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Erster Band. A - G.
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Acacia

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Acapulco

Rosinen, Taback und Wein kein Abzug gewährt. DenAbzug oder Rabatt in dem ersteren Sinne berechnet man inHamburg und Amsterdem auf 100, d. h. wer z. B. 106Thlr. zu bezahlen hat, giebt nur 100 Thlr.; in Leipzigdagegen und in den italienischen Handelsstädten wird innicht über 100 gerechnet, d. h. wer 100 Thlr. zu bezahlenhat, zahlt z. B. nur 94. In Leipzig findet namentlich beider Meßzahlung ein bedeutender Abzug, von 10 bis 18Proc. statt. Ein Abzug ist hier auch das Agio, 2 Proc.,wenn die Zahlung in Silber statt Gold geleistet wird. Diessind hergebrachte Usanzen, die im Handelsverkehr bei Wohl-ftilheit der Waaren häufig den Verkäufer schwer drücken,und sich größtentheils wohl beseitigen ließen. — Abzugs-geld ist die Abgabe, welche bei dem Abzug aus einen Landein das andere in dem geleistet werden muß, das man ver-läßt, wenn nicht zwischen beiden Ländern ein Vertrag aufFreizügigkeit besteht. Der Betrag des Abzuggeldes richtetsich nach der Größe des Bermögenbesitzes. — Abzug oderRabatt im deutschen Buchhandel gestattet der Verleger demSortimentsbuchhändler und ist gewöhnlich 33>/2 Proc.,bisweilen aber auch nur 23 Proc. Davon giebt der Sor-timentsbuchhändler seinen Abnehmern einen Erlaß, je nachdem Belang der Geschäfte, die er mit ihnen macht. In denvon den Hauptplätzen des deutschen Buchhandels, Leipzig,Stuttgart, Berlin, Frankfurt, entfernten Plätzen ist dieserNachlaß jedoch im reellen Geschäft unmöglich, weil derSortimentsbuchhändler die Kosten der Fracht und Spesentragen muß.

Acacia ist eine Drogue. Man nannte so ehedem denKaschu, die 4cacia vera, aus der unreifen Frucht des egyp-tischen Schotendornbaums bereitet, und dem Gummi arab.ähnlich, im Gegensatz zu einer anderen Substanz, die nochals nachgemachter Kaschu unter dem Namen 4cacia germa-nica in Deutschland eingeführt wird. Diese ist nichts wei-ter, als der durch Verdunstung und Kochen verdickte Saftvon Schlehen, der sich jedoch durch seine schwarze derReglise ähnliche Farbe leicht von dem gerberrothen echtenKaschu oder Lcacia vera unterscheiden läßt. Die Stückekommen etwa >/? Pfd. schwer in Blasen in den Handel.

Acaja, eine gummireiche, den Schlehen ähnlicheFrucht, von herben und zusammenziehenden Geschmack.Das sehr leichte und von Farbe rothe Holz kommt ausSüd-Amerika.

Acaju-Gummi, von dem in Ost- und Westindienwachsenden Elephantenlausbaum (4nacaräium occiäentaloI..). Man erhält es in großen, regelmäßig gebildeten,länglichen Stücken von gelblicher Farbe. Es ist hart, vonglasigem Bruch, innen mit Luftblasen und Riffen versehen,durchscheinend, geruchlos, beim Kauen stark an den Zähnenhangend, schwer auslöslich, und kommt erst seit kurzem inden Handel, zu Arzneien.

Acajou-Holz, s. Anakardenholz und Maha-goniholz.

