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Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
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beschreibt mir den Gang der Prozesse, deren er selbst schonmehrere gehabt; er kennt alle Instanzen, und weiß seine Ge-schichte mit persönlichen Anekdoten zu würzen, die man nirgendsliest, die aber über die Justiz des Landes vielen Aufschlußgeben. Zu der Gesellschaft gehört auch ein Maler, der hier mitkleinen Bildnissen sich etwas verdienen möchte; sonst malte erlustige Bauernstücke mit einigem Geschmack, seitdem ihm aberein ästbetischcr Gönner, der will, daß die schönen Künste durch-aus keinen andern als ernsthaft historischen oder moralischen Zweckhaben sollen, beliebt hat, zu höheren Gegenständen überzugehen,muß er den Homer lesen, kann sich aber gar nicht darein finden,und geht zu Grunde; ich gebe mir alle Mühe, ihn wieder herab-zustimmeu, und habe ihm dafür den Eulcnspiegel empfohlen.

Daß ich ja nicht einen reichen Käsehändler und seine Frauvergesse, die mich beide recht lieb gewonnen haben; er ist mitseinem Gewerbe durch ganz Italien gekommen und muß seltsameErfahrungen gemacht haben, so daß man oft glauben sollte, wirsprächen nicht von ebendemselben Lande; denn wenn ich, an-deren Nachrichten zufolge, die ewige Jugend der dortigen Naturrühme, so schimpft er auf die unerträgliche Hitze, die ihm alleseine Käse verdorben; und wenn ich die antiken Formen undden lebhaften Geist der Menschen bewundere, so sagt er, sieseien alle Spitzbuben. Seine Frau, eine runde, derbe Alpentoch-ter, hat mir einen großen Käse zur Verehrung zugedacht, wieich unter der Hand vernommen, der soll dann in der KlotildeSchweizerkabinet den Liebhabern zur Bewirthung dienen. Nocheinen Kaufmann aus dem Glarnerlande, der sich lange in Nor-wegen aufgehalten, und behauptet, zwischen den dortigen Ein-wohnern und dem Hirtenvolke der Schweiz sonderbare Aehnlich-keiten gefunden zu haben, sollte ich umständlicher anführen;allein ich habe die Geduld Ew. Hochfreiherrlichen Gnaden be-reits schon allzu lange mit meinen gemeinen Freunden ermüdet,und hätte es billig gegen den guten Ton abzubitten, an solchen