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Blatternepidemie vor der Entdeckung der Schutzpocken wüthetein unserer Gemeinde nie so heftig als an anderen Orten. Seltenverbreiten sich epidemische Krankheiten in unserer Gegend; dieseblieb auch schon ganz damit verschont, während benachbarteGemeinden viele Opfer lieferten, sagt 1W. Schlüpfer. Unrichtigjedoch ist dessen Bemerkung, daß bei den Einwohnern von Gaissehr viele Schwindsüchtige und mit Rheumatismus Behaftetesich vorfinden. Wir kennen in Gais nichts von idiopathischenNervenfiebern, bösartigen Faul-, Gallen- und Schlcimfiebern;wir kennen in Gais nichts von den bösartigen, epidemischenHautkrankheiten, wie Scharlach und Masern; auch schleichensich der Croup und Keuchhusten sehr selten ein. Wenn sich auchim Verlauf der Zeit hie und da, doch höchst selten, etwas Ner-vöses zeigt, so ist es mehr Folge vernachlässigter, entzündlicherStadien, mißkannter, langgedauerter und übel behandelter Krank-heiten. Der Genius der Krankheiten unserer Gemeinde, die con-stitutio morborum stativnariu ist die entzündliche, die katar-rhalische, rheumatisch-gastrische. Nur die Hochländer, sagtMez-ler, die bei einfacher, mäßiger Lebensart fest und stark geradedahin leben, weisen noch Spuren entzündlicher Konstitution auf.Daß sich aber auch hier die Krankheiten nach den Jahreszeitenrichten, und wir auch Frühlings-, Sommer- und Herbstkrank-hciten haben; überhaupt, daß die vorherrschende Witterung mair-cher Jahrgänge leichte Veränderungen erregt, versteht sich vonselbst.
Seit der Entstehung der Molkcnkur, seit bald hundertJahren, starben in Gais acht Kurgäste:
1784, den 15. Juli, Heinrich Steiner von Winter-thur, Herrn Rathshcrr und Rcchenherr Joh. Jak. Stciner'sund Frau Verena Steiner sel. lediger Sohn; starb an derschwarzen Gelbsucht, nachdem er hier beim Ochsen einigeZeit die Ziegcnschotten getrunken, in einem Alter von 34 Jahren.
1791. Es wurde den 22. September der Leicknam des