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Erster Band. A - G.
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Abuschir

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Abuschir

Bassora oder durch die Türkei und Rußland, die letzternüber das schwarze Meer und die erstern über Smyrna undConstantinopel. Bisher ist ein großer Theil der auf denzuerst erwähnten Wegen eingeführten Baumwollenwaarenvon der Schweiz und von Deutschland geliefert worden, dadie Erzeugnisse dieser Länder in mancher Hinsicht besser fürdie türkischen und persischen Märkte geeignet waren als dieenglischen; indessen behauptet man, daß die englischenBaumwollenwaaren jetzt in weit bedeutenderer Menge nachder Türkei verlangt werden als sonst. Wollenwaaren, Mes-serschmiedsarbeiten, Uhren rc., die aus England nach In-dien geschickt werden, gehen von da nach Abuschir. Nach-geahmte Shawls von der gehörigen Größe und den gesuchtenMustern sollen daselbst guten Absatz finden. — Die Ausfuhrbesteht größtenteils in roher Seide, Wolle von Kerman,Shawls aus Kerman und Kashmir, Teppichen, Pferden,leinenen Waaren, getrockneten Früchten, Wein, Getreide,Kupfer, Türkisen, Affa fötida, Gallapfel, Perlen und an-dern Artikeln von geringerer Wichtigkeit. Die Türkei ver-sorgt Persien jährlich mit einer beträchtlichen Menge baa-rcn Geldes, welches größtenteils wieder nach Indiengesandt wird.

Der wichtigste Ausfuhrartikel Persiens ist die roheSeide. Man erhält sie in einiger Menge in jeder Provinz;am ausgezeichnetsten aber durch ihren Seidenbau sind Ghi-lan und Mazenderan. In dem ersten werden jährlich gegen900,000 Pfd. erzeugt. Rußland nimmt am meisten vondiesem Artikel. Getrocknete Früchte und Datteln werden ingroßen Massen nach Indien verschickt. Auch viele Pferdewerden nach Indien ausgeführt, zur See und zu Lande;man benutzt sie zur Remonte der indischen englischen Kaval-lerie und zur Befriedigung der großen Nachfrage von Pri-vatpersonen in Hindostan nach diesem edlen Thiere. Diepersischen Pferde sind, obgleich nicht so schnellfüßig und soschön als die arabischen, groß, kräftiger und, Alles berück-sichtiget, für die Kavallerie besser geeignet. Sie können einenaußerordentlichen Grad von Anstrengung aushalten.

Der Wein von Schiras steht in ziemlich hohem Rufe,scheint denselben aber nicht ganz zu verdienen. Wie Fräsererzählt, geht man bei der Bereitung desselben so nachlässigzu Werke, daß man bei der Auswahl von 4 bis 3 Flaschennur eine brauchen kann. Der persische Taback und diepersischen Gelbbeeren werden sehr geschätzt; der erstere bildeteinen ansehnlichen Handelszweig mit der Türkei und In-dien; die Beeren werden in England hoch bezahlt, sind aberbisher nur in unbedeutender Menge eingeführt worden.Türkise, Affa fötida und verschiedene Droguen, Rosenwassernebst andern geringen Artikeln bilden einen Theil der Aus-fuhr. Auch Schaf- und Iiegenwolle wird ausgeführt. Diebeste ist die kermanische. Das weiche Haar der Ziegen ausdieser Provinz ist fast so sein wie das der thibetanischenund Shawlziegen. Baumwolle wird in großer Menge inPersien gebaut; einen Theil davon beziehen die Russen, diemeiste aber wird in dem Lande selbst verbraucht. Getreidewird nach Muskat versandt, aber nicht in großer Menge.Der Perlenhandel ist gegenwärtig fast ganz in Muskat con-centrirt. Die Kupfereinfuhren in Calcutta aus Abuschir,Bassora und andern Häfen des persischen Meerbusens inden mit 1827 bis 1828 endenden 7 Jahren wurden aus un-

gefähr 193,000 Lhlr. des Jahres angeschlagen. DiesesKupfer ist größtenteils das Pcoduct der persischen Berg-werke, und zum Theil mit etwas russischem Kupfer ausGeorgien vermischt.

