungvon Porträts lebender Personen. In allen diesen Fällen wird nun unabweislichein Verfahren gefedert, bei dem eine nur wenige Augenblicke dauernde Bestrahlungdes photographischen Papiers durch reslectirtes Licht ausreichend ist, weshalb i» allendiesen Fällen die frühere Zubereitung des Papiers angemessen abgeändert werdenmuß. Diese Abänderungen werden ähnlich wie früher, wo es sich um Abkürzungder Bestrahlungszeit für negative Bilder handelte, erstens darin bestehen, daß mandas Papier gleich anfangs mit Substanzen tränkt, welche auf dem Papiere einefür die Einwirkung des Lichts empfindlichere Substanz erzeugen, als das bloßeChlorfilber ist, und zweitens in der Anwendung geeigneter Mittel, um die infolgeeiner kurze» Bestrahlung noch nicht sichtbaren Bilder in gehöriger Stärke hervorzu-rufen. Das lebhafte Streben fast aller praktischen Photographen Bilder, und na-mentlich Porträts in möglichst kurzer Zeit und größter Vollendung darzustellen, läßtes erklärlich finden, wenn bei dem oft gänzlichen Mangel an chemischen Kenntnissendie allerverschiedenartigsten Substanzen, reine und unreine, solche die nebeneinanderin Lösung bestehen können, und die sich gegenseitig zersetzen, von ihnen in Vorschlaggebracht und in ihre Vorschriften aufgenommen worden find. Nach einigen dieser Vor-schriften wird das zur Aufnahme des Bildes bereitete Papier trocken, bei andern dagegen