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Erster Band. A - G.
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Cacaobutter

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Cadi'r

unteren Ende mit drei Hauptnerven versehene Blätter,schmutzigrothe Blüthen und eiförmige Früchte.

Die Spanier fanden den Gebrauch des Cacao (in deraztekischen Sprache Locava guobuiU, Lliocoüul) bei den altenMejicanern und brachten ihn gegen Ende des 16. Jahrhun-derts nach Spanien, wo er bald allgemein wurde. AusVenezuela begann die Ausfuhr durch die Holländer imSchleichhandel von der Insel Curacao aus erst um dieMitte des 17. Jahrhunderts. In den Jahren 1800 bis1806 betrug die jährliche durchschnittliche Ernte in derLspilama xenoral 21,300,000 spanische Pfd., und die jähr-liche Ausfuhr in den Jahren 1832 bis 1836 in der RepublikVenezuela durchschnittlich 3,800,000 Pfd., und die Ernteehngefähr 10,700,000 Pfd., also eine bedeutende Abnahmedes Ertrages; die Ausfuhr in 1837 bis 1841 ohngesähr8,300,000 Pfd. — Die jährliche Einfuhr des Cacao inEuropa wird auf 144,000 Ctr. geschätzt. Hiervon liefertAmerika, das Vaterland des Cacaobaues, den bei weitemgrößeren Theil, da außerdem nur noch die Insel Bourbonetwas gewährt. Humboldt nahm im Jahr 1806 denCacaoverbrauch in Europa zu 23 Will. Pfd. an, wovonallein auf Spanien 6 bis 9 Mill. Pfd. kommen sollten. —In England wird sehr wenig Cacao verbraucht; jedenfallswegen des darauf lastenden hohen Zolls, der bis 1832 be-stand. In diesem Jahr wurde er für Cacao aus den briti-schen Pflanzungen von 36 Schilling auf 18 Schilt. 8 Pf.pro Ctr. erniedrigt. Nur der in den britischen Besitzungenin Westindien oder auf der Insel Mauritius erzeugteCacao kann gegen ein Ursprungs - Certifikat eingeführtwerden.

Cacaobutter, Cacaoöl, erhält man, wenn mandie Cacaobohnen erst gelinde röstet, abschält und zerstößt,»nd dann bei gelindem Feuer mit Wasser kocht oder derEinwirkung heißer Dämpfe ausseht. Nach dem Erkaltenschwimmt die Cacaobutter als eine geronnene Masse auf derOberfläche des Wassers. Gewöhnlich ist sie noch etwas un-rein , wird aber durch mehrmaliges Schmelzen von allennoch anhängenden fremdartigen Theilen befreit. Auch durchAuspressen kann man sie aus den gerösteten Cacaobohnengewinnen; doch erhält man alsdann weniger. Durch Kochenliefert ein Pfund Cacao durchschnittlich 10 bis 16 LothButter. Es wird jetzt, bei dem großen Verbrauch der Ca-caobohnen behufs der Chocoladefabrikation, viel Cacaobut-ter bei der Darstellung von sogenannter Gesundheitschoco-lade aus entfetteten Bohnen gewonnen, woher es kommt,daß der Preis derselben gegen früher sehr beträchtlich gesun-ken ist. Sie besitzt eine blaßgclbe Farbe, riecht angenehm,gewürzig, schmeckt mild; die durch's Auskochen bereitetewird langsam ranzig, nicht so die durch's Behandeln mitDampf gewonnene. Sie schmilzt bei 40» II., erstarrt bei 17°,löst sich in Aether und Terpentinöl, in warmem Weingeistvon 0,82 wenig auf, wird in der Medicin gebraucht undmacht einen Hauptbestandtheil der Chocolade aus. Manverfälscht die Cacaobutter mit RindStalg, wodurch sie mehrweiß und leicht ranzig wird. An manchen Orten (z. B. inBraunschweig) verfertigt man aus Cacaobutter und Kalieine gute Cacaoseife. In Frankreich hat man sie zu Kerzenbenutzt.

