Band 
Erster Band. A - G.
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Devolvirm

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Diamant

Jedoch war dieser Bund keineswegs über ganz Deutschland,namentlich nicht über das südliche, ausgebreitet.

Seit der Auflösung dieses Bundes sonderten sich dieStaaten durch Zollgrenzen immer mehr gegen einander ab,wodurch der Verkehr sehr beschränkt wurde. Diese demHandel durchaus ungünstigen Verhältnisse wurden iminerdrückender, und dieser Druck besonders nachtheilig durch einesäst durchgängige Verschlechterung der Münzen, so daß derenWerth beinahe bis auf Nichts fiel. Beinahe vernichtetward der Handel durch den dreißigjährigen Krieg, der dieLänder verwüstete und entvölkerte. Erst in der neuestenZeit entstand der deutsch e Zollv erein durch Zusammen-tritt deutscher Staaten, die gegenseitig ihre Zollgrenzen auf-hoben, wodurch der inländische Verkehr frei wurde. Bemer-kenswerth ist, daß von Preuße», und eben so auch vonOesterreich nicht alle Provinzen und Staaten zum deutschenBund gehören, während Preußen ganz, von Oesterreichaber gar nichts zum deutschen Zollverein gehört. Oesterreichhat sich durch eine Jolllinie abgeschlossen; Hannover undOldenburg haben sich ebenfalls zu einem besonderen Steuer-verein vereinigt; auch gehören Mecklenburg, Lauenburg undHolstein, so wie die freien Städte Bremen, Hamburg undLübeck nicht zum deutschen Zollverein, dessen Umfang sichallmälig zum Vortheil des Binnenverkehrs erweitert, unddessen besondere Verhältnisse in Rücksicht auf Münzwcsen,Handel, Industrie, Ausfuhr und Einfuhr theils in den ein-zelnen Artikeln, theils im Artikel Zollverein dargestelltwerden.

Wächst auch in Deutschland überhaupt der.Binnenver-kchr, befördert durch ein schon sehr ausgebreitetes Eisen-bahnnetz und zunehmende Dampfschifffahrten auf demRhein, Main, Donau, Elbe, Oder und der anstoßendenNordsee und Ostsee, und hat auch die Industrie in vielenZweigen eine Höhe erreicht, wo sie den besten Erzeugnissendes Auslandes gleich kommt, so entspricht diesen Leistungendoch noch keineswegs das Verhältniß der Ausfuhr zur Ein-fuhr. Dieses Mißverhältniß vermag nur der überseeischeVerkehr auszugleichen. Wie der Handel die Industrie be-lebt, so hebt diese die Thätigkeit, wodurch es der Arbeitmöglich wird, die Arbeitsfähigkeit zum Erwerb anwendenzu können.

Devalviven, herabsetzen, niedriger würdigen. Mangebraucht diesen Ausdruck vorzüglich im Münzwesen, unddevalvirte Münzen sind solche, welche durch Verordnungeiner Behörde unter ihren ursprünglichen oder Rennwerthherabgesetzt sind. Die deswegen veröffentlichten Tarife hei-ßen Devalvations-Larife. — Devalvation, dieHerabsetzung.

Deventer, feste Stadt in den Niederlanden, ProvinzOveryffel, an der Pffel, mit 1-4,600 Einw. und einer Gie-ßerei, die Oefen und Platten liefert, einer Teppichfabrik,Leineweberei und Handel mit Samenölen, Bier, Vieh, But-ter und Käse.

Deviation heißt die Abweichung, welche ein versicher-tes Schiff von dem auf der Police bezeichneten Wege macht,und wodurch die Assekuranz-Police kraftlos wird. Vgl. denArt. Versicherung.

Devise sagt man häufig für: Wechsel, Wechselbrief,

z. B. „pariser Devisen sind sehr gesucht," „die uns gesternÜbermächte Devise rc."

Dha, Tha, ein Längenmaaß in Birman.

Dhan, s. Dan.

Dhra», ein Längenmaaß (Elle) in den nordafrikani-schen Staaten; s. Fez ued Draä.

Diamant oder Demant, franz. Oiamam, englischviamonä, ital. viamanlo, ist der kostbarste, härteste und feu-rigste von allen Edelsteinen. Schon im Alterthum war erbekannt und geschätzt, doch wurde er nur roh verwendet, daman ihn, wegen seiner außerordentlichen Härte, nicht zuschleifen verstand. Erst in spätern Zeiten lernte man ihndurch sein eignes Pulver schleifen und gab ihm anfangs dieTafelform, mit einer Reihe oben angebrachter Facetten;etwa um das Jahr 1320 wandte man zuerst den Rauten-schnitt an, und die Brillantform wurde erst zur Zeit Lud-wigs XII. von Frankreich gebräuchlich; der Kardinal Ma-zarin soll der Erste gewesen sein, der die Diamanten soschleifen ließ. Die Steine, welche zuerst diese Form erhiel-ten, sind noch jetzt in der französischen Krone enthalten undführen den Namen der 12 Mazarins. Was die chemischeBeschaffenheit (die Grundbestandtheile) des Diamants be-trifft, so haben bis in die neuere Zeit darüber mehrere ver-schiedene Meinungen geherrscht. Früher hielt man ihn fürein hauptsächlich aus Kieselerde bestehendes Mineral (füreine Art Quarz). Newton war der Erste, welcher (1673)die Vermuthung aussprach, der Diamant möge, seiner star-ken Strahlenbrechung nach zu urtheilen, wohl unter die ver-brcnnlichen Körper gehören. Im Jahr 1694 wurde vonden Mitgliedern der Akademie zu Florenz der erste Versuchgemacht, den Diamant im Focus eines großen Brennspie-gels zu verbrennen. Der Versuch gelang und der Diamantverflüchtigte sich vollständig. Durch die neueren Chemikerwurde endlich erwiesen, daß, da das Produkt der Verbren-nung kohlensaures Gas ist, der Diamant nichts als reinerkrystallisirter Kohlenstoff sein könnte.

Da nun der Kohlenstoff ein in der Natur in allen 3Naturreichen so sehr verbreiteter Körper ist, so dachte manernstlich darauf, denselben in der Gestalt des Diamants dar-zustellen. In der neuesten Zeit haben sich mehrere, beson-ders französische und englische, Chemiker eifrig bemüht,Diamanten auf irgend eine Weise aus Kohlenstoff zu gewin-nen ; bis jetzt sind aber alle ihre Versuche fruchtlos gewesen.Dennoch kann man die Möglichkeit nicht absprechen, Dia-manten auf künstlichem Wege zu erhalten, wenn auch dieMittel dazu vielleicht nie entdeckt werden.

Der Diamant erscheint stets als ein krystallisirter Kör-per, dessen Flächen aber oft durch erlittene Reibung sehrabgeschliffen sind, so daß sich seine Form oft dem Kuglichennähert. Seine Krystallform ist das Oktaeder und Rauten-dodekaeder; seltner kommt er als Würfel krystallisirt vor.Der Bruch ist muschlig, die Oberfläche glatt, aber auch nichtselten rauh oder gestreift und zuweilen mit einer schuppigen,rissigen Rinde bedeckt. Er ist durchsichtig und zuweilen nurhalbdurchsichtig. Unter allen Edelsteinen besitzt er den leb-haftesten Glanz, Diamantglanz. Wird er geschliffen, sozeigt sich außer dem Glanz noch ein herrliches Farbenspiel.Am häufigsten ist er wasserhell, doch kommt er auch in den