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Erster Band. A - G.
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Ambra

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Amerika

und hinterläßt ziemlich viel leichte weiße Kohle. Sie kamvor einigen Jahren in einzelnen Quantitäten aus Brasi-lien in den Handel, ist aber jetzt schon wieder daraus ver-schwunden.

Die Droguisten verkaufen unter dem Namen 4mkraxrisea häufig die aus der schwarzen Ambra herausgebrochenenHellern Stückchen, welche die äußere schalenartige Schichtder Ambrastücke bilden.

Den Hauptbestandtheil der graue» Ambra bildet dasAmberfett (Amkrein), welches dem Cholesterin sehr ähn-lich ist. Es wird durch Kochen der Ambra mit Alkoholund durch Filtriren der aufgelösten Massen gewonnen, in-dem es sich in zarten, glänzend weißen Radeln krystallisirt.Bei -l- 30» ll. schmilzt es, beim Erkalten wird es wachsartig.— Sorten: Man unterscheidet im Handel graue, weiße,schwarze und braune Ambra. Die graue ist die besteund theuerste; die schwarze wird oft dadurch künstlich ge-macht, daß man schlechte Bruchstücke der grauen Ambramit Laudanum (s. d. A.) zusammenschmilzt. Verfäl-schung: Des hohen Preises wegen wird die Ambra häufigverfälscht, oft auch künstlich nachgemacht. Bei der ver-fälschten Ambra bemerkt man aber nicht die lagenartigenStreifen der echten, auch hinterläßt sie beim Verbrennenmehr Rückstand und selbst eine Kohle. Gebrauch: in derMedicin als Reizmittel (besonders im Orient, wo man ihrgroße lebensverlängernde Kräfte zuschreibt), unter verschie-dene feine Parfümerien. Der Preis der echten grauenAmbra ftkmbrs grisea) war 1836 in Leipzig 7 Thaler fürdie Unze.

Ambra, flüssige, s. Storar.

Ambra-Baum, lüguiä smber, Antkos pormuin,ist ein in den Wäldern Virginia's, Canada's und Mejico'Sgegen 40 Fuß hoch wachsender Baum, aus dessen Stammund Blättern eine röthlich-gelbe Masse durch Einschnittegewonnen wird, deren Geruch dem Perubalsam oder demgewöhnlichern Storar ähnlich ist (vgl. Ambra). Aus demHolz dieses Baumes werden Geräthe gemacht.

Ambr«ades hießen die unächten Bernstein-Korallenund Glasperlen, die gewöhnlich in Frankreich gefertigt, imHandel nach den Senegalländern und der Levante gebrachtwerden.

Ameise, lat. kormica, ein Insekt, dessen Emsigkeitzum Sprüchwort geworden ist, giebt mehrere wichtige Pro-dukte, deren Grundbestandtheil die Ameisensäure ist. DasInsekt selbst lebt in Gesellschaft, vorzüglich aber die großenund rothen Waldameisen, die große Haufen bilden, indenen sich alles regt und bewegt, und namentlich im Innerndie sogenannten Ameiseneiser oder eigentlich die Amei-senlarven befinden, welche gesammelt, als Vogelfutterin den Handel kommen. — Die Ameisensäure (äoülumkormicarum, äciüum korimcmm) zeichnet sich durch eine eigen-thümliche Schärfe aus, welche die gestörten Ameisen als Saftausspritzen, der aus der Haut ein heftiges Brennen verur-sacht. Sie wird durch Destillation der Ameisen mit Wasserin einer verstopften Flasche gewonnen, und besteht aus 2Atomen Kohlenstoff, 2 At. Wasserstoff und 3 At. Sauer-stoff. In der Chemie wird sie gewöhnlich mit ? bezeichnet.Uebrigens läßt sich auch eine künstliche Ameisensäure chemisch

auf verschiedene Weise bereiten, z. B. aus Weinsteinsäure

2 Theile, Braunstein S Th. und Schwefelsäure S Lh.; oderaus 1 Th. Zucker in 2 Th. Wasser aufgelöst, mit 2'/^ bis

3 Th. guten feingeriebenen Braunstein vermischt, und biszu -i- 60 erhitzt, dann mit 1 Th. Schwefelsäure versetzt,die vorher mit 1 Th. Wasser verdünnt ist. Sie entstehtnoch durch einige andere chemische Verbindungen.

