Buchhalten
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Bemerkungen zu dem vorstehenden Schema desMemorials.
Wir haben hier das Memorial in seiner vollstän-digsten Gestalt, d. h. mit Inbegriff der Caffaposten, ge-geben.
Der am 28. Januar vorkommende Posten, TheodorWühler und Sohn in Köln Sollen anJanvanMaenin Amsterdam, besteht, seinem Wesen nach, eigentlich auszwei Posten, nämlich: LheodorMühlerundSohninKöln Sollen an Wechsel, und: Wechsel Sollen an Janvan Maen in Amsterdam. Da aber die beiderseitigenCurse in unserer Währung ein gleiches Resultat geben, solassen wir hier das Wechsel-Conto, worauf beide Posten sichausgleichen würden, ganz aus dem Spiel und debitiren nurWühler und Sohn an van Maen. So pflegt manstets zu verfahren, wenn die Wechselbeträge beider Orte inder Währung unseres Platzes gleich auskommen; ist diesesaber nicht der Fall, so läßt man die Posten über Wechsel-Conto laufen, wie es oben am 27, Januar geschah.
Bei einem Societätsgeschäft, wie es das vorliegende ist,fällt das Haushaltungskosten-Conto natürlich weg; dagegentreten die laufenden Rechnungen (llonü correnti) der einzel-nen Assocws an dessen Stelle- auf denen man alles bemerkt,was diese für ihre Haushaltungen oder für ihren persön-lichen Bedarf überhaupt aus derHandlungskaffe entnommenhaben.
Unterm 1. Januar finden wir einen Posten, in demeinem Freunde Leim berechnet wird, während doch keiner ausdem Lager befindlich war. Wir haben hier einen zuweilenvorkommenden Fall angenommen. Loser nämlich bestelltLeim; da aber der von unserer Seite in Altenburg bestellteLeim noch nicht angekommen ist, so lassen wir uns, um jenenAuftrag alsbald auszuführen, von einem befreundeten hiesi-gen Handlungshause das von dem chemnitzer Freunde ver-langte Quantum so lange ä Lonckition geben, bis der unsrigeangekommen ist, worauf wir dem hiesigen Freunde ein glei-ches Quantum wieder zurückgeben. Es wird dieses Leihenblos in einem Notizbuche angemerkt; im Memorial aberentsteht dadurch kein Posten.
Unterm 18. und 29. Januar haben wir die Anwendungdes Acceptations-Conto (Conto für Acceptationen) gezeigt.Wo dieses nicht gesetzlich geboten ist, kann man solche Postenauch über Wechsel-Conto laufen lassen.
Das Wechsel-Conto hätten wir wieder in zwei Theiletrennen können, wenn wir ein besonderes Conto für solcheWechsel, welche auf unseren Wohnort gezogen sind (Conto
für Platzwechsel), und eins für solche, welche in andern Or-ten zahlbar sind (Conto fremder Wechsel), hätten errichte»wollen.
Unterm 31. Januar finden sich sämmtliche Abschluß-Posten, so wie sie sich aus dem Hauptbuch, dem Cassabuchund dem Inventarium ergeben. Das Nöthige über dasVerfahren dabei ist schon oben erklärt.
4) Das Caffabuch.
Dies Buch kann auf zweierlei Weise eingerichtet undgeführt werden; entweder wird es aus dem Memorial über-tragen, oder es wird davon geschieden gehalten. Danach istauch die Einrichtung zweifach. Wird dieses Buch aus demMemorial übertragen, so ist die Einrichtung wie in demoben bei der Cassa des einfachen Buchhaltens gegebenen er-sten Schema, und in's Soll werden alle Gläubiger derCassa, in's Haben alle ihre Schuldner gebracht. Die Po-sten im Caffabuch haben zwar kein doppeltes Ansehen, sindaber in der That doppelt, indem das Cassa-Conto oder dieCassa, dessen Name als Ueberschrift jedem Blatte voransteht,stets den im Contert fehlenden Debitor oder Creditor bildet.Dem Namen der Creditoren wird imSoll der Cassa stattder Bezeichnung Haben das Wörtchen „an," und ebensodem der Debitoren im Haben der Cassa statt Soll dasWörtchen „von" vorgesetzt.
In dem Fall, wo das Caffabuch getrennt vom Memorialgeführt wird, ist das Liniament dem zweiten Schema des Caffa-buchs der einfachen Methode gleich, und es werden, weil indiesem Fall die Geldposten aus dem Caffabuch in's Journalübertragen werden, die Folienziffern dieses letzten Buchs indie vorhin für die Aufnahme der Hauptbuchsfolien bestimmteColumne bemerkt. Diese Einrichtung zeigt das folgendeSchema.
Während da, wo das Caffabuch aus dem Memorialausgezogen wird, jeder Posten nur eine ganz kurze Erklä-rung erfordert, muß man ihm im anderen Fall dieselbe Aus-dehnung geben, welche er im ersten Fall im Memorialhatte.
Das Caffabuch wird gewöhnlich monatsweise abgeschlos-sen und der Saldo vorgetragen.
Außer diesem Hauptcassa-Buch kann man, wo es dieGeschäfte nöthig machen, ein Sorten-Scontro-Buchfür die Geldsorten, ein Speditions-Cassa-Buch fürdie Einnahme und Ausgabe bei Speditionen, ein Klein-Cassa-Buch für kleine Handlungs-AuSgaben, zu denendie kleine Kasse eine gewisse Summe von der großen Kassefür Briefporto, Spesen rc. empfängt, einrichten.