Dlcchwaai'm
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Blei
dünnsten Bleibleche sind die zum Einpacken von Rauch-und Schnupftabak. Dieses gewalzte Tabaksbleiwird 12 oder 13 Zoll breit in sehr verschiedener Länge ver-fertigt und zum Gebrauch in Blätter von der gehörigenGröße für pfündige und halbpfündige Packete zerschnitten.Es hat wieder mehrere Grade der Dicke. Das schwächste,von dem der Quadratfuß gegen 3 Loth wiegt, ist ohngefähr<1,0817 Zoll dick. In manchen Fällen wird das Bleiblechvor dem gänzlichen Auswalzen verzinnt, so wie man bleierneArbeiten überhaupt verzinnen kann. Eine Zinnplatti -rung auf Blei läßt sich dadurch herstellen, daß man auf eineerwärmte Bleiplatte eine gleich große dünnere Zinnplattelegt und beide mit einander ausstreckt; durch den Druck derWalzen vereinigen sie sich ganz vollkommen.
6) Iinnblech. Dies wird eben so wie das Bleiblechverfertigt und zu Kesseln für Färbereien und Apotheken, zuBüchsen, Tellern, Notendruckplatten rc. verarbeitet. Amhäufigsten ist der Gebrauch der dünnen Zinnblätter, welcheunter dem Namen Stanniol oder Zinnfolie zum Be-legen der Spiegel und zu einigen andern, minder wichtigenZwecken benutzt werden.
7) Zinkblech. Das Zink wird ebenfalls durch Wal-zen in Blech verwandelt, doch muß es während des Streckensstets warm erhalten werden, weil es unter 88° I!. Wärmesehr spröde ist und nur zwischen dem 80. und 120»li. so zähewird, daß es vollkommen dehnbar ist. Die Benutzung desZinkbleches zum Dachdecken, zu Röhren und Rinnen, zumBeschlagen derSchiffe und zur Zinkdruckerei nimmt von Jahrzu Jahr mehr zu.
8) Silber-, Gold- und Platin blech. Diesefinden eine Hauptanwendung zur Verfertigung der Münzen.Silber- und Goldblech dienen vornehmlich zu Schmuckarbei-ten. Das Platinblech wird besonders zu chemischen Geräth-schaften verbraucht. (Nach Prechtls technolog. Encyclop.)
0) Argentanblech kann nur kalt bearbeitet werden,gleichwie Messing und Tombak; wird jedoch, um die durchdas Walzen entstehende Härte zu beseitigen, wiederholt aus-geglüht. Auch wird daraus, wie aus dem Messing dasRauschgold, das Rausch silb er geschlagen.
Blechwaaren giebt es sehr verschiedene, meist ausschwarzem oder verzinntem Eisenblech oder Messingblech, undzum häuslichen Gebrauch. Orte, wo dieselben in Mengeoder von vorzüglicher Güte fabricirt werden, sind namentlichBraunschweig,Offenbach,Coblenz, Nürnberg,Berlin, Breslau, Frankfurt a. M., Eßlingen,Genf, Birmingham, im sächsischen Erzgebirge Ei-benstock, Beyerfeld, Stützengrün, Schönheide,Grünhain rc. Sie werden zwar auch fabrikmäßig ge-macht, aber sie gehen bald in die Hände der Consumentenüber. Ein sehr bedeutender Artikel sind die Blech löffel.
Blei, lat. plumbum; sranz. Bomb; engl. boacl; ital.piombo; holl. lwoä; span. Bomo, ist eines der am häufig-sten vorkommenden Metalle, welches wegen der leichten Aus-schmelzung seiner Erze, bei ganz geringer Hitze und einfa-chen Einrichtungen, schon den ältesten Völkern bekannt warund von denselben verarbeitet wurde. Es kommt am mei-sten mit Schwefel vererzt im sogenannten Blei glänz vor,woraus es durch Röste» und Ausschmelzen erhalten wird;
außerdem giebt es noch viele andere Bleierze, z. B. Horn-blei, Selcnblei, Blcigummi, Wcißbleierz tc.
