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Erster Band. A - G.
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Bank

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Bank

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immerhin dabei die pariser Bank im Auge gehabt haben.Das Schicksal der Bank von England in ihren wiederholtenVerlegenheiten spricht dagegen. Allerdings würde sich dienöthige Baarschaft schaffen lassen, wenn es der Bank mög-lich wäre, dieselbe zu erwerben. Man betrachte nur diefurchtbare Geldkrise in England im I. 1823, die ganzunerwartet eintrat. Im Jahr vorher hatte die Bank vonEngland 11 Millionen Pfund in Gold aufgehäuft. ImSeptember 1828 wurde sie mit Wechseln allerWelt bestürmt.Sie beschränkte ihre Discontirungen, sie erhöhte endlich ihrDisconto von 4 auf 3 Proc.; aber dies alles half nichts,und in drei Wochen stieg der Betrag ihrer discontirtenWechsel von vier bis auf fünfzehn Millionen Pfd. Sterl.Nichts half. Der Sturm vernichtete eine Bank nach derandern, und in drei Monaten stellten an sechszig die Zah-lung ei». Die Münze arbeitete Tag und Nacht, um derBank die Sovcreigns für den folgenden Tag zu schaffen.Am 24. December besaß die Bank nicht mehr als nur eineeinzige Million Gold, und schon fürchtete man ihben Fall.Plötzlich beschwichtigte das Toben des Sturmes die mitGenehmigung des Königl. Geheimen Raths erfolgte Ausgabeeiner Million von Einpfund-Notcn. Eine Thatsache, diefür die Einrichtung einer Bank sehr wichtig ist. War nichtauch der Bank von England die Krise im J. <836 gefährlich,und eben so die im Jahre 1836? Im August des Jahres1838 besaß die Bank 6,340006 Pfd. Sterl. Goldwerth,während ihre Verbindlichkeiten an 28,410000 Pfd. Sterl.betrugen, also nur zwei Drittel des Baarwerths, ein Ver-hältniß zwischen Baar und Zetteln, dem Say nebst andernStaatsökonomcn so zuverlässig das Wort reden. Wiewenig sich indessen dieses Verhältniß bei der eintretendenGctreidcthcuerung, wodurch die Baarschaft natürlich in dasAusland abfloß, ohne sogleich wieder zurückzufließen, auf dieDauer festhalten ließ, das ist bekannt. Das Börsendiscontostieg in dieser allgemeinen Noth auf 4 und 4>/2 Proc., nurdie Bank hielt das von ihr früher auf 3>/.,Proc. herabgesetzteDiskonto, und schränkte außerdem auch ihren Zcttelumlaufnicht ein, eine Maaßregel, wozu die Bankdirektioncn so-gleich ihre Zuflucht nehmen, wen» Gefahr droht. Jedochwurde auch damit nichts gewonnen, und im Februar 1838hatte die Bank von London nur 6,773000 Pfd., währendihre Verbindlichkeiten sich auf 23,857000 Pfd. Sterl. bc-liescn; im Mai besaß sie 3,116000 Pfd. Baarschaft gegen26,028000 Pfd. Sterl. Verbindlichkeiten, und endlich schmolzihre Baarschaft bei dein fortwährend ungeheuer steigendenWcizenprcise bis auf 2 Millionen Pfd. zusammen. Ihretodte Schuld half nichts gegen diese fürchterliche Noth, undes blieb ihr nichts weiter übrig, als Anleihen in Paris undbei der ostindischen Kompagnie gegen das Unterpfand ihrertodten Schuld nebst einer entsprechenden Summe von Schatz-scheinen.

