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Maria von Burgund nebst dem Leben ihrer Stiefmutter Margarethe von York, Gemahlin Karls des Kühnen, und allerlei Beiträgen zur Geschichte des öffentlichen Rechts und des Volkslebens in den Niederlanden zu Ende des fünfzehnten Jahrhunderts aus französischen, flämischen, holländischen und teutschen Quellen / von Dr. Ernst Münch
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ten und zur Linken, in auf- und absteigen-der Linie nur Könige und Herzoge als Sip-pen sieht?

Es liegt also klar am Tage, dass unterallen jetzt regierenden Fürstinnen es keine giebt,welche an Ruhm, Erhabenheit und Grösse derJungfrau von Burgund verglichen werden mag.Sie ist edel von Körper und noch edler in ihrerSeele, und gleich ihrer seligen Mutter, Madamede Charolais, der Tochter des guten Herzogsvon Bourbon, demüthig, sanft und gut vonWesen. Sie trägt den Namen der himmlischenJungfrau Maria, und gleich dieser folgt sie denPfaden der Weisheit, und ist zugleich eineKönigin der Barmherzigkeit und der Milde, undeine Inhaberin aller guten Sitten und Vorzügeihres Geschlechts. So wie der Name jenerhimmlischen Maria ein Gegenstand der Verherr-lichung der Engel und dessen Bedeutung für eineDame die allerheilbringendste ist, so wird auchderjenige dieser irdischen nicht ohne trostreicheEmpfindung ausgesprochen und ohne heilbrin-genden Sinn für die Zukunft, der uns sie selbstals einstige Beherrscherin sehen lässt.