Das reine Blei hat eine bläulichgrauc Farbe, auf frischgeschabten Stellen starken Metallglanz, läuft aber bald ander Luft an und wird blind, d. h. es oxydirt sich. Die kry-stallinische Grundform des Bleies ist das Oktaeder, undwenn es ganz rein und langsam gekühlt, sehr weich, im ent-gegengesetzten Falle, wenn es fremde Metalle, Arsenik, Ku-pfer, Spießglanz rc. enthält, hart, und heißt Hartblei.Das reine läßt sich sehr leicht biegen, schaben, schneiden, indünne Tafeln walzen, aber nicht gut in dünne Drähte zie-hen, da es keine bedeutende Cohärenz besitzt. Das Blei färbt,auf Papier oder Holz gerieben, etwas ab. Das specifischeGewicht des gewöhnlichen Bleis ist ^-11,332, des ganz rei-nen 11,38 bis 11,44. Nach Crighton schmilzt es bei322", nachKupffer bei334"L., wobei es sich aufderOber-släche schnell onidirt; in der Weißglühhitze kommt es in'sSieden und verflüchtigt sich. Seine Dämpfe wirken höchstnachtheilig auf die Gesundheit. Bei'm Erkalten krystallisirtes in Oktaedern.
Der Gebrauch ist äußerst mannigfaltig, da das Bleizu den nutzbarsten Metallen gehört. Man macht darausPlatten zu Siedepfannen für Alaun, Vitriol, Schwefelsäure,dünne Bleiplatten zum Einpacken (Tabaksblei), zum Ver-band kleiner Glasscheiben in Fenstern (Fensterblci), zumDachdecken (Bleidächer in Venedig). Bleierne Cisternen undWafferröhren sind der Gesundheit nachtheilig, was schon dieRömer wußten, allein bis auf den heutigen Tag noch inHolland, in den Rheinprovinzen, unter andern in der Eifel lganz gewöhnlich. Man gebraucht ferner das Blei zumGießen von Kugeln und Schrot, zur Darstellung von Blei-weiß, Bleigelb, Mennige, Bleizucker, so wie noch mehrererandern Bleipräparate; zum Abscheiden des Silbers vomKupfer durchs Saigern, zum Reinigen des Silbers vonfremden Metallen, als Kupfer, Spießglanz-c. durchs Ab-treiben. Auch finden einige Legirungen des Bleis mit an-dern Metallen Anwendung, z. B. die mit Zinn, Wismulh,Spießglanz rc.
Sorten. Man unterscheidet 2 Hauptgattungen, dasBlei in Mollen, (so heißt das in längliche Stücke von ver-schiedener Form und Größe ausgeschmolzene) und Rollen-blei, das in Tafel» gegossene und zusammengerollte. Dieverschiedenen Sorten werden nach ihren Fabrikationsortenbenannt. So hat man besonders: goslarer Blei, i»Rollen von bis Ellen Breite, 6 bis 7 Ellen Länge und2 Ctr., b 114 Pfd., Schwere, mit einem Stempel versehe»,der unter einem Fürstenhut die Buchstaben 6 I! L oder auchblos ein L enthält, nebst der Nummer, unter welcher es inden Bergwerksbüchern eingetragen ist, und die Jahrzahl.— iVillacherBlei, von Blciberg in Kärnthen; es kommtin abgestutzten vierseitigen Pyramiden in den Handel, diebeiläufig 6 Zoll hoch auf den zwei entgegengesetzten unternSeiten 0 bis 10, auf den länger» aber 22 bis 24 Zoll langsind, und, wie die darauf geschlagenen römischen Zahlen an-zeigen, 280 bis 280 Pfund wiegen. Es ist die beste undreinste Gattung von Blei und ganz ohne Silbergehalt (mannennt es daher auch Jungfern-Blei), weshalb es bei ^Silberproben fast auf allen Münz- und Probir-Aemtern !