Die concentrirke Ameisensäure ist eine farblose Flüssig-keit von stechendsaurem Geruch, und ihr Geschmack im ver-dünnten Zustande rein sauer, ohne Beigeschmack. Ihrspecifisches Gewicht beträgt im koncentrirtsten Zustande 1,116,also größer als das der Essigsäure, kann aber eben so wenigwie diese ganz wasserfrei dargestellt werden, und enthält imconcentrirtesten Zustande noch 19-/z Proc. Wasser. Mit denAlkalien, Erden und Metalloryden verbindet sie sich zu eige-nen Salzen, die salzig-bitter schmecken, und beim Uebergießenmit Schwefelsäure den Geruch der Ameisensäure entwickeln.In hoher Temperatur verflüchtigt sie sich siedend, ohne daß siezersetzt würde, und läßt sich daher dessilliren. Die reine Amei-sensäure ist nicht officinell, nur die mit Alkohol verdünnteAmeisennaptha wird als Ameisenspiritus (Spiritus kormi-carum) als äußerliches Mittel zum Einrciben gebraucht.

Die Ameisennaphtha entsteht durch die Vermi-schung der Ameisensäure mit Alkohol. Sie ist wafferhell,riecht stark, aber auch fein und angenehm nach Pfirsichker-ncn, und schmeckt darnach, hintennach aber sehr stark nachAmeisen, löst sich schwer in Wasser (1 Th. in 8 Lh.), jedochleicht in Alkohol, und wird davon durch Wasser geschieden.

Der Ameisenspiritus (Spiritus form d arum) wirdbereitet durch Destillation von frischen Ameisen mit 4 Th.Alkohol und eben so viel Wasser. Derselbe enthält auchfreie Ameisensäure und ätherisches Ameisenöl aufgelöst, istdurchsichtig hell, und der Ameisennaphtha im Geruch ähn-lich. Es wird auch ein künstlicher aus Essignaphtha undAlkohol bereitet, den man aber schon durch seinen eigen-thümlichen Geruch erkennt.

Das Ameisenöl bildet sich bei mäßiger Kälte auf derOberfläche der aus den Ameisen gepreßten Flüssigkeit, undhat eine röthlichbraune Farbe und einen durchdringendenunangenehmen Geruch, der sich jedoch nach einigen Wochenverliert, wo dann das Oel safrangelb und durchsichtig wird.Der Geschmack ist anfangs mild, hintenher aber kratzend.

Ameisenweihrauch, Waldweihrauch, Niibanumsxlvostru, Mibanum lerrostre, werden die Kieferharzstückegenannt, welche man in den Haufen der Waldameisen findet.Man braucht denselben zuweilen als Räuchermittel.

Amens, Amiens, ein grober wollener Stoff, demI.asting ähnlich, aber von besserer Qualität, gestreift, auchwohl geblümt, einfarbig, von allerlei Farben; Länge 80Parks, Breite 18 bis 20 inclies (Zoll). Er wird vornehm-lich in Porkshire gewebt, zuerst aber in- Amiens und jetztauch in Deutschland, z. B. in Berlin, Magdeburg, Gera,Aeulenroda, Krimmitschau, Penig, Gera.

Amerika oder die sogenannte neue Welt, ist eindurch die kühnen Fahrten des Genuesen Christoph Co-lumbo über den atlantischen Ozean entdeckter Erdtheil. Inspanischen Diensten gelangte er auf der ersten Fahrt 1492am 12. Oktober zu der westindischen Insel Guanahani, und