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Die Heilkräfte der Alpenziegen-Molken und der Molkenkurort Gais / von Joh. Heinrich Heim
Entstehung
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und Mittheilung gewöhnt sind, auf dem Lande häufig wider-fährt, wenn sie auch noch so reizende Ideen von der Lieblichkeitdes Landlebens mitgebracht haben; daher denn allemal die auf-fallend lebhafte Freude bei einem Besuche von ihresgleichen.Wiewohl sie uns den Aufenthalt sehr angenehm beschrieb, sohat doch das Ganze etwas Bäurisches, wobei fein erzogenenLeuten nie lange wohl sein kann. Bon der Schulmeisteret warnicht mehr die Rede; ich glaube, sie hat ihr Vorhaben, unterdiesen Unbeschnittcnen Wunder zu thun, fahren lassen. — Sierühmte mir jetzt das Mineralwasser, das sie braucht; ich magaber nichts mehr von Bädern hören; wenn diese das erste Malnicht helfen, so thun sie es nimmermehr.

In unserer Gesellschaft befand sich auch ein junger Predigeraus dem benachbarten Rheinthale, der sich schon geraume Zeit hieraufhält, und uns bald näher angehen wird. Er hat sich nämlichin Tuschen verliebt und zwar so sehr, daß er mir vorigeWoche eröffnete, wie er ernsthafte Absichten auf ihre Personhabe, wozu ihn, wie er sagt, nicht sowohl ihr Aeußerliches, dasfreilich nicht übel ist, als ihre übrigen guten Eigenschaften, derener eine Menge an ihr entdeckt haben will, bewogen. Er ist sonstein verständiger, hübscher Mann; der Professor kennt ihn undrühmt seine Rechtschaffenheit. Jetzt hielt er sehr an, die Reisemitmachen zu dürfen, unv da er nichts Böses im Sinne hat,konnten wir es nicht abschlagen. Tuschen selbst schien es nichtungern zu sehen.

Was sagst Du hierzu, liebe Schwester? Siehe, es ist Zeit,daß wir gehen, sonst könnte die Reihe auch noch an DeineTochter kommen; denn wer das Land liebt, der liebt auch dieLeute. Suschen benimmt sich dabei auf eine Weise, die mitkluger Ehrbarkeit übereinstimmt; sie will nichts ohne den Willender Baronesse thun, sie weint bei Klotilde, bei mir dringt sieauf die Abreise und bei dem Freier ist sie die Bescheidenheitselbst, und entlehnt Bücher von ihm. Neulich zog sie das Ge-