Acaju-Nüsse, Kaschunüsse, Anacarden, Ele-phantenläuse (engl. casdovv nuts; sranz. noix ä'acajou;ital. scaju; holländ. oatsjoenoalen; span. nueces ä'acaju;portug. nores äacaju). Man hat im Handel 1) Westin-dische Elephantenläuse (Semen anacaräii occickentalis)die zolllangen, nierenförmigen, etwas platt gedrückten,

grünlich grauen, glänzenden Saamen des, in West- undOstindien wachsenden westindischen Anakardienbaums (4na-caräium occiäenwle). Sie enthalten zwischen der äußernund innern Schale eine beinahe schwarzes scharfbrennendesOel, die gerösteten und dadurch ihres scharfen scharfen Stof-fes beraubten Saamen werden gegessen. Der ausgepreßteSaft dient zu Limonaden, durch Gährung bereitet manWein und Essig daraus. 2) Ostindische Elephanten-läuse (Soinon anacaräii orienlalis) von dem orientalischenAnakardienbaume, der in Ostindien auf Banda u. s. w.wächst. Es sind herzförmige etwas breitgedrückte, amRande abgerundete Saamen, von schwarzer oder grau-schwarzer Farbe, zwischen der äußern ziemlich festen Schaleund der rothen Haut, welche den mandelartigen Saameneinschließt, befindet sich ein schwarzes sehr ätzendes dickesOel. In Ostindien dienen die Elephantenläuse als Wurm-mittel, auch werden sie frisch eingemacht. Den scharfenSaft gebraucht man zum Drucken der Kattune, so wie zumZeichnen von Leinen. Auch werden Warzen damit weg-geätzt. In Europa werden die Elephantenläuse nur nochselten in der Arzneikunst gebraucht.

Acapulco, ehedem eine bedeutende Seehafenstadt desFreistaates Mejico und Hauptort des gleichnamigen Di-strikts (16° 80' 29" n. Br. 102« 20' 30" oder 102« 12,12" w. L.) an der Küste des stillen oder großen Ozeans.Der Hasen von Acapulco ist einer der schönsten in der gan-zen Welt, der eine große Anzahl von Schiffen aufnehmenkann und ihnen die vollkommenste Sicherheit gewährt. Solange Mejico unter der spanischen Herrschaft stand, wurdejährlich eine reich beladene Gallione oder ein großes Schiffvon Acapulco nach Manilla auf den Philippinen gejchickt,und nach der Rückkehr desselben wurde ein Markt gehalten,den die Fremden fleißig besuchten. Dieser Verkehr hatjedoch mit der Selbstständigkeit des mejicanischen Bundes-staates aufgehört, und der Handel wird durch die wenigenhier ansässigen Weißen betrieben. Die übrigen Bewohnerdes Ortes, der überhaupt 3000 Einw. zählt, größtentheilsMulatten und Zambos, sind theils Perlenfischer, theilsSeeleute, theils Ackerbauer in der Stadt von 30—40 Häu-sern und in einer weitläufigen Vorstadt von Jndierhütten,aus Rohrstäben. Das Fort San-Earlos beherrschtStadt und Hafen auf seiner Höhe. Die Bai von Acapulco,aus der ehedem die reichen Manilla-Gallionen ausliefen, istein außerordentlich weites, von Granitfelsen rings umge-benes, und gegen SSO. offenes, Becken, von O. gegenW. mehr als 19,700 Fuß breit. Die kleine Insel äo >a Ilo-gueta oder >IcI 6>>ko liegt so vor derselben, daß sie zweiDurchgänge bildet. Der schmälere, lloca cdica, von W.gegen O-, ist zwischen den beiden Landspitzen I'llar und llrilonur 800 Fuß breit; der größere, Ilona granäe, ist '/s sranz.Seemeile weit. Die Wassertiefe in der Bai beträgt 24 — 33Faden, außer in der Untiefe Santa 4na von 130 Fuß.Der Hafen ist der westlichste Theil der schönen, weitenBucht, zwischen ?Ia;a granäc und Lnseraäa äe 8anla I.uoia.Hier haben die Schiffe dicht am Lande einen vorzüglichenAnckergrund bei 6 —10 Faden Tiefe. In der Bucht dage-gen ist die Bewegung der See von SW. her stark fühlbar,wegen der weiten Oeffnung der voca granäe. Die Aus-fuhr besteht in ungemünztem Gold und Silber, Kochenille,