Nach Lampadius Versuchen (s. Crdmann's Journal

für technische Chemie 2. Bd. S. 137. 318.) fanden bei denHauptsorten des Cacao folgende Verhältnisse statt, in Bezugauf ihren Gehalt an Fett, Schalen und Kernen.

Martinique enth. 11,3 Schal., 88,7 Kern, 53,3 Proc. Fett.

Surinam

- 16,3 -

83,3 -

33,0

-

Cayenne

- 20,0 -

88,0 -

33,1

-

Trinidad

- 14,1 -

83,9 -

31,8

-

Caracas

- 13,3 -

83,7 -

36,2

-

Maranhao

- 11,2 -

88,8 -

49,7

-

Cacaomasse, wird in neuerer Zeit von allen Choco-ladenfabriken geliefert. Sie unterscheidet sich von der Cho-kolade nur durch den Mangel des Zuckers und der Gewürze.Die Bohnen werden geröstet, gestoßen, gerieben und wieChocolade geformt. Die Homöopathen empfehlen sie ihrenPatienten statt des Kaffe's, und deshalb nimmt ihr Verbrauchvon Jahr zu Jahr zu.

Cacaoschalen, .im Handel auch wohl Cacaothee,Chocoladenthee genannt, sind die nach dem Rösten des Cacaoabgelösten Schalen, die mit kochendem Wasser wie der Theezubereitet und als Gesundheitstrank genossen werden. Auchbenutzt man sie, um dem Branntwein einen chocoladenartigenGeschmack mitzutheilen.

s. Kachao.

Stadt auf der Insel San-Domingo, mit600 Einw., Hafen und Fort; Sitz des Guverneurs.

Cadis, ein Wollzeug, zu Kleidung gebraucht, das ge-sponnen und wie Luch appretirt wird.

Cadix, Seestadt und Haupthandelshafen auf der süd-westlichsten Küste von Spanien, auf der felsigen und hoch-gelegenen Spitze einer schmalen niedrigen Landzunge, welchesich von Isla <to Iwan etwa 4>/z Seemeilen nach NRW. er-streckt. Sie ist von allen Seiten vom Meer umflossen, aus-genommen im Süden, wo die Landzunge mit dem Festlandezusammenhängt, und sehr stark befestigt. Die Bevölkerungbeträgt 48 bis 30,000. Die Stadt ist sehr gut gebaut undgewährt, von einiger Entfernung gesehen, einen prachtvollenAnblick; der Leuchtthurm von St.-Sebastian liegt auf derwestlichen Seite der Stadt, 46° 31^ 30" n. Br. und 6° 18^10" westl. L. Für Schiffe, die aus dem atlantischen Meerkommen, fällt dessen Drchfeuer sehr in die Augen und kannbei schönem Wetter über 6 Stunden weit gesehen werden.Der Stadt mangelt süßes Wasser, und sie hilft sich durch Ci-sternenwasscr, und durch das Süßwasser, welches aus Santa-Maria geholt wird. Uebrigens ist die Lage der Stadt sehrgesund.

Bai von Cadix. Die Einfahrt in diesen schönenMeerbusen liegt zwischen der Stadt und dem Städtchen undVorgebirge Rosa, nach NW. gegen N., etwa 1°/, Meilenentfernt. Die Bai ist groß und hat meist guten Ankergrund.Der Hafen ist auf der östlichen Seite der Stadt, wo ein be-trächtlicher Hafendamm erbaut wurde; aber das Wasser istnicht hinreichend tief, um großen Schiffen den Zugang näherals etwa Meilen zu gestatten, wo sie bei 8 bis 7 Klaftervor Anker legen. Die Felsen, die Cochinos, die Puercasund der Diamant genannt, liegen nördlich von der Stadtan der Einfahrt in die Bai; die zwei ersten etwa Meilenund der Diamant etwas über IV 2 Meile entfernt. Die