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das Bolk am Tage seiner Selbstherrlichkeit sich freier bewegenkönne. Ich glanbe nicht, daß in der ganzen schweizerischen Eid-genossenschaft irgendwo ein Diener des Evangeliums einen Va-tikan diesem ähnlich bewohne. Es ist ein hohes, massiv ausQuadern aufgeführtes Gebäude von vier Stockwerken, mit soviel Zimmern als unsere Schweiz Kantone zählt. Unter denselbenbefindet sich ein Saal, würdig der Bibliothek und der Kunst-werke seines Inhabers. Man muß gestehen, Frey macht seinerstattlichen Wohnung alle Ehre.
Auch hier betrachtete ich mit neuem Wohlgefallen das schonfrüher gesehene sinnreiche Bild, welches Diogg so herrlich aus-führte. Es ist Frey und sein Amtsvorfahr, letzterer sitzend vorver aufgeschlagenen Bibel, die auf einem gewirkten Tischteppichvor ihm liegt; ersterer stehend, auf Zwingli's Büste hindeutend;beide in sprechender Aehnlichkeit. Auch dieses Gemälde hat seinDasein Herrn Honnerlag zu verdanken. Dieses Trio vonMännern wie Hans Kaspar Zellweger, Oberst Honner-lag und Pfarrer Frey gewährt allen gebildeten Fremden, welcheTrogen besuchen, durch ihre zuvorkommende Güte mannigfaltigenGenuß *).
Die halsbrechende Straße von Trogen nach dem Speicher,und umgekehrt, ist zwar nicht verschwunden, aber durch einenme, weitaus fahrbarere, unendlich weniger mühsame, über-flüssig geworden. Man mußte in diesem Gebirgslande geborenund erzogen worden sein, wenn man nicht in geheimer Angst,mit klopfendem Herzen jenen frühern Weg in einem Wagen machenwollte, daher man denn auch, wenn es die Witterung immererlaubte, lieber denselben zu Fuß machte, als im Wagen blieb.
Der frühere Umweg, von Trogen über Teufen nach Gaiszurückkehren zu müssen, ist in neuerer Zeit durch eine Straße,
') Seitdem dieser Brles geschrieben wurde, hat der treffitche Hoaner -lag vollendet.