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Erster Band. A - G.
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Blcizucker

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Blcizucker

Maaren-Verkehr des Zollvereins mit Bleiweiß der Chlor-kalk vereinigt, davon betrug:

die Einfuhr Ausfuhr Durchfuhr

1843 Ctr. 2213 8124 3321

1844 - 2432 6843 6142

In Oesterreich betrug die:

Ausfuhr

Einfuhr

1829

Pfd.

289,183

79,746

1831

-

292,833

68,788

1833

-

361,266

112,926

1838

-

461,666

78,666

1836

-

666,266

86,366

1838

-

682,866

88,366

1842

Ctr.

3163

1262

Der Werth der Ausfuhr 1842 war 134,238 Fl. undder Einfuhr 32,812 Fl.

In O esterreich sind Fabriken bei Villach, Wienund Klagenfurt. In Holland zu Amsterdam, Rot-terdam, Schiedam, Dordrecht, Mormermeerrc.— Frankreich wurde früher von den holländischen Fa-briken mit seinem Bleiweißbedarf versehen und bezog dortherjährlich für mehr als 4 Milk. Franken, jetzt hat es aber meh-rere Fabriken, unter denen die von Clichy eine der bedeu-tendsten ist; dann die zu Lille. — In Italien sind Fabri-ken zu Venedig, Genua, Mailand, Conegliano,Sestri und Rom. England führt jährlich circa 1060Tonnen Bleiweiß aus, das von vorzüglicher Güte ist.

Bleizucker, Bleisalz, essigsaures Blei, lat.Sacliarum saturni ; stanz. Sucro so Saturne, 8el äe Saturne,4cetale äe xlvmb ; engt. 8ugar ok leaä, 8alt ok 8aturn ; Ace-tate vk leaä., ein Salz, welches aus Bleiglätte oder gelbemBleioxyd und Essig dargestellt wird. Das Verfahren istdurchaus nicht schwierig. Man nimmt möglichst kupferfreieBleiglätte, oder statt dieser, wenn es der Preis irgend ge-stattet, aus Blockblei in einem Flammofen dargestelltes gel-bes Bleioxyd, welches natürlich reiner ist als erstere, undlöst sie in der nöthigen Menge starken Essigs. Je reinerund stärker der Essig ist, um so besser; deshalb verdient dergereinigte Holzessig oder der aus reinem Branntwein nachder Methode der Schnellessigfabrikation dargestellte denVorzug. Die Pfannen sind entweder aus Blei oder vonKupfer; damit das Salz nicht kupferhaltig werde, setzt maneinige Stücken Blei hinzu, welche die Auflösung des Ku-pfers verhindern. Auf 728 Theile feingesiebter Glätte sind. 878 Theile concentrirter Essig von 7° 6. erforderlich, und

! das Produkt beträgt 966 Theile krystallisirten Bleizucker.Man setzt die Glätte dem Essig allmälig zu, giebt gelindeWärme und rührt stets um, damit sich nichts an dem Bodenanlege, bis alle Glätte aufgelöst worden, dann setzt manetwas Abwaschwasser hinzu, welches ein wenig Essigsäureund Bleizucker enthält, um die concentrirte Flüssigkeit zuverdünnen, damit die Krystallisation langsamer und regel-mäßiger erfolge. Die Flüssigkeit wird dann bis zum Siede-punkt gebracht und zum Abklären der langsamen Abkühlungüberlassen. Die klar abgezogene Flüssigkeit wird dann biszu 32» g. coneentrirt, wobei stets darauf zu achten ist, daßEssigsäure vorwalte, denn im entgegengesetzten Falle bildet

sich ein basisches Salz, welches schwer krystallisirt. ZumAnschießen der Krystalle bedient man sich theils Schüsselnvon Steinzeug, deren Rand man mit Talg bestreicht, theilsgut ausgelaugter Kästen von Kiefernholz. Die abgezogeneMutterlauge wird wieder abgedampft und giebt von neuemKrystalle. Diese, nachdem sie abgetropft haben, werden imSommer auf luftigen Böden, im Winter in mäßig warmenTrockenstuben, deren Temperatur 36° nicht übersteigen darf,auf mit Leinwand oder Papier belegten Horden getrocknet.Bemerkenswerth ist, daß mit Bleiessig getränkte Leinwand,Bastmatten, Holz, Papier nach scharfem Austrocknen wieZunder Feuer fangen. Tritt der Fall ein, daß die erschöpf-ten Mutterlaugen nicht mehr krystallisiren wollen, so zer-setzt man sie durch kohlensaures Natron, gewinnt kohlcns.Bleioxyd, welches in Essig gelöst, schönen Bleizucker giebt,während das in der Auflösung gebliebene essigsaure Natronzur Gewinnung von concentrirtem Essig benutzt wer-den kann.

Der Bleizucker krystallisirt in farblosen, durchsichtigen,vier- und sechsseitigen Säulen, war aber die Lauge starkconeentrirt, in kleinen Krystallnadeln, deren Farbe etwasins Gelbe sticht, wenn die Essigsäure nicht rein war. Er istgeruchlos, schmeckt süß, hinterher zusammenziehend metal-lisch, ist luftbeständig, verwittert aber bei 33° und verliertsein Krystallwasser, zerfällt in Pulver, schmilzt bei größererWärme und zersetzt sich. Der Bleizucker löst sich in 1>/zTheilen Wasser von der mittleren Temperatur und in etwasweniger von der Siedhitze auf. Er besteht in 166 Theilenaus 27,68 Essigsäure, 88,71 Bleioxyd, 14,21 Wasser, undsein specif. Gewicht ist 2,873. Der Geschmack ist süß, etwaszusammenziehend und metallisch. In warmer trockener Luftzerfällt er zu einem weißen Pulver. — Eine Verunreini-gung durch essigsaures Kupferoxyd entdeckt man theils schonan dem bläulichen Farbeton (um diesen Fehler nicht merklichzu machen, pflegen die Fabrikanten den Bleizucker in mitblauem Papier ausgekleidete Fässer oder Kisten zu packen),theils durch Ammoniak oder blausaures Eisenoxydul-Kali.— Gebrauch: Hauptsächlich in der Kattundruckerci undFärberei zur Bereitung der essigsauren Lhonbeitze, theilszur Darstellung anderer essigsauren Salze, des Chromgelbund Chromroth, in der Pharmacie zur Darstellung derEssigsäuren, concentr. Essig, Essigäther, zur Firnißberei-tung rc. Schurkische Weinhändler haben den Bleizuckerauch zur Verfälschung der Weine gebraucht, was zuerst inFrankreich entdeckt und mit bedeutender Strafe belegt wurde,da das eine förmliche Vergiftung ist. Die Entdeckung desBleizuckers im Wein geschieht durch die sogenannte Hahne-mannscheWeinprobe, deren Bereitung man unter demArtikel Wein angegeben findet. Der Bleizucker wirkt, wiealle Bleisalze, giftig, und in dieser Beziehung ist bei dessenBereitung in den Bleizuckerfabriken die größte Vorsichtnöthig; denn schon durch vielfache Berührung der Haut mitBleiessig kann die Bleikolik sich ausbilden, indem das Blei-salz von der Haut aufgesogen wird. — In Rotterdamund Amsterdam bestehen schon seit sehr langer ZeitBleizuckerfabriken, die ihren Hauptabsatz nach Rußlandhaben; in Südfrankreich zu Marseille und Lan-ge, cd oc; in Deutschland die meisten in der Rhein-gegend, z.B.zu Käferthal, Mannheim, Worms rc.