Daiem
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Baiem
Die starke Einfuhr von Hopfen, worin Baiern alleübrigen deutschen Zollvereinsstaaten übertrifft, beweist einensehr beträchtlichen Verbrauch desselben in der Bierbrauerei.Besonders geschah die Einfuhr in Waldsassen, Waldmün-chen und Nürnberg, namentlich aus Böhmen.
Ein bedeutender Gegenstand des Landbaues ist inBaiern die Viehzucht, besonders die Rindviehzucht,namentlich in Schwaben und Ncuburg, in Ober - und Nic-der-Baiern und in der Ober-Pfalz; schwächer in Franken,jedoch durchweg viel beträchtlicher als in Preußen, ausge-nommen vielleicht in der Pfalz. Daher führt Baiern unterallen Zollvereinsstaaten auch das meiste Rindvieh aus, theilsnach Sachsen, theils nach Oesterreich, theils nach Frank-reich in der Pfalz; trotzdem wird aber viel, hauptsächlichaus Oesterreich und Tyrol über Pfronten, Passau, Rosen-heim eingeführt. Baiern hat übrigens unter den Zollver-einsstaaten die stärkste Fleischconsumtion, 45 bis 46 Pfd.xr. Kopf.
Geringer als in Preußen ist in Baiern die Schaf-zucht, am bedeutendsten noch in Mittel-Franken, am
schwächsten in der Pfalz. Davon hängt natürlich der Er-trag der Wolle ab, deren ansehnlicher Bedarf nur durch einebeträchtliche Einfuhr gedeckt wird, während die Ausfuhrgering ist. Baiern verarbeitet also nicht allein das eigenejährliche Produkt, sondern auch die starke Zufuhr, einBeweis, daß die Wollweberei in lebhaftem Betrieb ist.
Der Pferdestand ist nicht in allen Landestheilengleich; am stärksten in Ober - und Nieder-Baiern, dann inSchwaben und Neuburg, in der Pfalz, in Mittel-Franken,in der Ober-Pfalz und Regensburg, in Unter-Franken undAschaffenburg; am geringsten in Ober-Franken. Wennauch Baiern von Oesterreich durch Reichenhall, Freilassing,Passau, Eschelkamm Pferde einführt, so zieht es dochderen weit über den inländischen Bedarf, und führt auchnach Oesterreich aus.
Die Schweinezucht ist in Baiern beträchtlicher alsin Preußen, am stärksten in Unter-Franken und Lschaffen-burg, am schwächsten in Schwaben und Neuburg.
Luch die Ziege, das Thier des Gebirgs, findet inBaiern Pflege.
Den Viehstand im Jahr 1842 zeigt diese statistische Uebersicht:
im
Rindvieh
Schafe
Ziegen
Schweine
Pferde
ganzen Lande . . Stück
! 2,625294 davon )s 329,743 Kälber j
1,899898
107,236
842,851
! 349,689 davons 64,326Füllen
inländ. Consumtion . -
! 265,998 Großvieh !s 329,743 Kälber j
316,650
17,873
632,138
an
1837
1838
1839
1840
1841
1842
1843
1844
/ Rindvieh.
15523
11983
12009
10061
10315
10242
43493
31365
I Schweine -
gemästete ... -
49
37
37
34
56
86
1711
1531
magere ... -
44809
44062
34159
17822
13952
19749
25463
36224
Schafe -
Hammel ... -
anderes Vieh und
1192
464
454
194
288
1201
3990
3535
L> I §
Ziegen ... -
19024
15935
l!»51
15015
14363
16225
30211
30720
V Pferde .
-. '
1848
2212
20tN
1543
1320
1327
2380
2679
/ Rindvieh.
10222
11196
17421
19834
18857
12188
7508
5097
I Schweine
gemästete ... -
274
304
515
841
736
301
183
129
magere ... -
13629
9126
13492
12151
10928
7762
2895
2782
s j Schafe
Hammel ... -
anderes Vieh und
22947
23737
26145
UOOöo
5»063
61150
22566
24839
^!
Ziegen ... -
9233
8275
10322
13088
22539
14748
8017
7338
V Pferde .
3939
3762
4536
5552
3949
4180
3583
2844
Unter den landwirthschaftlichen Erzeugnissen hat Baiernsehr beträchtliche. Der Tabackbau nimmt 14,579 Tag-werke — 19,455 QMorgen 122 QRuthen ein, deren Er-trag durchschnittlich 101,171 Ctr. angegeben wird. Na-mentlich gehört der in der Pfalz zu dem bekannten Pfälzer.Indessen kommt die Ausfuhr der Tabackfabrikate aus Baiernder von Baden keineswegs gleich.
Der Weinbau ist ansehnlich, und von den acht Re-gierungsbezirken bauen nur die drei östlichen: Ober-Baiern,Rieder-Baiern, Ober-Pfalz und Regensburg wenig Wein.Von den übrigen Regierungsbezirken erzeugt Schwaben undNeuburg im Süden einen trinkbaren Wein, der aber meistim Inlands verzehrt wird; die drei Kreise Franken sind dieHeimath der sogenannten Frankenweine; die Pfalz hat
dagegen mit dem Haardtgebirge eine der vorzüglichstenWeingegenden in Deutschland, und l« Jahr 1840 war derWeingewinn 802,000 bair. Eimer.
Ein sehr beträchtliches Erzeugniß ist 4» Baiern dasBier, und fünfmal größer als in Preußen, allein m den siebenRegierungsbezirken diffeit des Rheins, also durchschnittlich107 prcuß. Quart, dagegen in der Pfalz nur 53>/2 auf denKopf.— DieProduktion an Branntwein schätzt man -mf22,000000 preuß. Quart. — An Wolle bezieht Baiernviel mehr als es ausführt, während es an Wollfabrikationvielmehr aus- als einführt; trotzdem könnte die Fabrikationbei weitem ausgedehnter sein. — An Butter hat unterden AollvereinSstaaten Baiern die stärkste Ausfuhr, näm-lich 1839 von der Gesammtmasse 15,367 allein 1499 Ctr.