44
neu Hautirritation, einem gesottenen Krebs ähnlich, stiegPatient, aber auch mit der schon lange vermißten lautenStimme aus dem Bade, die er nachher in mehr oder mindermGrade behielt *).
Dreizehnte Krankheitsgeschichte.
Ein anderer Fall ist die Krankheit des im 8- 26 angeführ-ten Herrn E., der den Herrn T. v. P. wegen seines Halsübelöum Rath fragte. Schönlein, den Herr E. auf seiner Reisenach Gais in Zürich konsultirte, sprach sich folgendermaßen aus:
„Die Krankheit des H. E. scheint mir mit einer frühern,durch Jasser'sche Salbe unterdrückten Krätze und mit einerschlecht behandelten Gonorrhöe in ursächlichem Verbände zustehen. Die angeschwollenen Mandeln, deren crz'plN mucttss;(Hohldrüse) ungeheuer vergrößert und erweitert, die zahlreichen,gelben, mit einem leichten Hofe umgebenen, das Aussehen einesimpetij-o (Kleienaussatzes) habenden Knötchen auf der Pharynr-schleimhaut lassen keinen Zweifel übrig, daß sich diese krankhaf-ten Veränderungen auch auf die mucosa des Larynr erstreckenund mit der Zeit entweder in Erulceration oder in Verengung desKehlkopfes zu endigen drohen. Die völlige Integrität der Lungenhat mir eine Untersuchung der Brust bis jetzt nachgewiesen.
„Zur Bekämpfung dieses Uebels schlage ich Folgendes vor:
„1. Diätetische Mittel. Neben möglichst großer Schonungder Stimmorgane, einfache, reizlose, jedoch nährende Diät,
") Mit dem Gebrauch der Molkenbäder muß man sich sehr in Acht neh-men. Die Molken erkalten sehr langsam, und wenn sie auch auf der Ober-fläche dem Gefühl schon etwas abgekühlt vorkommen, so sind sie in der Tiefedennoch heiß. so daß man sie vor dem Eintritt in da« Bad bis an den Bodenbefühlen und wohl umrühren muß, um dasselbe nicht allzu warm zu nehmen.Im Allgemeinen dürfen sie jedoch etwa« wärmer genommen werden alsdie Schwefelbäder, da sie weniger reizen.