Band 
Erster Band. A - G.
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Agmlius

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Ahornholz

mit einer solchen Spekulation verbunden ist. Trotzdemdauert dieselbe fort, und wird mit dem Verkehr, so wiemit dem Streben nach Gewinn und Reichthum noch allge-meiner werden.

Agnelius nennt man in Amsterdam die seingekräu-selte Wolle der kleinen dänischen Landschaafe, welche beson-ders häufig von den Hutmachern gebraucht wird.

Agon, Flecken in Frankreich, Depart. Manche, Ar-rondissement Coutances, 2°/, L. W. von Coutances, mit1361 Einw. an der Mündung der Sienne; hat einen Hasenfür kleine Schiffe, worin aber Schiffe zu weiten Seereisenund zum Stocksischfang gerüstet werden.

Agra, oder Agrah ist eine Stadt im britischen Hin-dostan, in der gleichnamigen Provinz, die zwischen denProvinzen Delhi N-, Lüde O., Allah-Abad SO., MalwaS., Adjemir W. liegt, meistentheils eben und sehr frucht-bar ist. Die Gegend Dou-Ab, zwischen dem Ganges undDjumna gewährt vorzüglich Zuckerrohr, Indigo und Baum-wolle; außerdem aber Reis, Gerste, Weizen u. a. inMenge. Die Provinz zählt an 6 Mill. Einw. Die gleich-namige Hauptstadt liegt rechts am Djumna an 43L. SSO.von Delhi, 27° 11 ' n. Br. 73° 33' ö. L. Im I. 1803 sieldie Stadt den Engländern in die Hände, und ist seitdemherabgekommen bis auf etwa 6000 Einw., die sich mitBaumwollweberei, Papierfabrikation !c. beschäftigen. Eslaufen vier Hauptstraßen von O., N-, W., S. hier zu-sammen, wodurch die Stadt wieder an Lebhaftigkeit ge-winnt.

Agraffe ist eine Spange, die in verschiedenen Metal-len und Formen theils als Bedürfniß zum Schließen, theilsauch nur als Schmuck gearbeitet wird. Frankreich versen-det viele, mit Edelsteinen reich verzierte Spangen in dieLevante.

Agram, Aagrab ist die Hauptstadt von Kroatienund eine königliche Freistadt im agramer Comitat, unweitder Sau, in schöner und fruchtbarer Ebene, durch einenBach in drei Theile geschieden, die zusammen 1368 Häuserund 10400 Ew. haben; 43° 49' 2" n. Br. 13° 44' 23" ö.L.Die Stadt hat mehrere Fabrikanten, eine Seidenfabrik,eine Porzellanfabrik und treibt lebhaften Handel mit Ta-backsblättern, Honig, Weinstein, Pottasche und Getreide,den dortigen Landesprodukten. Bon Trieft her kommentheils zu Wasser, theils zu Lande, verschiedene Kolonial-und Farbewaaren, die von hier nach ganz Ungarn undOesterreich weiter gehen. — Das Comitat gehört zu denbevölkertsten in Ungarn, 4464 Einw. pr. QM.

Agrest, franz. Versus; engl. Vorjuico; ital. 4greslospan. 4grar; port. 4groco; holl. Verjms, ist der Saft derunreifen Weinbeeren, den man wie Essig braucht und mitZucker und Citronen zu einem Syrup siedet. Des Saftesbedient man sich an Speisen, in Apotheken und auch zuwei-len zur Reinigung des Wachses auf den Wachsbleichen.Die unreif harten, mit Essig eingemachten Weinbeeren(Versus conlit ou en grains) gebraucht man häufig statt derOliven.— Zur bessern Aufbewahrung des Saftes, damiter nicht kanig werde, gießt man etwas Baum- oder Man-delöl darüber. — An manchen Orten pflegt man mit demNamen Agrest den Saft der wilden oder Holzäpfel zubelegen.

Agrigent, s. Girgenti.

Agrumen, Agrumi, nennt man im italienischenHandel überhaupt die Orangeriefrüchte, besonders Orangenund Simonien oder Citronen.

Agtstein, s. Bernstein.

Aguamiel, Honigwasser, heißt der frische Saftder »inoricana in Mejico, woraus der Pulque be-reitet wird. Er ist süß-säuerlich.

Ahle heißt ein nadelförmiges Werkzeug für Lederar-beiter, z. B. Sattler, Täschner, Schuhmacher. Für ver-schiedene Arbeiten giebt es verschiedene Arten, theils gerade,theils gebogene, theils zwei - oder dreischneidige, oder runde,oder mit Oehr rc. Sie werden pr. Tausend im Großen ver-kauft. Die Preise richten sich, wie bei allen Handelswaa-ren, theils nach der Güte der Waare, theils nach dem Be-gehr, theils wirkt der Ruf des Meisters dabei mit. Diesletztere wird im Handel gewöhnlich durch das sogenannteBild, als Etikette aus den Packeten, bezeichnet. SolcheBilder sind ein Adler, Bergmann u. a. Dieses wählt sichder Meister, in dessen Werkstatt die Waare gearbeitet wird,und nach demselben werden dann die Bestellungen gemacht.In Schmalkalden allein bestehen für Schuhmacher-Ahlenmehr als hundertzwanzig Werkstätten, deren Waaren nachFrankreich und weiter versendet werden. Nicht minder be-deutend ist dieser Gewerbszweig in Steiermark, Solingen,Aachen.

Ahlkirsche, Aalkirsche ist die sogenannte Trau-benkirsche (I'ruiius poäus), die reif eine schwarze Farbe hat.Der Baum erreicht eine Höhe von 23 bis 30 Fuß. DasHolz desselben eignet sich gut zu Tischlerarbeiten; die Rindeder jungen Aeste enthält viel Blausäure. Deshalb wirddieselbe getrocknet und zu Pulver gerieben, so wie als Ab-surd oder Extrakt in den Apotheken verbraucht.

Ahm, s. Ohm.

Ahm, Ahming, engl. tlw äranxbt, heißt das in Fußeingetheilte Maaß am Schiff, welches anzeigt, wie tief dasSchiff im Wasser geht. Es ist am Border - und Hinter-steven angebracht.

Ahornholz, franz. llois ä'eralüe; engl. dlaple; ital.und port. 4eei u; span. 4rco; holl. 4kornkout; dän. Vul-lürliolrui!; schweb, l.ünn; russ. Klon, .Iinvor; neugriech.8pl>cn,Iumi, Vspbonilonlls, ist das Holz von mehreren, so-wohl in- als ausländischen Ahornbäumen, und kommt in denHandel. In Deutschland wachsen besonders 3 Arten wild,nämlich 1) der gemeine weiße oder Bergahorn (4cerpsoullo-plnlnnus); 2) der Spitzahorn (4. plnlunoilles) und3) der Feldahorn oder Maßholder (4. cnmpostre). —Das Holz des Bergahorn (was man auch Spill - oderSpiudelh olz nennt) ist weiß und zähe, nimmt eine schönePolitur an, wird wenig von Würmern angegangen, läßtsich spiegelglatt bearbeiten, und dient vorzüglich zu Stampf-werken, Rollen, Walzen, Zähnen in Rädern, Gewehr-schaften, Billardstöcken, Mulden, Tellern und vielerleiDrechslerarbeiten, ferner zu verschiedenen Instrumenten,als Klavieren, Lauten, Geigen rc. — Das mit marmorir-ten Masern durchzogene nennt man Pfauenholz. — DasHolz des weißen Ahorns nimmt eine schöne Mahagony-farbe an, wenn man es mit Scheidewaffer beizt und dann