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Zwöflter Band.
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Die bildenden Künste.

Herkunft des Heilandes, gesucht werden, die nebenstehenden Bilder sind die nähernErläuterungen der in jenen entwickelten Idee. Es stehen ferner die Bilder der einenWandhälste in einem bestimmten Verhältnisse zu den auf der andern Hälfte dar-gestellten Scenen; es schildern z. B. die Seitenbilder links an der Südwand dieHauptwerkzeuge zur Gründung der Kirche, jene rechts ihre Leiden und Siege, diebeiden ersten Gemälde der Ostwand die Hauptmomente des irdischen Daseins Christi,die beiden letzten die Folgen desselben, die Befreiung von Sünde und Krankheit.Die Gedankengliederung geht noch weiter. Jedem Hauptbilde reiht sich oben imBogenkreise ein Lunettenbild, weiter ein längliches Predellenbild an, gemalte Nischenmit Gruppen trennen die einzelnen Hauptbilder. Es stehen nun nicht allein Lu-nette, Predelle und Gruppe zu dem betreffenden Hanptbilde in einer inhaltlichen Be-ziehung, auch sämmtliche Gruppen aller Wände, die Predellen einer ganzen Wandseitewerden von einem Gedankenbande umschlossen. Die Gruppen enthalten die fortlau-fende Darstellung der acht Seligkeiten (Bergpredigt) und treten zu dem Inhalte derHauptbilder in ein ähnliches Verhältniß wie die Chorgesänge zur griechischen Tra-gödie. Die Predellen der Nordseite sind einer fortlaufenden Darstellung des in derLiebe thätigen Lebens gewidmet, nur lose mit den überstehenden Hauptbildern, die dasJenseits mit apokalyptischen Farben schildern, zusammenhängend. Darin zeigt sichnun allerdings ein'irrationales Element der Composition, daß gleichmäßige Beziehungennicht überall vorherrschen; daß Das, was von den Predellen der Nordseite gilt, keineAnwendung auf jene der andern Wände findet; daß die Lunetten bald den Gegensatzzum Inhalte des Hauptbildes wiedergeben, bald die Idee des letzter» weiterspinnen.Doch dies sind nur Kleinigkeiten gegen die Abgeschlossenheit, welche die Gesammt-composilion durchzieht. Wir müssen uns begnügen, aus dem Programme des Mei-sters nur noch einige wenige Zeilen hervorzuheben, aber schon diese reichen hin, dieerstaunliche Kraft des Meisters, auch entfernte Bilderkreise durch tiefe und sinnige Ge-danken aneinanderzubringen, zu beweisen. Wir treten der Ostwand näher. Daserste Hauptbild stellt die Geburt des Heilandes vor, wie sie zuerst der schlichtenEinfalt und der tiefern Weisheit, den Hirten und den Weisen des Morgenlandesj verkündigt wurde. Der Neugeborene wird von der Sünde und dem Fluche, der dieersten Altern getroffen (Predella), wieder befreien, daher Freude und Jubel auf derErde und im Himmel (Lunette). Die Folgen der auf der ersten Predella geschau-ten Sünde, die an die Gefallenen gerichtete Vvrhersagung sehen wir in der zweitenPredella (Brudermord) verwirklicht. Das Hauptbild zeigt den Leichnam des Herrnund die Trauer der Seinigen um ihn, die Lunette aber klagende Engel, sodaß Him-mel und Erde hier in demselben Gefühl der Trauer vereinigt sind, wie auf demersten Felde bei der Geburt des Heilandes Freude im Himmel und unter den Men--schen war. Sünde und Krankheit werden durch den Abfall von Gott das Erbtheilaller Menschen; beides nimmt Christus vom Gichtbrüchigen (drittes Hauptbild) hin-weg. Seine Gnade öffnet allen Sündern die Pforten des Himmels (Lunette) undschließt nur Die aus, die sich selbst ausschließen, die Sünder gegen den Heiligen Geist,die Pharisäer und Heuchler (Predella). Auf der Predella des letzten Feldes schließt^ Jehovah einen Bund mit Noah, nachdem er strafend das sündige Geschlecht vertilgt,ehe sich die Gnade den übrigbleibenden Gerechten wieder zuwandte. Jetzt wehrtChristus (Hauptbild) das Urtheil über die Ehebrecherin, wozu die Pharisäer ihn auf-fvdern, und vergibt die Sünde ohne Strafe. Er ist der Freund der Sünder. Dasdeutet, den Gedanken des Hauptbildes im Gegensatze zur Predella auf seinen Gipfelsteigernd, die Lunette an, indem sie an Christi Verheißung erinnert: „Im Himmelwird mehr Freude sein über einen Sünder u. s. w." Die Darstellungen der Selig-keiten der Bergpredigt auf dieser ersten Wand versinnlichen die Sprüche: „Selig sindcae Armen im Geiste und die Trauernden." Die gleiche Beherrschung eines reichenBllderkreises durch eine allseitig entwickelte Grundidee gewahren wir auch in denUmwürfen für die Nordwand, nur daß, wie schon früher erwähnt, die Predellenhier einen selbständigen für sich abgeschlossenen Gedankengang verfolgen. Wenn man