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Während der Bote nach Therouanne zurück-eilte, deckte der Herzog die Grenzen auf dasBeste; Hessen, Chimay, Romont und Branden-burg blieben zu ihrer Huth. Die Antwort, wel-che König Ludwig empfangen, wurmte ihn et-was; er erkundigte sich nach des Prinzen Stel-lung und seines Volkes Stärke, und war ver-wundert, zu hören, dass so viel Edle zur Seiteihm stünden, und in den Flämingern solche Zu-versicht herrschte. Die französischen Grossenaber, welche ihn umgaben, bedeuteten ihm: ermüsse von den Flämingern keine so geringeMeinung hegen; sie besässen, wenn sie ver-einigt wären, eine furchtbare Macht, so, dasssie wohl ehedem Frankreich selber bezw ungen,und auch jetzt dürfe man auf harten Stoss sichgefasst machen. Der König achtete solcherWorte nicht sehr viel, sondern meinte: er seiselbst stark genug, um auf diess Volk mit Ver-achtung herabblicken zu können; uni sie besserzu seinem Willen zu bringen, werde er nocheine neue Abtheilung Reiter, sodann die Fran-quemontaner und die Aremberger aufbieten;diese würden statt seiner den Handel wohl zuEnde bringen, ohne dass er besondere Müheanwenden müsste. Vergebens erinnerte ihn derHerzog von Orleans an den so eben beschwo-renen Vertrag; der König sendete zu jenenVerbündeten Werbboten, welche zur Verhee-