Die hauptsächlichsten Manufacturwaaren sind: dieschönsten Teppiche; Schawls, die theils im Lande selbstverfertigt werden, theils aus Kaschmir kommen; Sammet,seidene Waaren, Gold- und Silberbrocat und einige wenigeandere Artikel. — Der Handel zwischen Persien und Ruß-land über das caspische Meer war sonst viel beträchtlicher,als jetzt, seitdem England auch im Handel mit Persien dasUebergewicht sich zu verschaffen gewußt hat. Den Verkehrdes russischen Handels mit Abuschir vermittelt vom kaspi-schen Meer her allein Schiras (Bgl. korsien, Ilusslanä).Das meiste Papier, welches das erstere Land braucht, liefertdas letztere. Das russische Pelzwerk findet bereitwilligenAbsatz in Persien; merkwürdig ist aber, daß persische Kauf-leute seit einiger Zeit auf der Leipziger Messe amerika-nisches Pelzwerk kaufen, (vrgulmrt on llw liosourcos oklurke;' x. 133.) Die russischen Provinzen am kaspischenMeere beziehen ihren Bedarf an Indigo aus Persien vonAbuschir.

Nach den officiellen Angaben belief sich der Totalwerthdes ganzen Handels, Einfuhr sowohl als Ausfuhr, zwischendem britischen Indien und dem persischen Meerbusen nacheiner durchschnittlichen Berechnung von 7 Jahren, die mit1828 endigten, (die Rupie zu 2 Schill. gerechnet) aufjährlich 1,337,163 Pfd. St. Davon kamen auf Calcutta339,684 Pfd. St., auf Madras 34,981 und auf Bombay722,497 Psd. St. In dieser Berechnung ist indeß sowohlMuskat und Bassora als Abuschir begriffen, und es ist unsnicht möglich, den Betrag für jeden Ort besonders anzu-geben. Es ergiebt sich indeß aus dem Berichte, welchemdiese Angaben entnommen sind, daß in den 7 erwähntenJahren von den 34, dem persischen Meerbusen angehörendenSchiffen, die in Bombay anlangten, 28 von Bassora undnur 7 aus Abuschir kamen. Daraus darf man aber keines-wegs schließen, daß sich der Handel dieser Oerter nach die-sem Verhältnisse gestalte, um so mehr da die meisten arabi-schen Schiffe, die nach Bassora handeln, Muskat angehören.Es läßt sich indessen wohl annehmen, daß die Schiffe ausdem persischen Meerbusen, welche in Calcutta und Madrasankommen, in demselben Verhältnisse zu einander stehen,wie die nach Bombay gelangenden; da aber die Bestim-mungsörter der englischen nach dem Meerbusen handelndenSchiffe nicht angegeben sind, und die meisten sowohl Abu-schir als Bassora zu besuchen pflegen, so läßt sich unmög-lich bestimmen, ob der Werth des Handels des ersterenOrtes zu dem des letztern und Muskat in demselben Ver-hältnisse steht, wie die Zahl der Schiffe, die sie resprectivenach Indien schicken.

Das Wasser ist in Abuschir außerordentlich schlechtund theuer; dagegen kann man vortreffliches Wasser undin großer Menge zu Karak haben. Der Ankerplatz beidieser Insel ist zu jeder Zeit sicher und die Schiffe könnendicht an der Küste liegen. Sir John Malcolm meinte, derdauernde Besitz von Karak würde ein wichtiger Gegenstandsein, und wir stimmen darin mit ihm überein. Die Inselhat keinen Werth für die Perser und sie würden dieselbe