Band 
Erster Band. A - G.
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180
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Daiem

189

Baiem

Die starke Einfuhr von Hopfen, worin Baiern alleübrigen deutschen Zollvereinsstaaten übertrifft, beweist einensehr beträchtlichen Verbrauch desselben in der Bierbrauerei.Besonders geschah die Einfuhr in Waldsassen, Waldmün-chen und Nürnberg, namentlich aus Böhmen.

Ein bedeutender Gegenstand des Landbaues ist inBaiern die Viehzucht, besonders die Rindviehzucht,namentlich in Schwaben und Ncuburg, in Ober - und Nic-der-Baiern und in der Ober-Pfalz; schwächer in Franken,jedoch durchweg viel beträchtlicher als in Preußen, ausge-nommen vielleicht in der Pfalz. Daher führt Baiern unterallen Zollvereinsstaaten auch das meiste Rindvieh aus, theilsnach Sachsen, theils nach Oesterreich, theils nach Frank-reich in der Pfalz; trotzdem wird aber viel, hauptsächlichaus Oesterreich und Tyrol über Pfronten, Passau, Rosen-heim eingeführt. Baiern hat übrigens unter den Zollver-einsstaaten die stärkste Fleischconsumtion, 45 bis 46 Pfd.xr. Kopf.

Geringer als in Preußen ist in Baiern die Schaf-zucht, am bedeutendsten noch in Mittel-Franken, am

schwächsten in der Pfalz. Davon hängt natürlich der Er-trag der Wolle ab, deren ansehnlicher Bedarf nur durch einebeträchtliche Einfuhr gedeckt wird, während die Ausfuhrgering ist. Baiern verarbeitet also nicht allein das eigenejährliche Produkt, sondern auch die starke Zufuhr, einBeweis, daß die Wollweberei in lebhaftem Betrieb ist.

Der Pferdestand ist nicht in allen Landestheilengleich; am stärksten in Ober - und Nieder-Baiern, dann inSchwaben und Neuburg, in der Pfalz, in Mittel-Franken,in der Ober-Pfalz und Regensburg, in Unter-Franken undAschaffenburg; am geringsten in Ober-Franken. Wennauch Baiern von Oesterreich durch Reichenhall, Freilassing,Passau, Eschelkamm Pferde einführt, so zieht es dochderen weit über den inländischen Bedarf, und führt auchnach Oesterreich aus.

Die Schweinezucht ist in Baiern beträchtlicher alsin Preußen, am stärksten in Unter-Franken und Lschaffen-burg, am schwächsten in Schwaben und Neuburg.

Luch die Ziege, das Thier des Gebirgs, findet inBaiern Pflege.

Den Viehstand im Jahr 1842 zeigt diese statistische Uebersicht:

im

Rindvieh

Schafe

Ziegen

Schweine

Pferde

ganzen Lande . . Stück

! 2,625294 davon )s 329,743 Kälber j

1,899898

107,236

842,851

! 349,689 davons 64,326Füllen

inländ. Consumtion . -

! 265,998 Großvieh !s 329,743 Kälber j

316,650

17,873

632,138

an

1837

1838

1839

1840

1841

1842

1843

1844

/ Rindvieh.

15523

11983

12009

10061

10315

10242

43493

31365

I Schweine -

gemästete ... -

49

37

37

34

56

86

1711

1531

magere ... -

44809

44062

34159

17822

13952

19749

25463

36224

Schafe -

Hammel ... -

anderes Vieh und

1192

464

454

194

288

1201

3990

3535

L> I §

Ziegen ... -

19024

15935

l!»51

15015

14363

16225

30211

30720

V Pferde .

-. '

1848

2212

20tN

1543

1320

1327

2380

2679

/ Rindvieh.

10222

11196

17421

19834

18857

12188

7508

5097

I Schweine

gemästete ... -

274

304

515

841

736

301

183

129

magere ... -

13629

9126

13492

12151

10928

7762

2895

2782

s j Schafe

Hammel ... -

anderes Vieh und

22947

23737

26145

UOOöo

5»063

61150

22566

24839

^!

Ziegen ... -

9233

8275

10322

13088

22539

14748

8017

7338

V Pferde .

3939

3762

4536

5552

3949

4180

3583

2844

Unter den landwirthschaftlichen Erzeugnissen hat Baiernsehr beträchtliche. Der Tabackbau nimmt 14,579 Tag-werke — 19,455 QMorgen 122 QRuthen ein, deren Er-trag durchschnittlich 101,171 Ctr. angegeben wird. Na-mentlich gehört der in der Pfalz zu dem bekannten Pfälzer.Indessen kommt die Ausfuhr der Tabackfabrikate aus Baiernder von Baden keineswegs gleich.

Der Weinbau ist ansehnlich, und von den acht Re-gierungsbezirken bauen nur die drei östlichen: Ober-Baiern,Rieder-Baiern, Ober-Pfalz und Regensburg wenig Wein.Von den übrigen Regierungsbezirken erzeugt Schwaben undNeuburg im Süden einen trinkbaren Wein, der aber meistim Inlands verzehrt wird; die drei Kreise Franken sind dieHeimath der sogenannten Frankenweine; die Pfalz hat

dagegen mit dem Haardtgebirge eine der vorzüglichstenWeingegenden in Deutschland, und l« Jahr 1840 war derWeingewinn 802,000 bair. Eimer.

Ein sehr beträchtliches Erzeugniß ist 4» Baiern dasBier, und fünfmal größer als in Preußen, allein m den siebenRegierungsbezirken diffeit des Rheins, also durchschnittlich107 prcuß. Quart, dagegen in der Pfalz nur 53>/2 auf denKopf.— DieProduktion an Branntwein schätzt man -mf22,000000 preuß. Quart. — An Wolle bezieht Baiernviel mehr als es ausführt, während es an Wollfabrikationvielmehr aus- als einführt; trotzdem könnte die Fabrikationbei weitem ausgedehnter sein. — An Butter hat unterden AollvereinSstaaten Baiern die stärkste Ausfuhr, näm-lich 1839 von der Gesammtmasse 15,367 allein 1499 Ctr.