70
Zweiund-reissigste Krankheitsgeschichte.
Frau B. aus U., die vierziger Jahre beginnend, erlitt nachmanchen vorausgegangenen, auf Geist und Körper gleich übeleinwirkenden Familiendrangsalen, besonders durch hartnäckigeKrankheiten bei ihrem Manne und Kindern, eine allgemeineKörperschwäche mit großer Abmagerung, während welcher Zeitsich eine seit Zähren schlummernde skrophulöse Diathesis aufsueue auszubilden schien. Besonders auffallend vergrößerte sichdie rechte puroti«, wurde schmerzhaft und veranlaßte einenlang anhaltenden, sehr beschwerlichen Trismus.
Mit diesem traten auch beunruhigende Symptome einerallgemeinen Lungcnaffcktion ein, welche sich durch Engbrüstigkeitund sehr heftigen Husten mit Schleimauswurf kund gaben.Nach endlicher Beseitigung des Trismus und der Geschwulstder Parotis wurde auf Hebung der sehr herabgekommenen Kräfte,durch entsprechende Diät, Rücksicht genommen. Allein leider ver-eitelte der hartnäckige Husten, der vermehrte Schleimauswurfund ein hektischer Zustand alle Hoffnung auf baldige Genesung.Doch ließ bei Eintritt besserer Witterung der Fieberzustand sichbeseitigen, und es konnte an Entfernung aus den Familiensorgenund an eine Kur gedacht werden. Gais wurde von den behan-delnden Aerzten als der für die Leidende passendste Kurort aus-ersehen und vorgeschlagen.
Wirklich leistete auch der vierwöchcntliche Aufenthalt daselbst, .verbunden mit dem wohlertragenen und ungestörten Gebrauchder Molken, Alles was sich nur erwarten ließ, so daß vie Lei-dende geheilt in ihren Familienkreis zurückkehrte. Das Jahr späterkehrte sie noch ungefähr drei Wochen aus Dankbarkeit zu ihrenSchotten zurück und kann nun seither ohne alle Störung ihrerso ergriffen gewesenen Gesundheit munter und gestärkt ihremgroßen Hauswesen vorstehen.