Trotz dem, daß die Bank von England sich aus derGefahr rettete, so. traten doch im Jahr 1836, so wie imJahr 1836 sehr beträchtliche Bank-Fallissements in Englandein. Im I. 1836 siel in Irland die Agrikulturbank mit46 Zweig-Banken, in Manchester die Northern - und Een-tral-Bank mit 40 Zweig-Banken, und noch einige im Jahr4337. Im Jahr 1836 sielen überhaupt nur 6, aber dar-unter keine Zettel-Bank; aber im Jahr 1840 stellten 24 ihre

Zahlungen ein, und darunter 8 Zettel-Banken; 1841 sallir-ten 26, davon II Zettel-Banken waren; 1842 wieder 12,darunter 4 Zettel-Banken; 1843 ebenfalls 11, davon 6Zettel-Banken. So brachen in diesen fünf Jahren in Eng-land 82 Banken, von denen 46 nichts zu zahlen vermoch-ten, 12 aber 25 Proc., 12 jedoch 50 Prov., 3 endlich73 Proc., und 3 sogar voll, wenn auch nach und nachbezahlten.

Aus diesen Thatsachen erzieht sich, daß das Verhält-niß der vorräthigen Baarschaft einer Bank zu der von ihrausgegebenen Zettelmenge kein sicheres Mittel gegen dieBanknoth ist, die in den meisten Fällen nicht zunächst durcheinen Geldmangel, sondern durch scheinbar viel entferntereungünstigere Verhältnisse verursacht wird. Dennoch magein solches Verhältniß als ei» Richtpunkt angenommen wer-den, um wenigstens in Rücksicht darauf Mißbräuche derBankvcrwaltung verhüten zu können. Der erfahrene eng-lische Banker Loyd bezieht sich ebenfalls auf dieses Ver-hältniß, indem er sagt: „Einen Moment, in welchem dieWechselkurse sich im Pari befänden, sollte man wahr-nehmen, und doppelt so viel Zettel schaffen, als man indiesem Moment Gold haben würde. Das sei der volle Geld-umlauf und von da an sollte man dann immerwährendmit den Zetteln, nach Maaßgabe des Verhältnisses «/z: >/a,dem Geldvorrath folgen." Wie aber die Wirklichkeit dieseAnsichten trüben kann, das haben die oben dargestelltenBankstürmc genügend bewiesen. Der Banker kannte auchdie Schwäche seiner eben mitgetheilten Grundsätze, undverbessert sich daher in dem folgenden Ausspruch: „DieAufgabe der Bank dreht sich in einem Zirkel. Eine Ab-nahme des Geldes macht eine Verminderung des Zettel-standes nöthig; diese Verminderung bringt einen Druck aufdie Geschäfte hervor, und somit eine Erschütterung desöffentlichen und des Privatkrcdits. Da soll nun die Bankwieder helfen; denn die Pflicht der Bank, den Kredit auf-recht zu erhalten, wenn es darum zu thun ist, ist doch eineSache, die sehr ernstlich erwogen werden muß. Die Bankwird also ihre Discontirungen wieder ausdehnen müssen,d. h. die Masse ihrer Effekten vermehren, ohne daß sie ihrenBaarvorrath vermehren kann; folglich setzt sie wieder ihreSicherheit aufls Spiel."

Eine andere Ansicht verlangt das Verhältniß der Baar-schaft in der Bankkaffe zu der Zettelmasse wie 1:2, und diebaaren Fonds nur i» beweglichen und kurzsichtigen Effektenanzulegen. Auch diese Voraussetzung ist noch weniger halt-bar und praktisch, als die vorher erwähnte, weil in diesemVerhältniß zu viel Kapital müßig liegen bleiben müßte, undauch überhaupt die beabsichtigte Vermehrung der Cirkula-tionsmittcl dadurch gar nicht geschieht. Wo der Verkehr aufeine Bank angewiesen wird und der Verkehr sehr rege undvielseitig ist, da muß die Bank auch helfen können durch ihrKapital und das Zutrauen, das sie in Anspruch nimmt, sonstist sie ganz unnütz; aber je vielseitiger die Bewegung desVerkehrs, desto leichter kann für die Bank durch den An-drang vermehrter Ansprüche Gefahr entstehen. Mag alsoauch die Sicherheit der Bank eine Hauptrücksicht derselbensein, nicht minder ist es deren Pflicht, die ihr anvertrautenFonds und Effekten nicht müßig liegen zu lassen, sonderndurch zeitgemäßes Auskhun in dem Verkehr arbeiten zu